Spišský hrad (Zipser Burg) in der Slowakei

Aufgang zur Zipser Burg, die eine unglaubliche Fläche von über 40.000m2 umfasst und auf einem über 600m hohen Felshügel thront, Slowakei - © hideto / Fotolia
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Die Spišský hrad (Zipser Burg) im Nordosten der Slowakei ist die größte Burg Mitteleuropas. Heute sind nur noch Ruinen übrig, die alten Gemäuer und der Ausblick sind dennoch einen Abstecher wert.

Die Spišský hrad (Zipser Burg) befindet sich in der slowakischen Gemeinde Žehra (Schigra) im Nordosten der Slowakei. Ihren Namen hat die größte Burganlage Mitteleuropas von der Landschaft Zips, in der sie sich befindet. Seit 1961 gilt sie als nationales Kulturdenkmal und 1993 wurde sie gemeinsam mit der Kloster-Ortschaft Spišské Podhradie (Kirchdrauf) und der Heilig-Geist-Kirche in Žehra zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.

Die gewaltige Spišský hrad umfasste eine unglaubliche Fläche von über 40.000m2, das sind in etwa 4 Fußballfelder. Die Ruine liegt malerisch auf einem über 600m hohen Felshügel, der bereits vor einigen tausend Jahren von den Kelten besiedelt war. Bereits von der Autobahn Richtung Poprad (Deutschendorf) aus, ist das mächtige Bollwerk zu sehen.

Geschichte der Spišský hrad

Im 12. Jahrhundert wurde die Spišský hrad anstelle einer befestigten slowakischen Siedlung errichtet und war seitdem der Sitz der Verwaltung von Spiš (Zips). Im 14. und 15. Jahrhundert wurde das majestätische Bollwerk weiter ausgebaut, vor allem durch den böhmischen Adeligen und Krieger Johann Giskra von Brandeis, der die Burg durch eine List erwarb. 1460 ging die Spišský hrad wieder an den ungarischen König zurück, der sie der Familie Záypolyas schenkte, von der sie in die Hände der Familie Thurzo gelangte, die für den Renaissance-Ausbau der Burg verantwortlich ist. Im 17. Jahrhundert wurden die einzelnen Bauten der Burg unter den Csákys zu einem einheitlichen Ganzen verbunden und somit entstand ihre enorme Größe. Diese hatte jedoch auch einen Nachteil. Die weitläufigen Gemäuer waren weder bequem zu bewohnen, noch gut zu verteidigen und so wurde die Spišský hrad verlassen und brannte im 18. Jahrhundert noch dazu zweimal ab.

1945 erklärt der tschechoslowakische Staat die Burgurine zu seinem Eigentum und ließ sie teilweise rekonstruieren. Mit der Ernennung der Spišský hrad zum Weltkulturerbe wurden die Renovierungsarbeiten wieder aufgenommen.

Typische Ritterburg

Blick auf die Zipser Burg (Spišský hrad), die größte Burganlage Mitteleuropas, in der slowakischen Gemeinde Žehra (Schigra) im Nordosten der Slowakei - © daulon / Fotolia
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Mit ihren wuchtigen Rundtürmen, langen Befestigungswällen und zinnenbewährten Steinmauern entspricht sie genau dem Prototyp einer mittelalterlichen Ritterburg. Die Ruine besteht aus den Überresten einer romanischen Burg, eines zweistöckigen Palastes und einer dreischiffigen romanisch-gotischen Basilika. Auch die Küche, eine Kapelle und die ehemalige Folterkammer sind zu besichtigen, die gigantischen Ausmaße von früher lassen sich heute leider nur noch erahnen. Für passende Informationen zu den Gemäuern der Spišský hrad sorgen Audioguides, die auch auf Englisch und Deutsch zur Verfügung stehen. Die Burg kann in etwa 2 Stunden in Begleitung eines Führers oder auf eigene Faust erkundet werden. In einem kleinen Museum werden historische Fundstücke der Burg präsentiert.

Parkplätze gibt es direkt am Fuß des Hügels der Spišský hrad oder im 30 Gehminuten entfernten Spišské Podhradie. Der Spaziergang vom Parkplatz hinauf zur Burg ist zwar steil, jedoch nur etwa 15min lang und wird außerdem von einem spektakulären Rundumblick belohnt.

Die Spiysky hrad ist in mehreren Filmen als Kulisse zu sehen, darunter der Fantasyklassiker „Dragonheart” und das Historienepos „Die letzte Legion”.