Unabhängigkeitsplatz in Minsk, Weißrussland

Der Unabhängigkeitsplatz in Minsk wird auch als Lenin-Platz bezeichnet und zählt zu den größten Plätzen in ganz Europa, Weißrussland - © Evgeny Victorovich / Shutterstock
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Am Unabhängigkeitsplatz und an der Nezavisimosti Avenue im Zentrum der weißrussischen Hauptstadt Minsk kann die eindrucksvollste sowjetische Architektur der Stadt besichtigt werden.

Der Unabhängigkeitsplatz in der weißrussischen Hauptstadt Minsk wird auch als Lenin-Platz bezeichnet und zählt zu den größten Plätzen in ganz Europa. Mit einer Fläche von sieben Hektar übertrifft er sogar den Roten Platz in Moskau und den Place de la Concorde in Paris.

Der riesige Platz wurde im Jahr 1930 vom Architekten Losif Langbard aus Leningrad angelegt. Seit 1934 wurden alle Paraden und Demonstrationen in Minsk auf dem Unabhängigkeitsplatz abgehalten. In den 1960ern wurden die Autostraßen und Parkplätze um den Platz errichtet und auch das Einkaufszentrum stammt aus dieser Zeit.

“Freilichtmusuem” Nezavisimosti Avenue

Direkt am Unabhängigkeitsplatz beginnt die Nord-Süd-gerichtete Hauptstraße durch die Hauptstadt von Weißrussland. Sie wurde nach dem Zweiten Weltkrieg als „Stalin Avenue” gebaut, dann jedoch in „Lenin Avenue”, „Francysk Skaryna Avenue” und schließlich in „Nezavisimosti Avenue” (Unabhängigkeitsstraße) umbenannt. Heute fungiert die Verbindung zum Oktoberplatz als Freilichtmuseum, welches die eindrucksvollste sowjetische Architektur in Minsk präsentiert. In dieser Straßen sind die Minsker Konzerthalle, die an einen griechischen Tempel erinnert, die mit mächtigen Säulen bewährte Akademie der Wissenschaften, das auffällig gestaltete Oktober-Kino, das Tjum-Haus mit markantem Rot und spitzem Türmchen und dazwischen immer wieder die Betonklötze der kommunistischen Wohnhäuser. Auch die Fakultät der Architektur mit ihrem monumentalen dreieckigen Anbau und die einzigartige Nationalbibliothek, durch einen riesigen Glaskubus über dem Gebäude schon von weitem erkennbar, schmücken diese Flaniermeile.

Prachtvolle Gebäude am Minsker Unabhängigkeitsplatz

Der Unabhängigkeitsplatz ist über die Metrostation „Ploschad Lenina” zu erreichen und eignet sich perfekt als Ausgangspunkt für eine Minsker Stadtbesichtigung. Er wird von mehreren monumentalen Gebäuden flankiert. Das weißrussische Regierungsgebäude, ebenfalls vom Architekten Langbard, aus dem Jahr 1934 prangt in perfekter Symmetrie auf der einen Seite und ist einer der wenigen Bauten, die den Zweiten Weltkrieg überstanden haben – ebenso wie die benachbarte Rote Kirche, die St. Simeon und St. Helen Kathedrale, die den ältesten Bau am Unabhängigkeitsplatz darstellt. Vor dem typisch totalitären Regierungsgebäude thront eine 7m hohe Statue des sowjetischen Regierungschefs Wladimir Iljitsch Lenin aus Bronze.

Auch das Hauptpostamt von Minsk befindet sich am Unabhängigkeitsplatz direkt am Anfang der Nezavisimosti Avenue, die den Unabhängigkeitsplatz mit dem Oktoberplatz verbindet. An seiner Fassade sind vier kunstvolle Reliefs zu sehen, die die Oktoberrevolution, die Verteidigung der Heimat, die Industrialisierung des Landes und die Kollektivierung der Landwirtschaft darstellen. Auch die quadratische Uhr ist bemerkenswert, deren inneres Ziffernblatt einen 24-Stunden-Rhythmus aufweist und außen die Zeitverschiebung zu 35 anderen Orten weltweit, wie Tokio oder Australien, wiedergibt.

Der unansehnliche Betonklotz am Unabhängigkeitsplatz ist die weißrussische Universität aus dem Jahr 1962, die auch den Campus für Schüler und Lehrer beherbergt.

Daneben haben am Unabhängigkeitsplatz noch die hochgewachsene Pädagogische Hochschule, das Hauptbüro der Minsker Metro, das Minsk Hotel und das unterirdische Shoppingcenter „Stolitsa” Platz gefunden, von dem am Unabhängigkeitsplatz riesige Glaskuppeln als Oberlichter zeugen. Dazwischen wurden Springbrunnen, Blumenbeete und Grasflächen angelegt.

An kalten Tagen spielt sich das meiste Leben am Unabhängigkeitsplatz im Einkaufszentrum unter der Erde ab. Im Sommer jedoch ist der Platz voll mit Menschen, die die Wärme genießen und sich zwischen den farbenfrohen Blumenarrangements auf Bänken niederlassen. In der Nacht ist der Platz prachtvoll beleuchtet.