Großmeisterpalast von Rhodos, Griechenland

Der Großmeisterpalast auf Rhodos wurde im 14. Jahrhundert am höchsten Punkt von Rhodos Stadt erbaut , Griechenland © dedi / Fotolia

Der Großmeisterpalast von Rhodos wurde im 14. Jahrhundert errichtet und Anfang des 20. Jahrhunderts wiederaufgebaut. Die prachtvolle Zitadelle beherbergt das archäologische Museum von Rhodos.


Der Großmeisterpalast auf der griechischen Insel Rhodos liegt im historischen Teil von Rhodos Stadt und diente einst dem Großmeister des Johanniterordens als Sitz. Die Johanniter, nach ihrer Ansiedlung in Malta auch als Malteser-Orden bekannt, herrschten von 1309 bis 1522 über Rhodos.

Der Großmeisterpalast wurde im 14. Jahrhundert am höchsten Punkt von Rhodos Stadt erbaut und fungierte für die Ritter von Rhodos als byzantinische Zitadelle und Festung.

Als die Türken Rhodos im Jahr 1522 eroberten, machten sie die prachtvolle Burg zum Gefängnis, die Palastkirche zum Stall und die Gemächer des Großmeisters zum Munitionslager. Im Jahr 1856 wurde dies dem Großmeisterpalast von Rhodos zum Verhängnis. Durch eine Explosion des Pulvermagazins wurden große Teile der Festung beschädigt, die fortan über Jahrzehnte dem Verfall preisgegeben war. Erst als Anfang des 20. Jahrhunderts die Italiener über Rhodos herrschten, wurde der Großmeisterpalast wieder aufgebaut und auch gleich um ein Geschoß und auf seine eineinhalbfache Grundfläche erweitert.

Der Großmeisterpalast von Rhodos beeindruckt vor allem durch sein monumentales Eingangsportal, dessen Spitzbogentor von zwei mächtigen steinernen Rundtürmen flankiert wird. Es hat die Explosion Mitte des 19. Jahrhunderts überlebt und erstrahlt heute noch in originaler Pracht. Durch das Tor kommt man in den von Arkaden umgebenen Innenhof, der von mächtigen Mauern eingeschlossen wird. Rechts geht es zur Burgkapelle, in der Alabasterfenster, frühchristliche Marmorskulpturen und eine Bronzestatue des Heiligen Nikolaos zu sehen sind.

Ursprünglich hätte der Großmeisterpalast Sitz des italienischen Königs Victor Emmanuel III. sein und später dem italienischen Ministerpräsidenten Benito Mussolini als Sommerresidenz dienen sollen, es kam jedoch nie dazu. Der Name Mussolinis ist heut noch auf einer Plankette in der Nähe des Eingangs zu lesen.

Museum im Großmeisterpalast von Rhodos

Der Großmeisterpalast ist heute frei von jeglichen Großmeistern, Königen oder Präsidenten, sondern dient der Öffentlichkeit als archäologisches Museum von Rhodos. 18 der nahezu 300 altehrwürdigen Räumlichkeiten beherbergen Artefakte aus der lebhaften Vergangenheit der Insel Rhodos, sowie griechische und römische Skulpturen. Erwähnenswert ist hier eine Kopie der berühmten Laokoon-Gruppe, die auch in den Vatikanischen Museen in Rom zu sehen ist. Sie stellt den Todeskampf des trojanischen Priesters und seiner Söhne gegen die Schlange des Poseidon dar.

Die Möblierung des Großmeisterpalastes ist leider willkürlich zusammengewürfelt und kann keiner historischen Epoche zugeordnet werden. So treffen chinesische Lackarbeiten auf lederne Renaissance-Stühle und moderne Murano-Lüster, die zwar wertvoll sind, aber nichts mehr mit dem Ritterorden des Großmeisterpalastes zu tun haben. Auch die sensationellen Mosaikböden im Obergeschoß, auf denen die Besucher zwischen den Ausstellungsstücken wandeln, stammen eigentlich von der griechischen Insel Kos und waren im historischen Großmeisterpalast nie zu finden.

Das oberste Stockwerk des Großmeisterpalastes bietet einen fantastischen Blick über die Neustadt von Rhodos. An klaren Tagen fällt der Blick über das Mittelmeer bis zum türkischen Festland. Auch ein Spaziergang durch den lauschigen Garten des Großmeisterpalastes ist nicht zu verachten. Der terrassenförmig angelegte Park beherbergt vielfältige Spuren der Vergangenheit inmitten von prachtvollen Blumenarrangements aus Bougainvillea und Hibiskus und Palme- und Kakteen-Hainen.


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