Halbinsel Krim, Ukraine

Die Halbinsel Krim im Süden der Ukraine am Schwarzen Meer hat eine Vielzahl an fantastischen Landschaften und gemütlichen Ferienorten zu bieten - © Ojj! 600 CC BY-SA3.0/Wiki
© Ojj! 600 CC BY-SA3.0/Wiki

Die Halbinsel Krim im Norden des Schwarzen Meeres ist vor allem für seine mediterrane Südküste bekannt, an der sich zahlreiche Kurorte und Urlaubsdestinationen reihen. Doch Krim bietet neben Strand und Meer auch Gebirgstouren, prachtvolle Zarenschlösser, antike Stätten und idyllische Naturschutzgebiete.

Die Halbinsel Krim, jener Teil der Ukraine, der im Norden ins Schwarze Meer ragt, zählt zu den beliebtesten Urlaubsregionen des Landes. Die gut 26.000km2große autonome Republik der Ukraine ist die größte Halbinsel der Ukraine und grenzt im Nordosten an das Asowsche Meer. Egal ob auf der Suche nach Action, Kultur oder Erholung, egal ob allein, zu zweit oder als Familie, Krim hat für jeden Bedarf die ideale Destination.

Tourismus auf Krim

Die Zaren und der russische Hochadel wussten das angenehme mediterrane Klima der Halbinsel Krim bereits im 19. Jahrhundert zu schätzen und ließen – vor allem am Schwarzen Meer an der Südküste – ihre Sommerresidenzen errichten.
Der Palast Liwadija auf der Halbinsel Krim wurde 1910 errichtet und fungierte als

Der Palast Liwadija auf der Halbinsel Krim wurde 1910 errichtet und fungierte als Sommersitz des letzten russischen Zaren Nikolaus II., Ukraine - © Brykaylo Yuriy / Shutterstock
© Brykaylo Yuriy / Shutterstock

Die Halbinsel Krim als Urlaubs- und Erholungsort sprach sich rasch herum und wurde bald zum Ziel bedeutender Künstler, Schriftsteller und weiterer Vertreter der russischen Oberschicht, die es sich leisten konnten. Zur Zeit der Sowjetunion wurde Krim auch als Kurort entdeckt und verzeichnete in den Sommermonaten bis zu 10 Millionen Gäste. Auch heute noch sind die Kurorte an Krims Südküste beliebte Ferienziele.

Mit Unabhängigkeit der Ukraine von Russland ging die Anzahl der Besucher zwar stark zurück, der Tourismus auf Krim ist jedoch auf dem Vormarsch und wird nach und nach auch von westlichen Urlaubern entdeckt – wer weiß, wie lange Krim noch zu den touristischen Geheimtipps zählt!

Beste Reisezeit für die Halbinsel Krim

Das Klima auf Krim kann mit der französischen Côte d’Azur, dem Süden Italiens oder der kroatischen Küste verglichen werden. Das schönste Badewetter hat Krim zwischen Mai und September zu bieten. Dann liegt die Lufttemperatur um die 30°C und die Wassertemperatur um 25°C. Niederschläge gibt es in den Sommermonaten kaum.

Highlights von Krim – Strände, Berge, Ruinen und Paläste

Der Utschan-Su-Wasserfall in der Nähe von Jalta im Süden der Halbinsel Krim gehört zu den höchsten Wasserfällen der Ukraine - © Amaga PD / Wiki
© Amaga PD / Wiki

Die meistbesuchte Region der Halbinsel Krim ist ihre Südküste mit Jalta als touristischem Zentrum. Das Gebiet zwischen dem Krimgebirge und dem Schwarzen Meer ist mit überdurchschnittlich vielen Sonnentagen gesegnet, allen voran der wohl bekannteste Krim-Kurort Jewpatorija mit 2.440 Sonnenstunden pro Jahr (zum Vergleich: die griechische Insel Korfu kann etwa 2.500 Sonnenstunden verzeichnen). Krims traumhafte Küste bietet mit einladenden Buchten auf einer Länge von über 500 Kilometern Strandfeeling pur und Sonnenuntergänge vom Feinsten – am besten zu genießen bei einem Gläschen perlendem Krimsekt!

Abseits der Küste kann Krim mit eine abwechslungsreichen Landschaft aus Gebirge, Karsthöhlen, Flusslandschaften und Wasserfällen aufwarten, von der einige Regionen unter Naturschutz stehen. Und auch Hobby-Archäologen und Kulturfreunde kommen auf Krim nicht zu kurz, denn die Halbinsel Krim ist bereits seit tausenden Jahren besiedelt und zählt Skythen, Griechen, Römer, die mongolische „Goldene Horde”, Krim-Tartaren, Osmanen und Russen zu ihren Herrschern. Baudenkmäler, von den Ruinen der altertümlichen Stadt Chersones bis zu den prachtvollen Zarenpalästen Liwadija, Woronzow und Massandra, erzählen Krims turbulente Geschichte von der griechischen Antike bis zur modernen Ukraine.

