Sierra Nevada, Spanien

Die Sierra Nevada ist das zentrale Gebirgsmassiv der Betischen Kordillere, einem Gebirgszug im Süden Spaniens und bietet dem Besucher insgesamt 16 Gipfel mit über 3.000 Metern Höhe - © Katarish / Shutterstock
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Die imposante Bergkette Sierra Nevada im Süden Spaniens ist mit ihren Dreitausendern und ihrer beeindruckenden Umgebung für Wanderer und Wintersportler ein ideales Urlaubsziel.

Die Sierra Nevada ist das zentrale Gebirgsmassiv der Betischen Kordillere, einem Gebirgszug im Süden Spaniens. In der Nähe der Weltkulturerbe-Stadt Granada gelegen, bietet sie dem Besucher insgesamt 16 Gipfel mit über 3.000 Metern Höhe. Die beiden höchsten davon, die auch gleichzeitig die höchsten Gipfel der Iberischen Halbinsel darstellen, sind der Veleta und der Mulhacén.


Legende der Namensgebung der Mulhacén

Der Maurenkönig Muley Hassen soll sich in eine der Sklavinnen seiner Frau verliebt und sie zu seiner Auserwählten gemacht haben, was seiner Frau selbstverständlich überhaupt nicht gefiel. Sie brachte daraufhin den gesamten Hof gegen Hassen auf, sodass er sich gezwungen sah, die Stadt Granada zu verlassen. Kurze Zeit später verstarb er, und sein Leichnam wurde von seiner Geliebten und seinen Anhängern auf dem höchsten Gipfel der Sierra Nevada bestattet. Dieser trägt seither seinen Namen.


Die Dreitausender im Nordosten der Sierra Nevada sind schneeärmer, da sie vor den feuchten Atlantikwinden geschützt sind. Im Sommer trocknen sogar die Gebirgsbäche teilweise aus.

Nach Norden hin ist das Massiv felsig und steil, nach Süden fällt es in sanften Stufen ab. Da der Kern der Sierra Nevada aus kristallinem Glimmerschiefer besteht und somit relativ hart ist, können Flüsse keine Täler hinein graben. Durch die enormen Temperaturunterschiede bei Tag und bei Nacht werden immer wieder Gesteinsbrocken auseinandergesprengt, sodass das imposante Landschaftsbild von geröllbedeckten Hängen geprägt wird.

Wirft man von Granada aus einen Blick auf die Veleta, erscheint sie wie ein sanft ansteigender Hügel; in Wahrheit bietet sie aber eine der eindrucksvollsten Steilwände Spaniens.

Der östliche Teil der Sierra Nevada gehört zur Provinz Almería. Er ist flacher und trockener, der westliche Teil hält für Wanderer allerdings eine sehenswertere Umgebung bereit. Insgesamt gibt es in diesem Gebiet fünf Nationalparks: der Nationalpark Sierra Nevada, der Naturpark de la Sierra de Baza, der Naturpark Sierra de Huéton, der Naturpark Sierra de Castril und die Naturparks Sierras de Alhama und Tejeda.

Von Dezember bis April kann man in der Sierra Nevada Wintersport betreiben, und seit 1994 erfreuen sich auch einige Flutlichtpisten hoher Beliebtheit, Spanien - © Nick Stubbs / Shutterstock
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Wanderungen in der Sierra Nevada

Wer in einem dieser Naturparks auf Wanderschaft gehen möchte, besorgt sich am besten Literatur über das Gebiet. Spezielle Reiseführer bieten Informationen über die Sierra Nevada und ihre Wanderwege, anhand derer man sich seine eigene Tour zusammenstellen kann.

Gute Ausgangspunkte für eine Wanderung sind die Ortschaften Güéjar Sierra, Trévelez und Capileira. Unterwegs stößt man immer wieder auf Berghütten, in denen man eine Rast einlegen kann. Auf den verschiedenen Wanderrouten kommt man an mehreren kleinen Seen vorbei, die noch aus der Eiszeit stammen. Die Gipfel der Sierra Nevada können auf verschiedenen Pässen überquert werden; der kürzeste Weg vom Gipfel Veleta in die Stadt Granada führt dabei über den „Camino de los Neveros” („Weg der Schneemänner”), über den früher Eis aus den Bergen in die Stadt gebracht wurde.

Skifahren in der Sierra Nevada

Die Sierra Nevada ist nicht nur aufgrund ihrer zahlreichen Wanderrouten, sondern auch aufgrund des weitläufigen Skigebiets beliebt. Dieses untergliedert sich in die Teile Veleta, Laguna de las Yeguas, Borreguiles, Loma Dílar, Prador und Río. Von Dezember bis April kann man hier Wintersport betreiben, und seit 1994 erfreuen sich einige Pisten, auf denen die Fahrzeit durch Flutlicht verlängert wird, hoher Beliebtheit. Das Gebiet kann außerdem für Schnee garantieren, denn sein Kunstschnee-System ist eines der besten in Europa. So positiv es für die Wintersportler auch ist, hat es doch seine Schattenseiten, denn es beeinflusst das empfindliche Ökosystem teilweise stark. Der Umweltschutz ist in der Sierra Nevada somit ein ständiges Thema.

Sicherheit wird im Skigebiet der Sierra Nevada groß geschrieben. Die regelmäßige Überprüfung der Pisten durch Experten sowie die Erste-Hilfe-Ausbildung aller Mitarbeiter sind nur zwei der Maßnahmen, welche die Betreiber des Skigebiets zum Schutz ihrer Besucher treffen.

Die Sierra Nevada zieht Skifahrer und Snowboarder, Anfänger und Fortgeschrittene gleichermaßen an. Freestyler können sich in der Half-Pipe austoben, einkaufslustige Snowboarder besuchen die vielen Shops, in denen Boards und Zubehör erworben werden können und für Pisten-Neulinge besteht die Möglichkeit, sich in einer der Ski- und Snowboardschulen einzuschreiben, bevor man sich alleine auf die Piste wagt. Hierfür können auch Materialien ausgeborgt werden.

Nach einem Tag im Schnee ist ein Essen in einem der Restaurants in Pradollano, einem Dorf im Zentrum der Sierra Nevada, genau das Richtige. Wer danach noch Energien übrig hat, kann sich zum Aprés-Ski in die Pubs und Lokale des Dorfes begeben.

Weiterführende Links:

Offizielle Seite der Sierra Nevada (englisch)