Alcúdia auf Mallorca, Spanien

Die charmante Stadt Alcúdia befindet sich im Nordosten der spanischen Balearen-Insel Mallorca an der gleichnamigen Bucht, Spanien - © James Camel / franks-travelbox
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Alcúdia, die wohl älteste Siedlung Mallorcas, erinnert heute noch an die Zeit der Römer. Das malerische Städtchen lockt Besucher mit verwinkelten Gassen, idyllischen Buchten und einer traumhaften landschaftlichen Umgebung in den Nordosten Mallorcas.

Die charmante Stadt Alcúdia befindet sich im Nordosten der spanischen Balearen-Insel Mallorca auf einem Hügel zwischen der gleichnamigen Bucht und der Bucht von Pollença. Im Vergleich zum nahegelegenen Hafenort Port d’Alcúdia ist Alcúdia wenig touristisch und verzaubert seine Besucher durch das nette Flair verwinkelter Gassen und kleiner Läden.

BILDER: Alcúdia auf Mallorca

 

Sehenswertes in Alcúdia

Die sehenswerte Altstadt von Alcúdia mit ihren malerischen Häusern aus Naturstein, die sich an enge Gässchen schmiegen, kann am besten zu Fuß erkundet werden. Die bildhübsche Stadt hinter den dicken Mauern ist komplett denkmalgeschützt und lädt mit gepflasterten Gassen und gemütlichen Plätzen zum Flanieren und Entdecken ein. Wer es etwas ruhiger will, sollte Alcúdia am Abend besuchen, dann sind die meisten Besucher bereits wieder abgezogen.

Tipp: Wer mit dem Auto kommt, parkt am besten außerhalb der Stadtmauern. Gelb gekennzeichnete Parklücken an den Straßenrändern dürfen nicht benutzt werden, blau gekennzeichnete sind gebührenpflichtig.

Alcúdias Stadtmauern

Die trutzige Stadtmauer von Alcúdia stammt aus dem 13. Jahrhundert und wurde unter König Jaume II. errichtet. Noch heute kann man Reste von ihr bewundern und sogar begehen. Die imposantesten Überbleibsel der Mauer sind die beiden monumentalen Stadttore Porta de Sant Sebastià (Porta de Mallorca) in Richtung Palma und das Porta del Moll (Porta de Xara) im Osten, das zu den ältesten Abschnitten der Stadtmauer gehört.

Das Porta de Sant Sebastià ist ein imposantes Überbleibsel der historischen Stadtmauer von Alcúdia im Nordosten Mallorcas, Spanien - © Lila Pharao / franks-travelbox
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Esglèsia de Sant Jaume

Das imposante Gotteshaus in Alcúdia ist schon von weitem sichtbar und begrüßt als wuchtiger Teil der südwestlichen Stadtmauer jeden ankommenden Besucher. Die ursprüngliche Pfarrkirche von Alcúdia aus dem 14. Jahrhundert stürzte im Jahr 1870 in sich zusammen. Ihr heutiges neugotisches Erscheinungsbild stammt von 1893. Von der ursprünglichen Kirche ist heute noch die Kapelle des wundertägigen Christus aus dem späten 17. Jahrhundert erhalten.

Die imposante Esglèsia de Sant Jaume in Alcúdia begrüßt als wuchtiger Teil der südwestlichen Stadtmauer jeden ankommenden Besucher, Mallorca, Spanien - © James Camel / franks-travelbox
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Gleich neben der Esglèsia de Sant Jaume befindet sich das Museu parrroquial de Sant Jaume. Das kleine Museum der Pfarrkirche zeigt kirchliche Kunst, sakrale Gegenstände und heilige Roben aus der Kirchengeschichte.

Ruinas de Pollentia

Die eher unscheinbare Ausgrabungsstätte der altrömischen Stadt Pollentia in Alcúdia liegt im Süden außerhalb der Stadtmauern gegenüber der Esglèsia de Sant Jaume. Zu sehen gibt es die überwiegend hüfthohen Grundmauern und zum Teil wieder aufgestellte Säulen einiger Bauwerke der ersten römischen Siedlung auf Mallorca. Das Monografische Museum von Pollentia im ehemaligen Krankenhaus von Alcúdia an der Straße Carrer Sant Jaume zeigt Fundstücke aus diesen Ausgrabungen, darunter Marmor-, Keramik- und Glasarbeiten, Bronzegefäße, Münzen, Steintafeln, Mosaiken und Grabbeigaben.

Hinter dem Ausgrabungsgelände befinden sich die direkt aus dem Fels gehauenen Steinstufen des Teatre Romà, eines römischen Amphitheaters, welches im Sommer noch für Aufführungen genutzt wird.

Cova de Sant Martí

Die „Höhle des Heiligen Martin” liegt am südlichen Fuß des Puig de Sant Marti. Schon in vorchristlicher Zeit als Kultstätte benutzt, beinhaltet sie heute die beiden gotischen Kapellen Sant Martí und Sant Jordi aus dem 13. und 14. Jahrhundert, die über eine Treppe im Fels zu erreichen sind.

