Dunluce Castle in Nordirland, Großbritannien

Das Dunluce Castle an der Nordküste Nordirlands ist eine der größten mittelalterlichen Ruinen Großbritanniens und thront auf einem zerklüfteten Basaltfelsen über dem Atlantik © ydefar / Fotolia

Das Dunluce Castle thront auf einem zerklüfteten Basaltfelsen an der Nordküste Nordirlands. Seine weitläufige Ruine ist eine der größten Irlands.


Das Dunluce Castle an der Nordküste Nordirlands ist eine der größten mittelalterlichen Ruinen des Landes. In der Grafschaft Antrim erhebt sich das uralter Gemäuer dramatisch auf einem zerklüfteten Basaltfelsen über dem Atlantik.

Der Name „Dunluce" kommt vom irischen „Dún Lios", was so viel wie „starke Festung" bedeutet. Die Anfänge des eindrucksvollen Bollwerks reichen wahrscheinlich schon in vorchristliche Zeiten zurück. Vor über 2.000 Jahren soll sich auf dem spektakulären Felshügel bereits eine erste Ringburg befunden haben. Die heutigen Ruinen stammen von einer Burg, die Richard de Burgh, Earl of Ulster im 13. Jahrhundert errichtet haben soll. Die erste dokumentierte Existenz des Dunluce Castle stammt aus dem Jahr 1513, damals war es im Besitz der Familie McQuillian, etwa 70 Jahre später ging sie an die McDonnells über.

Der Legende nach wurde Dunluce Castle Mitte des 17. Jahrhunderts aufgegeben, weil den Bewohnern das unablässige Tosen des Atlantiks zu laut geworden war. Die Nähe zum Meer war auch nicht immer ganz ungefährlich, angeblich sollen bereits Teile der Burg abgerutscht und von den mächtigen Wellen begraben worden sein.

Damit dies heute nicht mehr passiert, wurden umfassende Stabilisierungsmaßnahmen an den Felsklippen vorgenommen. Das Dunluce Castle kann also völlig gefahrlos besichtigt werden.

Spuk im Dunluce Castle?

Die Ruinen des einst gewaltigen Schlosses ragen heute wie abgebrochene Zähne in den grauen Himmel Nordirlands. Ein schmaler Kiesweg führt durch die altehrwürdigen Gemäuer, in denen es angeblich spuken soll. Der geisterhafte Schatten der Weißen Lady soll angeblich den Nordost-Turm unsicher machen. Ihr Vater verbot ihr, den Mann, den sie liebte zu heiraten und so starb sie einsam in ihrem Zimmer an gebrochenem Herzen. Noch heute sehnt sie sich nach ihrem Geliebten und hält von ihrem Turmfenster aus nach ihm Ausschau. Im Südost-Turm geht ebenfalls ein Geist um. Der unglückliche Peter Carey, der gerade als Wachmann eingesetzt war, als Königin Elisabeth I. das Schloss an Sorley Boy McDonnell übergab, wurde völlig unschuldig am Turm erhängt. Seitdem spukt er mit violettem Umhang und langem Zopf zwischen den dunklen Mauern umher.

Die Ruinen von Dunluce Castle ragen heute wie abgebrochene Zähne in den grauen Himmel Nordirlands, Großbritannien © keith robinson / Fotolia

Auch der Rest des Dunluce Castle verursacht unweigerlich die eine oder andere Gänsehaut. Vorbei an verfallenen Wachtürmen spazieren die Besucher unter Schießscharten und dunklen Fenstern, die wie die wachsamen Augen der Burg auf die Gäste herunterblicken. Durch leere Zimmer ohne Decke und einem Geflecht aus Wänden, deren Steine von dramatischen Schlachten und Morden der Vergangenheit zu erzählen hätten, wandelt man durch längst vergangene Zeiten, während 30m unter dem Schloss der Ozean braust.

Neben seltsamen Schemen berichten die Angestellten des Souvenirshops im Dunluce Castle auch über Bücher, die über Nacht aus dem Regal genommen und fein säuberlich daneben aufgestapelt wurden, über Radios, die sich wie von Geisterhand einschalteten und die Besucher bemerkten schon des Öfteren eine gespenstische Kälte im Südost-Turm. Wie auch immer, die verstorbenen Bewohner des Dunluce Castle haben sich noch nie bösartig verhalten und scheinen die Gäste ihrer ehemaligen Residenz gerne willkommen zu heißen.

Und auch wer nicht an Geister glaubt, die mystische Aura dieses magischen Ortes, wird dennoch das eine oder andere Nackenhaar sich sträuben lassen. Die Führer, die Touren durch das Dunluce Castle veranstalten wissen sicherlich noch die eine oder andere Schauergeschichte zu berichten. Führungen sind übrigens nur gegen Voranmeldung möglich.

Doch auch ohne Führung steht einem eindrucksvollen Spaziergang um das Dunluce Castle nichts im Wege. Eine lange Treppe führt in Richtung Küste hinunter bis zur Meerjungfrauen-Grotte unter der Ruine.


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