Terror Háza Múzeum (Haus des Terrors) in Budapest, Ungarn

Im Haus des Terrors in der Andrássy út wurden jahrelang Juden und Stalin-Gegner gefoltert und ermordet, heute fungiert es als Gedenkstätte, Budapest, Ungarn - © James Camel / franks-travelbox
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Die Neo-Renaissance-Villa im Budapester Stadtteil Pest wurde Mitte des 20. Jahrhunderts von den Nazis und den Sowjets als Folterkammer und Gefängnis genutzt – heute ist sie Gedenkstätte und Museum.

Zwei Metro-Stationen nach der ungarischen Staatsoper, an der Station Vörösmarty utca in der Andrássy út, wartet mit dem Haus des Terrors eine Budapester Attraktion der schaurigen Art. Wie der Name schon vermuten lässt, erinnert dieses Museum an die finstere Zeit der ungarischen Geschichte. Trotz seines tragischen Hintergrunds zählt das Haus des Terrors zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Budapest und wird jeden Tag von über 1.000 Menschen besucht.

Schon die Fassade des Terror Háza Múzeum lässt einen Hauch von Niedergeschlagenheit aufkommen, denn auf Augenhöhe erinnert eine scheinbar endlose Reihe an Schwarz-Weiß-Fotos an die Opfer, die in diesem Haus gelitten und ihr Leben gelassen haben. Immer wieder findet man Blumen oder brennende Kerzen auf den Simsen, mit denen Trauer oder Anteilnahme ausgedrückt werden.

An der Fassade des Hauses des Terrors in der Andrássy út in Budapest erinnern Fotos an die Opfer, die in dem Gebäude gelitten haben, Ungarn - © James Camel / franks-travelbox
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Geschichte des Terror Háza Múzeum

Das Haus wurde im Jahr 1880 von der jüdischen Familie Perlmutter errichtet und ab 1940 in einen Ort des Schreckens verwandelt. Die nationalsozialistischen Pfeilkreuzler verhörten, folterten und ermordeten hier unzählige Menschen – in erster Linie Juden – egal welchen Alters und Geschlechts. Nach dem Zweiten Weltkrieg führte der kommunistische Staatssicherheitsdienst im Zuge der stalinistischen Säuberungen dieses grausame Werk fort. Erst nach dem Ungarnaufstand 1956 wurde den brutalen Machenschaften ein Ende bereitet.

Vor dem Haus des Terrors in der Andrássy út symbolisiert eine Wand mit verrosteten Ketten den Eisernen Vorhang, Budapest, Ungarn - © James Camel / franks-travelbox
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Seit dem 24. Februar 2002 fungiert das Haus des Terrors als Gedenkstätte und Museum und lässt diese furchtbare Zeit in Bild und Ton wieder aufleben. Neben zahlreichen Filmen und Dokumenten über die unheilvollen Regime der Nazis und der Sowjetunion können auch die Zellen besichtigt werden, in denen der letzte Widerstand der Gefangenen gebrochen wurde. Viele der Informationen sind lediglich auf Ungarisch, es gibt jedoch auch einen Audioguide in deutscher und englischer Sprache.

Doch Achtung – nach dem Museumsbesuch ist jegliche gute Laune verflogen und hat einer bedrückenden Stimmung Platz gemacht!

Auch außerhalb des Hauses des Terrors erinnern einige Kunstinstallationen an dieses Thema, so zum Beispiel eine hohe Wand aus verrosteten Ketten, die den Eisernen Vorhang symbolisiert. Die Schrift im vorspringenden Dach des Museums wirft bei Sonnenschein den Schatten „Terror” auf den Gehweg der Andrássy út.

Weiterführende Links:

Offizielle Website des Hauses des Terrors mit Preisen und Öffnungszeiten (englisch)