Monestir de Miramar auf Mallorca, Spanien

Im idyllischen Garten des Monestir de Miramar hat Ramón Llull zwischen hohen Zypressen T-Figuren aus Stein angelegt - © Lila Pharao / franks-travelbox
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Das Monestir de Miramar im Tramuntana-Gebirge im Nordwesten Mallorcas erzählt nicht nur die Geschichte des österreichischen Erzherzogs Ludwig Salvator, sondern besticht auch durch eine prachtvolle Aussicht über Mallorcas Nordwestküste.

Das ehemalige Kloster und Herrenhaus „Monestir de Miramar” liegt auf der spanischen Balearen-Insel Mallorca im Tramuntana-Gebirge an der Strecke zwischen Valldemossa und Deia.

BILDER: Monestir de Miramar auf Mallorca

 

Geschichte des Monestir de Miramar

Das Kloster wurde bereits im Jahr 1276 vom Theologen und Philosophen Ramón Llull gegründet. Dem Kloster angeschlossen war eine Sprachschule, in der er Franziskaner-Mönchen Arabisch und andere orientalische Sprachen lehrte, damit sie als Missionare nach Nordafrika gehen konnten. 1487 konnte sich das Monestir de Miramar mit der ersten Druckerpresse Mallorcas einen Namen machen, die nur 25 Jahre nach Gutenberges bahnbrechender Erfindung installiert wurde.

In den darauffolgenden Jahrhunderten begann das Monestir de Miramar allerdings zu verfallen, bis es im Jahr 1872 vom österreichischen Erzherzog Ludwig Salvator gekauft wurde. Er errichtet auf den Grundmauern des Klosters ein Herrenhaus und machte das Monestir de Miramar zum regelmäßigen Veranstaltungsort von Festivitäten, zu denen er prominente Gäste einlud. Künstler, Geschichtsforscher, Schriftsteller und Poeten gingen im Monestir de Miramar aus und ein. Der berühmteste Gast war wohl die Cousine des Erzherzogs, Elisabeth, besser bekannt unter dem Namen Sissi, Kaiserin von Österreich, die den von ihr als gebildet und skurril hoch geschätzten Salvator zweimal besuchte.

Besuch des Monestir de Miramar

Für einen geringen Eintrittspreis können Besucher das ehemalige Anwesen des Erzherzogs besichtigen. Gleich im ersten Raum sind die Landkarten von Ludwig Salvator ausgestellte, auf dem seine zahlreichen Expeditionsreisen im Mittelmeerraum verzeichnet sind. In den folgenden Räumen findet man Original-Teile, die noch aus der Zeit Ramón Llulls stammen, ein Modell und Exponate der Nixe II., jenem Schiff, mit dem der Erzherzog den Großteil seiner Reisen unternahm und eine winzige Bibliothek. Im Garten davor sind die Überreste eines Kreuzgangs zu sehen, neben dem ein noch von Salvator gepflanzter Teix-Baum, der höchste der Insel, zu finden ist.

Ein Modell der Nixe II, mit der der Erzherzog Salvator eine Vielzahl seiner Reisen unternahm, ist im Monestir de Miramar auf Mallorca ausgestellt, Spanien - © James Camel / franks-travelbox
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So mancher fragt sich, nachdem er das Haus rückseitig wieder verlassen hat, wofür er Eintritt bezahlt hat. Doch dann fällt der Blick auf das atemberaubende Meerespanorama, dass sich hinter Olivenhainen ausbreitet. In der Bucht der Halbinsel Sa Foradada mit dem Lochfelsen sieht man kleine Schiffe als schneeweiße Punkte auf dem tiefblauen Meer. Richtung Nordosten kann man im dichten Wald bereits die Dächer des nächsten Herzogs-Anwesens Son Marroig ausmachen.

In der Bucht der Halbinsel Sa Foradada mit dem Lochfelsen sieht man vom Monastir de Miramar kleine Schiffe, Mallorca, Spanien - © James Camel / franks-travelbox
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Der Spazierweg den Hügel hinab zum Aussichtspunkt zahlt sich auf jeden Fall aus. Zurück geht es durch einen idyllischen Garten, in dem zwischen hohen Zypressen von Ramón Llull angelegte T-Figuren aus Stein und ein Teich des Erzherzogs zu sehen sind. Auf Bänken kann man eine kurze Rast einlegen und zwischen den Zypressen das Meer schimmern sehen.

Traumhafter Ausblick vom Monestir de Miramar auf Mallorca über das Meer, Spanien - © James Camel / franks-travelbox
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Die letzte Station des Rundgangs ist die Kapelle mit einem schönen goldenen Altar und Gemälden der Heiligen Dreifaltigkeit im Zentrum, der Heiligen Catalina Thomás zur Rechten und Ramón Llull zur Linken. Die beiden Marienfiguren waren Geschenke des Papstes Pius IX und der Kaiserin Sissi von Österreich.