Kathedrale von León, Spanien

Die christliche Geschichte der Kathedrale von León in Spanien kann fast 2.000 Jahre zurück verfolgt werden - © DavidAcostaAllely/Shutterstock
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Der Bau der Kathedrale von León begann im Jahr 1205 und wurde im Lauf der Zeit unter verschiedenen Architekten immer wieder verändert und ausgebaut, sodass die Kathedrale ihre endgültige Form erst im 19. Jahrhundert erhielt.

Die Kathedrale von León in der spanischen Stadt León befindet sich im Nordwesten Spaniens am Jakobsweg und blickt auf eine lange christliche Geschichte zurück. Die erste christliche Gemeinschaft in León ist aus dem Jahr 254 bekannt, der erste Bischof wurde allerdings erst 860 eingesetzt. Bis dahin gehörte León zur Diözese von Toledo.

In Auftrag gegeben wurde der Bau von König Ordoño II, der die Kathedrale als Dank für seinen Sieg über die Mauren in der Schlacht von San Esteban de Gormaz errichten ließ. Nach seinem Tod wurde Ordoño in der Kathedrale von León bestattet. Neben ihm haben auch noch einige andere spanische Könige hier ihre letzte Ruhe gefunden; ihre prächtigen Grabmäler liegen nahe des Altares im Südflügel. Neben den Königen wurde auch der Heilige San Froilán, ein Schutzpatron von León, in der Kathedrale von León zur Ruhe gebettet.

Errichtung der Kathedrale von León

Der Bau der prachtvollen Kathedrale Santa Maria de Regla de León begann im Jahr 1205 unter Bischof Martin Fernandez und wurde im Laufe der Zeit unter verschiedenen Architekten immer wieder verändert und ausgebaut, sodass die Kathedrale ihre endgültige Form erst im 19. Jahrhundert erhielt.

Zwischenzeitlich standen die Arbeiten an dem gigantischen gotischen Gotteshaus auch vollkommen still, da es immer wieder Probleme mit der Finanzierung gab. Ein weiteres Problem war der Ort, an dem die Kathedrale errichtet wurde. Unter ihr befinden sich die Grundfesten einer älteren romanischen Kirche, die ihrerseits auf den Überresten eines römischen Badehauses stand. So sind unter der gotischen Kathedrale von León noch immer die Reste der römischen Warmluftheizungen, sogenannter Hypokausten, zu finden. Dieses Heizungssystem erschwerte den Aufbau der großen Pfeiler in der Kathedrale und führte außerdem dazu, dass Wasser durch die Steine sickerte.

Besichtigung der Kathedrale von León

Die Kathedrale beeindruckt heute mit ihren enormen Ausmaßen und der architektonisch ausgezeichneten Ausführung. Die Westfassade aus gelbem Stein, die von zwei hohen Türmen flankiert ist, wird von drei gotischen Portalen und einem monumentalen Rosettenfenster flankiert, ebenso wie das südliche Querschiff. Im nördlichen Querschiff ist der Kreuzgang untergebracht, außerdem finden sich hier romanische und gotische Grabmäler und einige kunstvolle, jedoch bereits verblassende Fresken.

Die riesigen Glasfenster der Kathedrale von León in Spanien brachten dem Gotteshaus den Spitznamen "Haus des Lichts" ein - © Marques / Shutterstock
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Eines der Highlights der Kathedrale sind sicherlich die 125 fantastischen mittelalterlichen Glasfenster, die prachtvolle Darstellungen wie einfache Ornamente, biblische Szenen oder Wappensymbole verschiedener Könige zeigen. Scheint die Sonne durch die riesigen Glasfenster, entsteht gerade durch die pastellgelben Steine der Mauern ein wunderbar warmes und sanftes Licht, das die gesamte Kathedrale durchflutet und dem Bauwerk daher den Spitznamen „Haus des Lichts” einbrachte.

Das aus Walnussholz geschnitzte Chorgestühl aus dem 15. Jahrhundert ist eines der ältesten von ganz Spanien. In einer Seitenkapelle nahe des Chors steht die Statue der Virgen de la Esperanza, welche die Jungfrau Maria darstellt, die das Jesuskind gerade in ihrem Bauch trägt. Die Statue stammt aus dem 13. oder 14. Jahrhundert.

Zur Kathedrale gehört auch ein Museum, das Museo Catedralicio de León, in dem an die 1500 Kunstwerke von prähistorischen Zeiten bis zum 18. Jahrhundert ausgestellt sind. Die Sammlung beinhaltet unter anderem Gemälde und Skulpturen der Jungfrau Maria sowie einige historisch wertvolle Manuskripte.

Weiterführende Links:

Offizielle Website der Kathedrale von Léon (spanisch)