Parc Nacional Isla Cabrera auf Mallorca, Spanien

Der Parc Nacional Isla Cabrera ist der einzige Nationalpark Mallorcas und begeistert Ausflügler vor allem mit seiner fantastischen Unterwasserwelt, Spanien - © Lila Pharao / franks-travelbox
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Der Parc Nacional Isla Cabrera ist der einzige Nationalpark Mallorcas. Er befindet sich auf der Insel Cabrera und begeistert Ausflügler vor allem mit seiner fantastischen Unterwasserwelt.

Die Isla Cabrera ist die kleinste bebaute Insel der spanischen Balearen. Sie liegt im Mittelmeer gut 13km südlich von Mallorca und gehört verwaltungstechnisch zu Palma. Die größte Insel hat eine Fläche von etwa 15km², zum gesamten Archipel von Cabrera gehören noch 18 weitere kleine und kleinste Inseln.

BILDER: Mallorca – Nationalpark Isla Cabrera

 

Auf Cabrera gibt es so gut wie keine Bäume. Die wilden Ziegen, die einst auf Cabrera hausten (daher der Name „Ziegeninsel”) vernichteten mit ihrem Appetit auf junges Grün jeden Sprössling, was der Inselgruppe ein felsiges, verkarstetes Erscheinungsbild verlieh. Mittlerweile wurden die Ziegen von Cabrera entfernt, um der Vegetation einen Chance zu geben, und nun wachsen zumindest schon einige mediterrane Büsche, Steineichen und Pinien auf den felsigen Hügeln.

Das gesamte Archipel von Cabrera steht unter Naturschutz und bildet seit 1991 Mallorcas einzigen Nationalpark. Durch die spärliche Besiedlung auf Cabrera ist das Meer rund um das Archipel wunderbar sauber und der maritime Lebensraum völlig intakt. Neben einem unglaublichen Artenreichtum unter Wasser ist Cabrera auch ein wichtiges Vogelschutzgebiet, in dem sich unter anderem Kormoran, Sturmtaucher, Korallenmöwe und Fischadler wohl fühlen.

Nähere Informationen zur Flora und Fauna von Cabrera gibt es auf Mallorca im Besucherzentrum von Cabrera in Colònia de Sant Jordi.

Besuch des Nationalparks Cabrera

Von Colónia de Sant Jordi auf Mallorca werden Schiffsausflüge in das Naturparadies angeboten, die von wenigen Stunden bis zu mehreren Tagen dauern. Mit etwas Glück sieht man bei der Überfahrt Delfine oder Meeresschildkröten. Nach der etwa 45minütigen Überfahrt legen die Ausflugsboote in der wunderschönen Bucht Cala Donzell an einem großen natürlichen Hafen an.

Am natürlichen Hafen in der Cala Donzell auf der Isla Cabrera legen die Ausflugsboote von Mallorca an, Spanien - © James Camel / franks-travelbox
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Im nahe gelegenen Touristenzentrum gibt es erste Informationen über die möglichen Aktivitäten auf der Insel. Gleich daneben ist ein kleines Café, das Snacks und Erfrischungen anbietet.

Tipp: Unbedingt ausreichend Sonnenschutz auf die Insel mitnehmen. Durch die fehlenden Bäume gibt es so gut wie keinen Schatten und alle Wanderwege liegen in der prallen Sonne!

Kastell von Cabrera

Unübersehbar über der Cala Donzell thront die mittelalterliche Burg von Cabrera. Zum Schutz vor Piratenüberfällen wurde sie im 14. Jahrhundert unter der Krone Aragons errichtet. Die Wanderung zum Kastell dauert eine knappe halbe Stunde und wird mit einem fantastischen Rundblick über die Insel belohnt. Auf dem geschotterten Weg nach oben wird man von zahlreichen unerschrockenen Eidechsen begleitet, deren Art auf Mallorca bereits ausgestorben ist.

Die mittelalterliche Burg von Cabrera stammt aus dem 14. Jahrhundert und thront unübersehbar über der Cala Donzell, Mallorca, Spanien - © James Camel / franks-travelbox
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Punta de Anciola

Am höchsten Punkt der Insel auf 172 Metern Seehöhe steht ein rotweißer Leuchtturm, zu dem ein weiterer Wanderweg führt. Von oben kann man das gesamte Archipel überblicken.

Denkmal an die französischen Kriegsgefangenen

In der Mitte von Cabrera erinnert an eine tragische und fast vergessene Episode der Inselgeschichte. Anfang des 19. Jahrhunderts, im Spanischen Unabhängigkeitskrieg, wurden nach der Schlacht von Bailén rund 10.000 französische Kriegsgefangene von den Spaniern auf die Insel verfrachtet und praktisch sich selbst überlassen. Als man sie sechs Jahr später wieder frei ließ, hatten Hunger und Krankheiten fast zwei Drittel von ihnen das Leben gekostet.

Ethnografisches Museum

Das Museum zur Geschichte der Isla Cabrera ist in einem alten Weinkeller der Familie Feliu untergebracht. Dieser stammt aus dem 19. Jahrhundert, als ein neuer (vergeblicher) Besiedlungsversuch des Archipels gestartet wurde.

Tipp: Unbedingt Schnorchelausrüstung mitnehmen! Erst wer die maritime Vielfalt von Cabrera kennen gelernt hat, weiß, warum 90% der Fläche des Nationalparks unter Wasser liegen. Die zahlreichen Fische sind an die menschlichen Besucher gewohnt und lassen sich bereitwillig begutachten. Der beste Schnorchelspot ist übrigens an der felsigen Küste auf der anderen Seite der Bucht gegenüber der Anlegestelle.

Cova Blava (Blaue Grotte)

Bevor es wieder zurück nach Mallorca geht, legen die meisten Ausflugsboote einen Zwischenstopp in der malerischen „Cova Blava” ein, die nur mit dem Schiff zu erreichen ist.

Auf der Rückfahrt von der Isla Cabrera nach Mallorca wird meist ein Zwischenstopp bei der Cova Blava eingelegt, Spanien - © James Camel / franks-travelbox
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In der 160m langen und 50m breiten Höhle kann man noch einmal von Bord ins tiefblaue Meer hüpfen und im kristallklaren Wasser an die 15m bis zum Meeresgrund hinunterspähen. Wer seine Schnorchelausrüstung dabei hat, sollte hier auch unbedingt noch einmal einen Blick unter Wasser werfen!

Tipp: Die Isla Cabrera darf auch mit dem eigenen Boot angefahren werden, allerdings sind die (kostenlosen) Erlaubnisscheine auf 50 pro Tag beschränkt. Auch die Anzahl der Nächte, die man in der Cala Donzell verweilen darf, ist je nach Saison begrenzt.