Eine Fahrt mit dem Trolleybus

Ein Muss für jeden Krim-Besucher ist eine Fahrt auf der längsten Trolleybus-Linie der Welt. Diese durch Oberleitungen angetriebenen Busse verkehren zwischen Jalta, Aluschta und der Krim-Hauptstadt Simferopol. Die Linie führt unter anderem auch durch das Krimgebirge, von wo aus sich traumhafte Ausblicke auf den bekannten 1234m hohen Ai-Petri, der sein bizarres Aussehen von einem ehemaligen Korallenriff erhielt, und das Schwarze Meer auftun.

Sewastopol

Die größte Stadt der Halbinsel Krim war lange Zankapfel zwischen Russland und der Ukraine. Hier ist bis heute die russische Schwarzmeerflotte stationiert, die seit dem Zusammenbruch der UdSSR auf von Russland gepachtetem, ukrainischem Gebiet vor Anker liegt. Sewastopol wird jedes Jahr von etwa einer halben Million Touristen besucht, die neben den subtropischen Temperaturen von bis zu 40 Grad auch die über 2.000 Denkmäler, die prachtvollen Kirchen und die modernen Bauten Sewastopols zu schätzen wissen.

Sowohl Schiffe der russischen als auch der ukrainischen Schwarzmeerflotte liegen in Sewastopol vor Anker, Halbinsel Krim, Ukraine - © Stepanyuchenko CC BY2.0/W
© Stepanyuchenko CC BY2.0/W

Simferopol

Simferopol ist hinter Sewastopol die zweitgrößte Stadt der Halbinsel und Hauptstadt der autonomen Republik Krim. Das kulturelle und wissenschaftliche Zentrum im Herzen der Halbinsel zählt mit seinen Denkmälern und Parks zu den schönsten Städten Krims und erzählt in die zahlreichen Museen die turbulente Geschichte der Halbinsel Krim.

Kertsch

Kertsch, die nach Sewastopol und Simferopol drittgrößte Stadt der Halbinsel Krim. Sie liegt ganz im Osten der Halbinsel an der Straße von Kertsch, die das Schwarze Meer mit dem Asowschen Meer verbindet. Kertsch zählt zu den ältesten Städten der Welt und ist äußerst reich an kulturell-historischem Erbe. Als Station auf der Seidenstraße zählt Kertsch zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Kurorte auf Krim

Das mediterrane Klima und die herrliche Bergluft ließen an der Südküste von Krim eine Reihe von Kurorten mit zahlreichen Kuranstalten und Sanatorien entstehen, allen voran den äußerst beliebten Ferienort Jalta. Vor allem Patienten mit Atemwegs- oder Nervenerkrankungen finden in der herrlichen Landschaft und an den malerischen Stränden Linderung. Die gemütlich-verträumten Krim-Kurorte ziehen natürlich auch zahlreiche Gäste auf der Suche nach Erholung an die Küste des Schwarzen Meeres.

Zu den beliebtesten Kurorten zählen Jewpatorija, mit seiner prachtvollen Moschee eine der schönsten Städte der gesamten Ukraine, Foros, bekannt durch den markanten Roten Felsen und seiner Kirche der Himmelfahrt Christi, das kiefernbestandene Alupka am Fuß des zerklüfteten Ai-Petri mit dem prachtvollen Woronzow-Schloss, Hursuf, Krims älteste Siedlung, Aluschta, mit zahlreichen Parkanlagen die „grünste Stadt Krims”, Sudak, bekannt für seine exzellenten Weine und die gigantische Festung, und Feodossija mit seinen prächtigen Bauten aus dem Mittelalter.

Historisches Highlight des Krim-Kurortes Sudak ist die genuesische Festung aus dem 18. Jahrhundert, Ukraine - © Qypchak PD / Wiki
© Qypchak PD / Wiki

Festivals auf Krim

Auf Krim gibt es jedoch nicht nur Erholung, einige Male im Jahr ist auch pure Action angesagt. Das wohl größte Spektakel der Halbinsel Krim ist das Kazantip, ein Techno-Festival, das jedes Jahr tausende tanzwütige Fans anzieht. Auch bekannt unter der Bezeichnung „Orange Republik” ist es die ukrainische Antwort auf die deutsche Love-Parade. Kazantip findet im kleinen Küstenort Popowka, westlich von Jewpatorija statt, das zu diesem Zweck von Mitte Juli bis Ende August um eine eigene Festival-Stadt erweitert wird.

Der zweite bekannte Musik-Event auf Krim ist das„Jazz-Koktebel”, mittlerweile ein echtes Symbol der gleichnamigen Siedlung Koktebel. In dem relativen kleinen Ort lauschen jedes Jahr bis zu 20.000 Touristen moderner, ethnischer und Jazzmusik.

Weiterführende Links:

Offizielle Website des Techno-Festivals Kazantip