Valldemossa auf Mallorca, Spanien

Das charmante Bergdorf Valldemossa in der Serra de Tramuntana ist eines der beliebtesten Touristenziele auf Mallorca, Spanien - © Lila Pharao / franks-travelbox
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Das verträumte Örtchen Valldemossa auf Mallorca lockt, umringt von den mächtigen Gipfeln der Serra Tramuntana, mit traumhafter Landschaft und einer Reihe prominenter Besucher in seiner Vergangenheit.

Das charmante Bergdorf Valldemossa in der Serra de Tramuntana ist eines der beliebtesten Touristenziele auf Mallorca. Eingebettet in ein traumhaftes Tal in üppiger mediterraner Landschaft ist sie nicht nur für Naturliebhaber, sondern auch für Kulturinteressierte das Top-Ausflugsziel der Balearen-Insel.

BILDER: Valldemossa auf Mallorca

 

Bereits die Könige Mallorcas wussten die wunderschöne Lage und das angenehmen Klima in Valldemossa zu schätzen. König Jaume II. erbaute sich inmitten eindrucksvoller Gipfel seine Residenz, die auch von seinem Sohn Sancho I. noch genutzt wurde.

Tipp: Wer mit dem Auto nach Valldemossa fährt und keine Parkgebühren zahlen möchte, kann nach den großen Parkplätzen im Zentrum nach rechts in eine Seitenstraße abbiegen. Am Anfang sind die Parkplätze auch hier noch gebührenpflichtig (blau markiert), doch weiter weg kann man gratis parken. Man muss lediglich ein paar Minuten ins Zentrum spazieren.

Berühmtheiten in Valldemossa

Die enorme Anzahl an Besuchern beehrte Valldemossa jedoch nicht ausschließlich wegen der wunderbaren Umgebung, sondern hat auch einen geschichtlichen – im wahrsten Sinne des Wortes – Hintergrund. Im Jahr 1838 verbrachten der polnische Komponist Frédéric Chopin und die französische Schriftstellerin George Sand den Winter auf Mallorca.


Frédéric Chopin und George Sand: Ein Winter auf Mallorca

Im Jahr 1838 verbrachten der polnische Komponist Frédéric Chopin und die französische Schriftstellerin George Sand den Winter auf Mallorca. Ursprünglich war das Paar in der Nähe von Palma einquartiert, wo sich Chopin von der Tuberkulose kurieren sollte. Als seine Krankheit öffentlich wurde, verwies sie der Vermieter jedoch seines Hauses und so verlegten sie ihr Quartier von Palma in die Kartause von Valldemossa. Die Einwohner des bäuerlichen Valldemossa waren von den Fremden, die in wilder Ehe lebten, jedoch gar nicht angetan. Vor allem eine rauchende Frau in Hosen war ihnen sehr suspekt. Und wer weiß, ob Chopins Krankheit nicht vielleicht sogar ansteckend ist?

Die Mallorquiner machten es den beiden in jedem Fall nicht leicht. Dennoch entstanden inmitten der prachtvollen Bergwelt von Mallorca einige Präludien von Chopin und das Buch „Ein Winter auf Mallorca” von George Sand, welches die Balearen-Insel damals berühmt machte und in Valldemossa an jeder Ecke zu kaufen ist. Es beschreibt einerseits die atemberaubende Landschaft der Serra Tramuntana, andererseits das Leid, das ihnen widerfahren ist, denn Chopins Krankheit verschlechterte sich im feuchtkalten Wetter zunehmend, sodass sie bereits im Februar 1839 wieder nach Paris zurückkehrten. Dort kann auf dem Cimetière du Père Lachaise übrigens das Grab von Chopin besucht werden.


 

Obwohl der Aufenthalt des Paares nur kurz andauerte, rühmt sich Valldemossa heute mit der prominenten Anwesenheit. Jedes Jahr wollen hunderttausende Touristen die Zellen 2 und 4 im Kartäuserkloster besichtigen, in dem Frédéric und George möglicherweise gewohnt hatten. Bis vor kurzem waren sich die Experten nicht einig, welche Zelle tatsächlich die ihre war. Nach einem lange andauernden Prozess der beiden Eigentümer „gewann” die Zelle 4, die mittlerweile mit eigenem Eingang inklusive Ticketschalter ausgestattet ist.

Das ehemalige Kloster fungiert heute als Museum, in dem typisch mallorquinische Gegenstände und einige „Reliquien” ausgestellt werden, darunter eine Haarsträhne von Chopin, sein Pleyel-Klavier, das damals mühsam von Frankreich nach Mallorca geschafft wurde, einige Briefe und das Manuskript zu Sands literarischem Werk.

