Puig de Randa (Klosterberg) auf Mallorca, Spanien

Eingang zum Santuari de Nostra Senyora de Cura, dem höchstgelegenen und größten Kloster am Klosterberg Randa, Mallorca, Spanien - © Lila Pharao / franks-travelbox
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Der Puig de Randa auf Mallorca wird nicht nur wegen der drei Klöster besucht, die sich entlang der Bergstraße angesiedelt haben. Von seinem Gipfel hat man einen einzigartigen Panoramablick über die gesamte Insel.

Der Puig de Randa liegt in der südlichen Mitte von Mallorca und ist auch unter der Bezeichnung „Klosterberg” bekannt. Er erhebt sich markant wie ein Tafelberg fast 550m aus der flachen Umgebung und ist schon von weitem sichtbar. Wohl gerade deshalb haben sich gleich drei Klöster am Puig de Randa angesiedelt. Der „heilige Berg Mallorcas” ist nach dem Santuari de Lluc die zweitwichtigste Pilgerstätte auf Mallorca.

BILDER: Mallorca – Puig de Randa (Klosterberg)

 

Der gleichnamige Ort Randa liegt am Fuß des Berges ziemlich genau zwischen den Ortschaften Algaida und Llucmayor. Die Straße auf den Puig de Randa führt zuerst durch den Ort und passiert anschließend die drei Klöster des Puig de Randa.

Santuari de Nostra Senyora de Gràcia

Das erste Kloster, an dem man auf dem Weg zum Gipfel des Puig de Randa vorbei kommt, ist das Santuari de Nostra Senyora de Gràcia. Die Einfahrt ist mit zwei Steinpfeilern markiert, hinter denen bereits der erste Vorgeschmack auf die spektakuläre Aussicht des Puig de Randa sichtbar wird. Dennoch ist hier noch das Kloster selbst die Hauptattraktion. Zwar das kleinste Kloster am Klosterberg von Randa, ist es trotzdem beinahe das beeindruckendste. Dies liegt vor allem an dem spektakulären Steilhang, an dem es wie ein Schwalbennest regelrecht klebt.

Erst wenn man davor steht, wird das Santuari de Nostra Senyora de Gràcia am Klosterberg Randa unter dem Steilhang sichtbar, Mallorca, Spanien - © James Camel / franks-travelbox
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Ursprünglich im 15. Jahrhundert als Wallfahrtskapelle in einer Höhle erbaut ragen über dem Kloster heute noch imposante Felsüberhänge in den mallorquinischen Himmel. Die heutige Kirche des Santuari de Gràcia stammt aus dem mittleren 17. Jahrhundert. Bei einer großen Renovierung Anfang des 20. Jahrhunderts wirkte sogar der berühmte katalanische Baumeister Antoni Gaudi mit.

Ermita de Sant Honorat

Das nächste Kloster am Puig de Randa ist die Ermita de Sant Honorat. Die Stamm-Kapelle dieser Einsiedelei wurde im Jahr 1394 von einem Ritter erbaut, nachdem er 30 Jahr als Einsiedler am Puig de Randa gelebt hat. Die heutige Kirche stammt aus dem Jahr 1670 und kann auch von nicht angemeldeten Besuchern besichtigt werden. Das übrige Gelände ist nicht zugänglich und beherbergt Unterkünfte und Seminarräume für gut 20 Teilnehmer. Bewohnt und betrieben wird die Ermita de Sant Honorat von einigen pensionierten Ordensbrüdern.

Die heutige Kirche der Ermita de Sant Honorat am Klosterberg Randa stammt aus dem Jahr 1670, Mallorca, Spanien - © James Camel / franks-travelbox
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Santuari de Nostra Senyora de Cura

Am Gipfel des Puig de Randa angekommen, wird man zuerst von einer riesigen, schneeweißen Radarkuppel begrüßt. Das größte Kloster am Puig de Randa liegt auf einer Höhe von knapp 550 Metern und bietet somit auch Mallorcas spektakulärste Aussicht über die gesamte Insel.

Das Heiligtum, kurz auch einfach nur „Cura” genannt, wurde bereits im Jahr 1220 von König Jaime I. von Aragón errichtet. Von damals stammt auch noch die schmale, in den Fels gehauene Schlafstelle des berühmten mallorquinischen Philosophen und Theologen Ramon Llull unterhalb des Klosters, die mit Blumen und Gaben geschmückt ist. Ramon Llull verfasste hier einige seiner berühmtesten Schriften, unter anderem in Latein, Arabisch und Katalanisch und erhob somit das Katalanische von Dialekt zu einer anerkannten Sprache. Ein kleines Museum im ehemaligen Grammatik-Saal des Santuari stellt das Leben des Eremiten und Missionars vor und auch im Klostergarten wurde er neben dem Heiligen Franziskus als Statue verewigt.

Der Innenhof des Santuari de Nostra Senyora de Cura am Klosterberg Randa ist mit Palmen und Figuren idyllisch gestaltet, Mallorca, Spanien - © James Camel / franks-travelbox
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Das kleine Gotteshaus geht auf das 17. Jahrhundert zurück und beherbergt eine 42cm große Statue der Jungfrau von Cura aus dem frühen 16. Jahrhundert. Hinter der Kirche gelangt man zu einem kleinen Souvenir-Shop mit allerlei farbenprächtiger Kunst und dem berühmten, süß-milden Randa-Kräuterschnaps, dessen uraltem Rezept heilende Wirkung zugesprochen wird. Das perfekte Mitbringsel vom Klosterberg!

Über den großzügigen Vorplatz innerhalb der Klostermauern gelangt man auf eine ebenso großzügige Terrasse mit einem kleinen Restaurant. Hier verweilt man gerne länger, denn von den schattigen Picknickplätzen innerhalb des Santuari de Cura hat man einen absolut atemberaubenden Blick über Mallorca.

Vom Gipfel des Klosterberges Randa kann man in allen Himmelsrichtungen die Küste Mallorcas erblicken, Spanien - © James Camel / franks-travelbox
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Die gesamte Insel ist zu sehen, im Norden glitzert die malerische Bucht von Alcúdia in der Sonne, im Nordwesten erhebt sich die dunkle Silhouette der Serra de Tramuntana, im Süden sieht man von der Bucht von Palma de Mallorca bis zur vorgelagerten Isla Cabrera und an der Ostküste erstrecken sich die wunderbaren Calas ins Mittelmeer. Von hier aus kann man sogar Flugzeuge bei der Landung nahe Palma beobachten.

Die alten Mönchszellen des Santuari de Nostra Senyora de Cura wurden renoviert und werden als günstige Hotelzimmer nicht nur an Pilger vermietet, wobei die luxuriöse Ausstattung mit eigenem Bad und Fernseher keineswegs mehr an das einfache Leben der Mönche erinnert.

Weiterführende Links:

Offizielle Website des Santuari de Cura

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