Petra auf Mallorca, Spanien

Aus dem hübschen Städtchen Petra auf Mallorca, Spanien, stammt jener Mönch, der später San Francisco gründete - © James Camel / franks-travelbox
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Auf das kleine, verschlafene Örtchen Petra mitten auf Mallorca würde normalerweise kein Tourist aufmerksam werden, höchstens vielleicht wegen der Weinkeller. Doch Petra schrieb einst große Geschichte…

Das kleine Städtchen Petra im Inselinneren von Mallorca erscheint auf den ersten Blick völlig verschlafen und fern jeder Hektik. Die strukturiert angeordneten, schmalen Gassen werden von Häusern aus sandfarbenem Naturstein gesäumt, nach denen der Ort von den Römern auch benannt wurde. Petra heißt schlicht und einfach „Stein”. Zwischen den goldbraunen Fassaden sorgt das satte Grün mehrerer Bäume für willkommene Farbtupfer. Normalerweise gibt es für Touristen hier nicht viel zu sehen. Und doch hält Petra eine Überraschung bereit.

Die Region um Petra wurde bereits vor Jahrtausenden besiedelt. In rund 40 archäologischen Stätten im Gemeindegebiet von Petra wurden Überreste der Talayot-Kultur und Amphoren, Keramiken und Graburnen aus der Römerzeit gefunden.

Geburtsort von Junípero Serra

Petra hat für Touristen eigentlich nicht viel zu bieten und erlangte doch internationale Berühmtheit – aufgrund eines Sohnes der Stadt. Der Franziskaner-Mönch Junípero Serra stammt nämlich aus Petra. Für all jene, die sich fragen, warum man diesen kennen sollte: Der 1713 geborene Junípero Serra reiste 1749 als Missionar über den Atlantik und gründete mehr als 20 Missionarsstationen. Aus diesen entstanden US-amerikanische Metropolen wie San Francisco, Los Angeles, San Diego und Monterey. Als Gründer dieser Millionenstädte ist die Büste von Fra Junípero Serra zusammen mit anderen berühmten Persönlichkeiten sogar im Kapitol in Washington D.C. zu finden.

Im Museu Juniper Serra in Petra auf Mallorca, Spanien, kann die Geschichte des Gründers von San Francisco nachvollzogen werden - © James Camel / franks-travelbox
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Auch in der Hauptstadt Mallorcas trifft man auf sein Abbild. Seine Statue steht – modelliert mit einem Indianerjungen – vor der prominenten Kirche Sant Francesc in der Altstadt von Palma. Eine ganz besondere Ehre wurde dem Mallorquiner zuteil, als er im Jahr 1988 durch Papst Johannes Paul II. seliggesprochen wurde.

Die Geschichte des weitgereisten Mallorquiners kann im Museu Juniper Serra in Petra anhand von Landkarten, Gemälden und Dokumenten nachvollzogen werden. In der Straße neben dem Museum, der Carrer Frey Junipero, stellen bunte Kachelbilder seine zahlreichen Missionsstationen dar. Zu seinen Ehren findet darüber hinaus jeden dritten Sonntag im September das Festa de Beat Juniper Serra („Fest des seligen Junípero Serra”) statt. Im Zuge dessen wird das gesamte Dorf geschmückt und Umzüge mit verzierten Wagen veranstaltet.

In der Carrer Frey Junipero in Petra stellen bunte Kachelbilder die zahlreichen Missionsstationen des San Francisco-Gründers dar, Mallorca, Spanien - © James Camel / franks-travelbox
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Sehenswürdigkeiten von Petra

Neben dem Geburtshaus von Junípero Serra und dem zugehörigen Museum ist auch die Pfarrkirche San Pere sehenswert. Eine derart eindrucksvolle Kirche würde man in einem Dorf wie Petra kaum erwarten. Der wuchtige Bau wird von einem schön gestalteten Portal und einer monumentalen Fensterrose geschmückt, in den offenen Arkaden rund um die Kirche wiegen sich Palmen im Wind. Für Historiker: Über ihr Taufbecken wurde Junípero Serra als Neugeborener gehalten.

Neben dem Geburtshaus von Junípero Serra und dem zugehörigen Museum ist in Petra auch die Pfarrkirche San Pere sehenswert, Mallorca, Spanien - © Lila Pharao / franks-travelbox
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Neben der Kirche gibt es noch das Convent de Sant Bernardi aus dem Jahr 1677 zu besichtigen, in dem Junípero Serra seine Schulausbildung absolvierte. In Petra ist außerdem die Molins de vent, einer der 19 Mehl-Windmühlen Mallorcas zu sehen.

Einige Kilometer außerhalb von Petra liegt das Santuari de la Mare de Déu de Bonany („Heiligtum der Gottesmutter des Guten Jahres”). Sein Name stammt von einer Geschichte, nach der über die jahrhundertelange Herrschaft der Mauren ein Marienbild versteckt gehalten wurde. Bei einer jahrelangen Dürre bat man die geheime Madonna um Hilfe – und es regnete alsbald in Strömen, wodurch 1600 doch noch zu einem „guten Jahr” wurde. Als Dank dafür wurde im Jahr 1604 eine Kapelle errichtet, aus der das heutige Santuari wurde. Vom Hügel aus bietet sich inmitten der Steineichen und Kiefern eine wunderbare Aussicht auf das Umland.

Petra und der Wein

In der Umgebung von Petra wurde seit Anfang des 20. Jahrhunderts erfolgreich Wein angebaut, in den 1920er-Jahren verhinderten jedoch die spanischen Weine vom Festland den wirtschaftlichen Durchbruch. 1993 wurde Petra und Umgebung jedoch offiziell als Weinanbaugebiet anerkannt, wodurch neue Rebstöcke und neue Sorten gepflanzt wurden, sowohl rot, als auch weiß. Die Technologie von Anbau und Verarbeitung wurde verbessert, was sich äußerst positiv auf die Qualität der Weine auswirkte. Die Lese von mehr Wein führte zur Eröffnung von mehr Weinkellern, den so genannten Cellern.

In Petra vor allem bekannt ist der „Es Celler“, zu dem in den engen Gassen nahezu an jeder Ecke ein Schild weist. Hier gibt es kräftige Portionen exzellenter mallorquinischer Küche zu guten Preisen. Cabernet Sauvignon, Merlot und Chardonnay sind die bekanntesten Weine der Region. Die edlen Tropfen lassen sich in der traumhaften Ruhe Petras optimal genießen.