Felsenburg und Höhle von Predjama, Slowenien

Felsenburg und Höhle von Predjama, Slowenien - © James Camel / franks-travelbox
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Die spektakuläre Höhlenburg „Predjamski grad“ war einst das uneinnehmbare Versteck des Raubritters Erasmus. Im Berg hinter der Burg befindet sich ein geheimes Höhlensystem.

Das Dorf Predjama liegt im Südwesten Sloweniens nur wenige Kilometer nordwestlich der berühmten Höhlen von Postojna und hält gleich zwei eindrucksvolle Attraktionen bereit. Die Felsenburg („Predjamski grad”) und die Höhlen („Predjamski jama”) von Predjama.

Predjamski grad – die Raubritter-Burg im Felsen

Die Höhlenburg „Predjamski grad” wurde im 12. Jahrhundert errichtet. Wie ein Schwalbennest klammert sich die stolze Burg auf halber Höhe in eine 123m hohe Felswand. Da sie von drei Seiten vom Berg geschützt war, galt sie im Mittelalter als uneinnehmbar. Sie war nur über einen schmalen Grat an einem 60m tiefen Abgrund erreichbar. Noch dazu führte ein knapp 40m langer Geheimgang von der Burg auf den Felsgipfel.

Die Burg als Versteck für den Raubritter Erasmus von Luegg

Ende des 15. Jahrhunderts diente sie dem berühmt-berüchtigten Raubritter Erasmus von Luegg als Versteck auf seiner Flucht vor der Todesstrafe, nachdem er aus Rache einen Verwandten des österreichischen Kaisers Friedrich III. getötet hatte. Um ihn festzunehmen, wurde Predjamski grad unter dem Hauptmann von Triest über ein Jahr belagert. Erasmus trieb jedoch seinen Spott mit den Belagerern und bewarf sie mit frischen Lebensmitteln, die er ohne ihr Wissen über die Geheimgänge der Burg beschaffen konnte.

Letztendlich wurden ihm seine eigenen Leute zum Verhängnis. Ein Diener verriet den Belagerern, wann sich Erasmus auf dem Abtritt befand und so wurde er von Steinkugeln erschlagen, während er sein Geschäft verrichtete. Diese Legende wird zumindest für die Touristen am Leben erhalten.

Museum und Ritterspiele in der Felsenburg von Predjama

Die heutige Burg stammt aus dem Jahr 1570 und wurde von Johannes Kobenzl beauftragt. Über vier Stockwerke ragt die Burg an der Felswand hoch, die alle besichtigt werden können. Die mächtigen Mauern der Felsenburg von Predjama sind selbst schon eindrucksvolle anzusehen, beherbergen aber noch ein Museum, das Waffen, Bilder, Werkzeuge und alltägliche Gegenstände aus der Ritterzeit ausstellt.

Vom obersten Stockwerk können sich die Besucher ein Stück in die Höhlen vorwagen, in die sich die Burgherren bei Gefahr zurückziehen konnten. Das große Loch, durch das der Feind mit Kanonen beschossen werden konnte, ist heute noch eindrucksvoll sichtbar.

Zur Erinnerung an die Ritter der damaligen Zeit werden jedes Jahr im Juli Ritterspiele an der Höhlenburg von Predjama veranstaltet, darunter auch das „Erasmus-Turnier” zu Ehren des berühmten Raubritters.

Predjamski jama – Rückzugsort der Raubritter

In den 1950er-Jahren ergaben archäologische Forschungen, dass die Höhle von Predjama bereits in der Altsteinzeit bewohnt war. Die vierstöckige Höhle ist nicht elektrisch beleuchtet, der Eingang liegt im zweiten Stockwerk direkt unterhalb der Felsenburg. Mit Taschenlampen bewaffnet geht es in den stockfinsteren Berg hinein.

Die Erazmoya jama („Erasmushöhle”) ist nicht so spektakulär wie die anderen großen Schauhöhlen Sloweniens in Postojna oder Škocjan, hat dafür jede Menge Fledermäuse zu bieten. Auch in den niedrigeren Hängen die niedlichen Tierchen kopfüber an der Decke und so gelingt im Licht der Taschenlampe auch die eine oder andere Nahaufnahme. Über Metalltreppen gelangt man bis in die dritte Ebene des Höhlensystems und kommt oberhalb der Predjamski grad wieder ans Tageslicht.

Weiterführende Links:

Info zur Höhlenburg von Predjama inkl. Besichtigungszeiten und Ticketpreise