Ruinen von Nea Paphos, Zypern

Die Ruinen von Nea Paphos an der Westküste von Zypern stammen vermutlich aus dem 3. Jahrhundert vor Christus und werden auch als „Königsgräber“ bezeichnet - © arenaphotouk / Fotolia
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Die Ruinen von Nea Paphos auf Zypern sind historische Grabstätten aus dem 3. Jahrhundert vor Christus, die in den Fels gehauen und mit kunstvollen Fresken und Stuckarbeiten verziert wurden.

Die Ruinen von Nea Paphos befinden sich an der Westküste der Mittelmeerinsel Zypern zwischen den Orten Ktima und Kato Paphos. Die uralten Grabstätten zypriotischer Adeligen zählen seit 1980 zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Die historischen Hinterlassenschaften stammen vermutlich aus dem 3. Jahrhundert vor Christus und werden auch als „Königsgräber” von Nea Paphos bezeichnet. Grabstätten sind es zwar tatsächlich, doch wurden hier keine Könige begraben, denn zu dieser Zeit gab es die zypriotischen Stadtkönige nicht mehr. Den Namen „Königsgräber” erhielt die Stätte vermutlich aufgrund der Größe der eindrucksvollen Grabkammern.

Die Grabstätten enthielten die sterblichen Überreste von Adeligen und wichtigen Beamten aus der zypriotischen Oberschicht und wurden nach Meinung der Experten nach ägyptischem Vorbild errichtet. Die Kammern wurden direkt in den Fels hineingeschlagen und sind teilweise mit kunstvollen Fresken verziert. Die Architektur der Ruinen von Nea Paphos weist jedoch mit der Treppe in die Vorkammer, die zu weiteren Vorkammern und schließlich zu den Grabkammern führt, griechische Merkmale auf. Die Kammern werden von aus dem Fels gehauenen dorischen Säulen gestützt und wurden als Mehrfachgräber vorgesehen. In einigen Grabkammern sind Kreuze zu sehen, was darauf hindeutet, dass die Nekropole auch für christliche Tote verwendet wurde.

Erforschung Nea Paphos

Systematische Ausgrabungen der Ruinen von Paphos starteten erst in den 1970er-Jahren, obwohl die Gräber schon Jahrhunderte zuvor bekannt waren. Von den ehemaligen „Bewohnern” der Grabstätten ist leider nichts mehr zu sehen, sowohl die Gebeine als auch vermutete Grabbeigaben wurden höchstwahrscheinlich bereits zur Zeit der Römer geraubt. Ein Töpferofen aus dem Mittelalter weist darauf hin, dass die leeren Gräber auch für alltägliche Zwecke genutzt wurden.

Das Highlight der steinernen Grabstätten stellt ein Grab dar, welches sich etwas abseits der anderen Gräber befindet. Im Gegensatz zu den üblichen Grabstätten von Paphos liegt dieses nicht unter der Erde, sondern befindet sich in einem eigens errichten Mausoleum. Die Stuckverzierungen sind hier besonders kunstvoll ausgeprägt.

Aus Sicht der Archäologie enthalten die Gräber von Paphos wichtige Hinweise. In manchen der Kammern wurden Amphoren gefunden, die einen Vermerk mit Herstellungszeit und -ort trugen. So können auch andere Utensilien in der Grabkammer datiert werden, womit vielleicht einige Lücken in der Chronologie des historischen Mittelmeerraums geschlossen werden können.