Pontcysyllte-Aquädukt in Wales, Großbritannien

Das Pontcysyllte-Aquädukt ist eine gewaltige Schiffbrücke im Nordosten von Wales und Teil des als Llangollen-Kanal bekannten Wasserweges, Großbritannien © StevenPaulPepper/Shutterstock

Das Pontcysyllte-Aquädukt im Westen Großbritanniens ist eine eindrucksvolle Trogbrücke am walisischen Llangollen-Kanal. In 40m höhe überqueren Hausboote bis heute ein malerisches Tal des Flusses Dee.


Das Pontcysyllte-Aquädukt ist eine gewaltige Schiffbrücke im Nordosten von Wales. Sie ist Teil des als früher Ellesmere- und heute Llangollen-Kanal bekannten Wasserweges und überquert den Fluss Dee zwischen den Gemeinden Trevor und Froncysyllte in Wrexham. 2009 wurde das Pontcysyllte-Aquädukt von der UNESCO auf die Weltkulturerbeliste aufgenommen.

Das Pontcysyllte-Aquädukt ist mit einer Höhe von 40m und einer Länge von 307m das höchste und längste Aquädukt Großbritanniens. Die fantastische Brücke ist ein eindrucksvolles Beispiel der damaligen Ingenieurskunst.

Errichtung des Pontcysyllte-Aquädukts

Das Pontcysyllte-Aquädukt wurde von Thomas Telford und dem erfahrenen Kanalbauingenieur William Jessop im Jahr 1805 nach zehn Jahre Plan- und Bauzeit fertiggestellt. Die Kosten beliefen sich auf 47.000 Pfund.

Der Trog der Brücke, in dem die Schiffe über das Tal setzen konnten, ist aus Gusseisen, was damals vielen Skeptikern Anlass zur Kritik gab. Doch Telford baute nicht die erste gusseiserne Trogbrücke und wusste, dass sie halten würde. Das ebenfalls von ihm errichtete Longdon-on-Tern-Aquädukt im englischen Shropshire steht heute noch. Um sicher zu gehen, dass der Trog des Pontcysyllte-Aquädukts wasserdicht ist, wurden die Verbindungen mit in Zuckerwasser gekochtem Flanell abgedichtet und mit Blei versiegelt. Nach einem halben Jahr Beobachtung konnte man sicher sein, dass zwischen den Nahstellen kein Tropfen Wasser hervordrang.

Auf dem Pontcysyllte-Aquädukt verkehren so genannten Narrowboats, der typische Bootstyp für die englischen und walisischen Kanäle, Großbritannien © meirion matthias / Shutterstock

Die eiserne Brücke thront auf 19 gemauerten Brückenpfeilern, die 40m in die Höhe ragen. Als Mörtel wurde ein Gemisch aus Kalk, Wasser und Ochsenblut verwendet.

Auf dem Pontcysyllte-Aquädukt verkehren so genannte Narrowboats, der typische Bootstyp für die englischen und walisischen Kanäle. Mit 3,5m ist die Trogbrücke gerade breit genug, dass ein Schiff im Einbahnsystem übersetzen kann; kommt ein zweites aus der Gegenrichtung, muss es warten. Ein Geländer wurde über lange Zeit nicht angebracht, obwohl die Löcher dafür an den Rändern des Trogs vorhanden wären. Der Steuermann tat somit gut daran, auf sein Gleichgewicht zu achten, ansonsten ginge es 40m in den sicheren Tod.

Unterwegs über das Pontcysyllte-Aquädukt

Anfang des 20. Jahrhunderts verloren die Kanäle ihre wirtschaftliche Bedeutung und der Schiffsverkehr auf dem Pontcysyllte-Aquädukt ging in den 1930er Jahren deutlich zurück. Heute wird das Aquädukt hauptsächlich für Freizeitboote und Touristenfahrten verwendet. Die walisische Landschaft vom Boot und trotzdem aus der Vogelperspektive aus zu betrachten, stellt ein wahrlich einmaliges Erlebnis dar und mittlerweile sind auch Geländer angebracht. Der Weg neben der Wasserrinne wurde früher von Pferden genutzt, die die damals noch nicht motorisierten Boote über den Kanal zogen. In der am 73km langen Llangollen-Kanal gelegenen Stadt Trevor kann ein kleines Museum zum Pontcysyllte-Aquädukt besichtigt werden, hier gibt es auch Bootsvermietungen für eine persönliche Fahrt über die Trogbrücke.

Einmal im Jahr wird das Wasser aus Wartungsgründen aus der Trogbrücke abgelassen. Durch ein in der Mitte geöffnetes Ventil entleert das Pontcysyllte-Aquädukt seinen Inhalt in einem spektakulären Wasserfall in den Fluss Dee.


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