S’Albuferata de Pollença

Der kleine Naturpark zwischen Alcúdia und Pollença ist seit 2002 geschützt und umfasst eine Fläche von etwa 500 Hektar. Die vielen kleinen Kanäle, in denen sich Salz- und Süßwasser mischen, bieten vor allem Vögeln einen wichtigen Lebensraum auf Mallorca.

Tipp: Wer Vögel beobachten möchte, sollte sich für den größeren Naturpark S’Albufera de Pollença entscheiden. Im Gegensatz zur S’Albuferata, der „kleinen S’Albufera” ist dieser vollständig öffentlich und mit der perfekten Infrastruktur für Hobby-Ornithologen ausgerüstet.

Strände von Alcúdia

Strandliebhaber werden in den fantastischen Buchten um Alcúdia fündig. 25km erstreckt sich der Sandstrand in der Badia d’Alcùdia, die auch ein beliebtes Segelrevier darstellt. Allerdings muss man – vor allem in Port d’Alcúida und Ca’n Picafort – auf Hotelanlagen und Touristenmassen gefasst sein.

Die kleine Badebucht S’Illot am Cap des Pinars bei Alcúdia auf Mallorca, Spanien, ist besonders einladend - © James Camel / franks-travelbox
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Besonders malerisch ist die kleine Badebucht S’Illot in der Badia de Pollença am Cap des Pinars. Der kleine Strand mit dem vorgelagerten Inselchen ist auf dem Weg zur Ermita de la Victòria von einem Aussichtspunkt von der Straße aus zu erreichen.

Cap des Pinar und Ermita de Victòria

Im Osten von Alcúdia erhebt sich die gebirgige Halbinsel Cap des Pinar 444 Meter über den Meeresspiegel. Durch ihre zerklüftete, nur sehr spärlich besiedelte Landschaft führt eine landschaftlich äußerst attraktive, von Steineichen und Kiefern gesäumte Straße, auf der sich immer wieder spektakuläre Ausblicke auf die Badia de Pollença und das Mittelmeer auftun.

Von Alcúdia zur Ermita de Victòria im Nordosten Mallorcas, Spanien, führt eine landschaftlich äußerst attraktive, von Steineichen und Kiefern gesäumte Straße - © Lila Pharao / franks-travelbox
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Die Einsiedelei „Mare de Déu de la Victòria” („Muttergottes des Sieges”), kurz „Ermita de la Victòria”, befindet sich ca. 140m über dem Meer direkt an der Straße zum Kap. Die kleine barocke Kirche mit den dicken Mauern und winzigen Fenstern wurde im Jahr 1697 erbaut. Angeblich kehrte die Figur der Madonna jedes Mal wieder auf den Altar zurück, nachdem sie von Piraten geraubt wurde – daher der Name. Am 2. Juli jeden Jahres führt eine Wallfahrtsprozession zur Ermita de la Victòria. Vor der Ermita befindet sich ein Parkplatz, der als Ausgangspunkt mehrerer Wanderwege durch die lauschige Vegetation des Cap des Pinar fungiert.

Tipp: Auch wer nicht zum Wandern hergekommen ist, der kleine Hügel neben der Straße, die in den Parkplatz mündet sollte aufgrund des spektakulären Panoramablicks über die Bucht unbedingt erklommen werden. Dauert nur wenige Minuten!

Geschichte von Alcúdia

Alcúdia war archäologischen Funden zu Folge bereits 2000 Jahre vor Christus besiedelt und ist daher die wohl älteste Siedlung Mallorcas. Im Jahr 123 vor Christus landeten hier die römischen Truppen unter Konsul Quintus Caecilius Metellus Balearicus und gründeten die Stadt Pollentia („die Mächtige”), von der aus sie Mallorca (damals Maiorica) eroberten. Nach der Zerstörung Pollentias durch die Vandalen entstand Alcúdia im 10. Jahrhundert unter den Mauren und Arabern aus einem ehemaligen Landsitz. Alcúdia leitet sich vom arabischen „Al-Qudya” ab, was „der Hügel” bedeutet. Und tatsächlich überblickt Alcúdia von einem flachen Bergsattel aus die malerisch geschwungenen Buchten Alcúdia und Pollença. 1298 wurde Alcúdia durch König Jakob II. (Jaume II. de Mallorca) zur Bezirksverwaltung erhoben, wodurch eine Stadtbefestigung notwendig wurde. Aus dieser Zeit stammen die Stadtmauern Alcúdias und die wehrhafte Kirche.

Unter dem Habsburger-König Karl I. von Spanien und dem späteren römischen Kaiser Karl V. erlangte Alcúdia im 15. und 16. Jahrhundert seine Blütezeit, Piratenüberfälle und die Pest führten jedoch zum allmählichen Niedergang der Stadt. Erst in den 1930er-Jahren, als der Tourismus in Mallorca Einzug hielt, ging es wirtschaftlich auch mit Alcúdia wieder bergauf.

Weiterführende Links:

Offizielle Tourismus-Seite von Alcúdia