Križna Höhle, Slowenien

Eingang zur Križna Höhle, Slowenien - © James Camel / franks-travelbox
© James Camel / franks-travelbox

Die Križna Höhle ist nicht so bekannt wie andere Höhlen Sloweniens, dafür gibt es authentische Höhlenerlebnisse mit Gummistiefeln, Schlauchbooten und absoluter Dunkelheit.

Die Križna Höhle in Slowenien liegt östlich der Siedlung Cerknica, die für ihren berühmten Sickersee im Naturschutzgebiet Rakov Škocjan bekannt ist. Die „Križna Jama” ist nicht so bekannt wie die Höhlen von Postojna oder Škocjan, doch mindestens genauso sehenswert und wurde bereits als schönste Höhle Sloweniens bezeichnet.

Über eine versteckte Abzweigung, die nur mit einem einzigen Schild ausgewiesen ist, gelangt man über enge Straßen zum versteckten Höhleneingang der Križna Jama. Man merkt sofort, dass hier der Massentourismus noch nicht Einzug gehalten hat. Keine Shops, keine Infostände, keine Toiletten, nur ein Dixi-Klo. In einer kleinen Hütte im Schatten des Križna gora („Kreuzberges”) können die Tickets für Führungen gekauft werden. Anschließend werden die Besucher mit Taschenlampe, Akkupack und Gummistiefel ausgestattet und ab geht’s ins Herz des karstigen Berges.

Unterwegs in der Križna Höhle

Im Inneren der Höhle ist es stockfinster und eiskalt; Pulli und Jacke werden gut vertragen. Der Tourismus läuft hier nur auf Sparflamme, zu wenige Besucher bedeuten zu wenig Geld, bedeutet keine elektrische Beleuchtung. Die Besucher werden angewiesen, auf den Weg kurz vor ihren Füßen zu leuchten und vorsichtig zu sein, denn die Steine stehen unter Wasser und sind äußerst glitschig – aber die Leih-Gummistiefel geben halt. Den kundigen Augen des Führers fällt mit etwas Glück sogar das eine oder andere winzige Höhlentier auf – eine milchweiße Assel, eine fast durchsichtige Garnele oder ein blinder Tausendfüßler. In den bekannten Höhlen ist es viel zu laut, als dass sich solche Tierchen dort blicken lassen würden – das gibt es nur in der ruhigen Križna Höhle.

In der Križna Höhle, Slowenien - © James Camel / franks-travelbox
© James Camel / franks-travelbox

Letzte Ruhestätte von Höhlenbären

Und apropos Tiere: Die Križna Höhle ist für ihre Knochenfunde von Höhlenbären bekannt, denen man Gott sei Dank heute nicht mehr begegnet. Im späten 19. Jahrhundert fand der Archäologe Ferdinand von Hochstetter fasst 5.000 Knochen der ausgestorbenen Höhlenbewohner, von denen einige im Naturhistorischen Museum in Wien zu sehen sind. Kurz nach dem Eingang werden die Knochenfunde eindrucksvoll auf der Unterseite eines unscheinbaren Felsens präsentiert. Die Gänge durch die Križna Höhle sind etwa 8km lang und mit Tropfsteinen nahezu übersät. Überall ist Wasser, das über die Jahrtausende in ewigen Rinnsalen fantastische Rillen-Muster in die Felswände gezeichnet hat.

Ein See wie in Spiegel

Der Umkehrpunkt der einstündigen Führung ist ein eindrucksvoller unterirdischer See mit absolut glasklarem Wasser. In einem Schlauchboot mit spektakulärer Unterwasserbeleuchtung, die die Klarheit des Wassers erst so richtig deutlich macht, wird ein kleine Runde am See gedreht, bevor es wieder zurück nach draußen geht. Die absolute Stille, die nur vom Plätschern des Schlauchbootes unterbrochen wird, die undurchdringliche Dunkelheit, das sanfte Schimmern des Wassers und die riesige Höhle um einen herum schaffen Eindrücke, die man so schnell nicht vergisst.

Erforschung der Križna Höhle

1926 wurde die Križna Höhle zum ersten Mal über den ersten See hinaus detailliert erforscht. Ein Mittelschulprofessor wagte sich mit seinen Schülern bis zum 16. See vor. Im Jahr darauf begann der slowenische Verein für Höhlenkunde mit seinen Forschungen, die tief unter den Kreuzberg hineinführten.

Wer die Krizna Höhle noch genauer erkunden möchte, kann gegen Voranmeldung auch eine vierstündige Tour buchen. Kleine Gruppen von maximal vier Personen werden in einer äußerst individuellen Führung mit der atemberaubenden Höhlenlandschaft bekanntgemacht, was auch eine kurze Fahrt auf 13 verschiedenen unterirdischen Seen beinhaltet.

Weiterführende Links:

Offizielle Website der Križna Höhle (englisch)