Franziskanerkloster Kostanjevica, Slowenien

Das Kloster Kostanjevica in der slowenischen Stadt Nowa Gorica (Görz) thront seit Jahrhunderten auf einem felsigen Hügel über der Stadt, Slowenien - © dohtar / Shutterstock
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Das Franziskanerkloster Kostanjevica im slowenischen Nowa Gorica beherbergt eine beeindruckende Bibliothek und die Grabstätten des letzten Königs von Frankreich und seiner Familie.

Das Kloster Kostanjevica befindet sich in der slowenischen Stadt Nowa Gorica (Görz). Auf einem felsigen Hügel thront es seit Jahrhunderten über der Stadt. Seit 1985 gilt der gesamte Komplex als kulturelles und architektonisches Nationalerbe Sloweniens.

Geschichte des Klosters Kostanjevica

Das Kloster Kostanjevica wurde im Jahr 1623 von Grad Mathias von Thun errichtet. Zu Anfang bestand es lediglich aus einer Kirche und einem Karmeliterkloster, in den darauffolgenden Jahrzehnten wurde es jedoch großzügig erweitert und zog Pilger von weither an. Kurzfristig vom habsburgischen Kaiser Joseph II aufgelassen, ging es im Jahr 1811 an die Mönche des Franziskanerordens, deren Verwaltung es heute noch unterliegt. Im folgenden Jahrhundert entstand die umfassende Klosterbibliothek „Škrabčeva knjižnica”, die nach dem bedeutenden slowenischen Linguisten und Grammatiker des Klosters, Bruder Stanislav Škrabec, benannt wurde. Die Klosterbibliothek umfasst heute etwa 10.000 Bände, die zum Teil aus dem nahegelegenen Kloster in Sveta Gora stammen und von den Franziskanermönchen „mitübersiedelt” wurden. Darunter befinden sich einige unbezahlbare Drucke aus dem 16. Jahrhundert.

Neben der Bibliothek beinhaltet auch die Gruft des Klosters Kostanjevica historische Besonderheiten. In elfenbeinfarbenen Sarkophagen ruhen hier die sterblichen Überreste bedeutender Persönlichkeiten aus der Geschichte. Das französische Adelsgeschlecht Bourbon begab sich nach der Juli-Revolution 1830 ins Exil im damaligen Österreich. Der letzte französische König aus dem Geschlecht der Bourbonen, Karl X. und fünf weitere Mitglieder seiner Familie fanden hier ihre letzte Ruhestätte.

Besuch des Klosters Kostanjevica

Kostanjevica sieht heute noch genauso aus wie damals. Im Ersten Weltkrieg wurde die Mariä-Verkündigungs-Kirche in der Schlacht am Isonzo zwar zerstört, doch sie konnte in den 1930er Jahren originalgetreu wieder aufgebaut werden und blieb fortan verschont. Die wunderbaren Stuckverzierungen stammen aus dieser Zeit, um die ursprüngliche Schönheit der Mariä-Verkündigungs-Kirche wiederherzustellen. Das kunstvolle Bild über dem Altar zeigt die Heilige Jungfrau Maria mit dem Jesuskind. Die Bewohner von Nowa Gorica nennen Kostanjevica heute schlichtweg „Kapela”, „die Kapelle”.

Auch der Garten des Klosters Kostanjevica ist sehenswert. Er befindet sich an der Südfassade des Klosters und enthält heute eine der weltweit größten Sammlungen der wunderschönen Bourbon-Rosen.

1947 wurde die Grenze zwischen Slowenien und Italien neu gezogen und statt dem italienischen Gorizia befindet sich das Kloster heute im slowenischen Nowa Gorica. Die Staatsgrenze in der Stadt kann jedoch ohne Kontrollen überschritten werden. Touristen und Gläubige gleichermaßen nutzen dies, um auch von Italien aus das Kloster zu besuchen.

Weiterführende Links:

Offizielle Website des Klosters Kostanjevica