An vielen Hauswänden in Valldemossa erzählen farbenfrohe Kachelbilder vom Leben und Wirken der Heiligen Catalina Thomás, der einzigen Heiligen Mallorcas, Spanien - © James Camel / franks-travelbox
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Die zweite Berühmtheit aus Valldemossa ist die Heilige Catalina Thomás, die einzige Heilige Mallorcas. An vielen Hauswänden in Valldemossa erzählen farbenfrohe Kachelbilder von ihrem Leben und Wirken.

Auch eine Berühmtheit aus der jüngeren Vergangenheit hat seine Spuren in Valldemossa hinterlassen. Der weltbekannte Schauspieler Michael Douglas gründete hier das Kulturzentrum „Costa Nord”, welches Platz für kulturelle Veranstaltungen bietet und in amerikanisch-bombastischer Manier die Flora und Fauna der Serra de Tramuntana vorstellt.

Kartause von Valldemossa

Das ehemalige Kloster des Kartäuserordens ist das Besucherziel Nummer Eins in Valldemossa und nach der Kathedrale von Palma das meistbesuchte Bauwerk Mallorcas.

Das ehemalige Kloster des Kartäuserordens in Valldemossa ist nach der Kathedrale von Palma das meistbesuchte Bauwerk Mallorcas, Spanien - © Lila Pharao / franks-travelbox
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Gegründet im Jahr 1399 stammt das heutige Gebäude zum Großteil aus dem 18. Jahrhundert. Seit 1835 sind die einzelnen Zellen in Privatbesitz. In einigen von ihnen sind nicht nur Museen über Chopin und Sand, sondern auch eines über den österreichischen Erzherzog Ludwig Salvator, der auf seinem Schiff Nixe II den Mittelmeerraum erforschte. Sein Anwesen, das Monestir de Miramar, kann übrigens ganz in der Nähe besichtigt werden.

Neben den berühmten Zellen 2 und 4, in denen George Sand und Frédéric Chopin wohnten, sind die neoklassizistische Kirche, die Apotheke mit Gefäßen aus dem 17. und 18. Jahrhundert, der Audienzsaal und die Bibliothek sehenswert.

BILDER: Museum von Valldemossa, Mallorca

 

Im Museu Municipal von Valldemossa sind neben einer historischen Druckerpresse Werke von Pablo Picasso, Joan Miró, Max Ernst und Henry Moore zu bewundern.

Ebenfalls auf keinen Fall auslassen sollte man einen Spaziergang durch den kleinen, romantischen Klostergarten, der mit blühenden Büschen aller Art ausgestattet ist, zwischen denen sich immer wieder schöne Sichtfenster auf das Türmchen der Kartause ergeben.

Valldemossa abseits des Trubels

Rund um die Kartause, im Klostergarten und in den Cafés am Hauptplatz spielt sich das touristische Leben ab. Hier verkaufen kleine Läden Souvenirs und allerlei Krimskrams. Wer den Menschenmengen entfliehen möchte, braucht aber nur etwas weiter weg von der Kartause ins Gassengewirr von Valldemossa eintauchen.

In Valldemossa erstreckt sich ein dichtes Netz aus verwinkelten Gassen und romantischen Innenhöfen, in die der Lärm der Touristen nicht vordringt, Mallorca, Spanien - © James Camel / franks-travelbox
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In den verträumten Sträßchen, die von schmucken Häusern und einer Blütenpracht gesäumt werden, trifft man oft keine Menschenseele. Hier hat sich das Örtchen Valldemossa seine ursprüngliche Ausstrahlung bewahren können.

Tipp: Wer Valldemossa mehr oder weniger für sich haben möchte, sollte seinen Besuch auf einen Sonntag legen. Sowohl das Museum als auch die Kartause sind dann geschlossen und die Touristen kommen in geringer Zahl – und nur wegen der traumhaften Landschaft – in das Örtchen.

Wer auf dem Rückweg von Valldemossa der Sommerhitze entfliehen möchte, kann über eine kurvenreiche, enge Straße noch einen Abstecher in den kleinen Hafenort Port de Valldemossa unternehmen. Das winzige Örtchen bietet einen kleinen Kieselstrand, der so gut wie nie überfüllt ist und die steile Abfahrt mit einem Bad im glasklaren Wasser belohnt.

Weiterführende Links:

Offizielle Tourismus-Website von Valldemossa (englisch)