Outdoor-Urlaub in Schweden: Planung, Ausrüstung, Sehenswertes

Hohe Berge, tiefe Wälder, lange Küsten mit Sandstränden, Sümpfe und wilde Flüsse: Schwedens Natur ist vor allem eines, nämlich unglaublich vielfältig. Hier einige Tipps, wie sich die unberührte Wildnis des Landes erkunden lässt – und welche einzigartigen Naturphänomene dort warten. 

Schwedens Vielfalt spiegelt sich auch in der Tier- und Pflanzenwelt wider, weshalb jedes Jahr zahlreiche Naturliebhaber sowie Aktivurlauber in das skandinavische Land kommen, um es in all seinen Facetten zu erleben.

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Natürlich hat Schweden auch pulsierende Städte und beeindruckende Sehenswürdigkeiten zu bieten. Zudem sind die Skandinavier bekannt für ihre einzigartige Lebensweise, die auch als „Lagom“ bezeichnet wird. Dennoch kommen die meisten Besucher der Natur wegen in das Land, denn Schweden gehört zu den wenigen (europäischen) Ländern, wo die Landschaften noch großflächig unberührt sind und wildcampen erlaubt ist.

Klima in Schweden

Klima in Schweden - klimatisch weist das Land einige Besonderheiten auf - © Conny Sjostrom / Shutterstock
© Conny Sjostrom / Shutterstock

An Vielfalt mangelt es der schwedischen Natur demnach nicht und auch klimatisch weist das Land einige Besonderheiten auf. Wer hier vor allem Kälte erwartet, täuscht sich nämlich. Durch den warmen Golfstrom sind die Küstenregionen überraschend mild, dafür aber reich an Niederschlägen.

Trockener ist es im Landesinneren, jedoch gibt es dort größere Temperaturunterschiede. Bis zu -14 Grad Celsius sind im Winter keine Seltenheit. Noch kälter wird es im Norden, wo polares Klima herrscht. Der Kälterekord wurde dort einst mit -53 Grad Celsius gemessen, wohingegen der Wärmerekord bei 38 Grad Celsius lag.

Extrem ist das Polarklima zudem, wenn es um Helligkeit geht: Im schwedischen Norden ist es im Winter durchgehend dunkel, dafür aber im Juni durchgehend hell – die sogenannte Mitternachtssonne. Allein dieses Erlebnis macht für viele Menschen einen Besuch wert.

Flora und Fauna in Schweden

Das Rapa-Tal ist das bekannteste im Sarek-Nationalpark im schwedischen Lappland - © Jens Ottoson / Shutterstock
© Jens Ottoson / Shutterstock

Diese einzigartigen Bedingungen spiegeln sich natürlich auch in einer eigenen Pflanzen- sowie Tierwelt wider. Wie bereits erwähnt, herrschen in Schweden immergrüne Nadelwälder vor – auch boreale Nadelwälder genannt – vor allem in den kälteren Regionen. Im Süden gibt es zunehmend auch Mischwälder, die im Herbst durch ihre bunten Farben bestechen. Die Inseln wiederum sind bekannt für ihre zahlreichen Orchideenarten.

Im Norden findet sich hingegen die für Skandinavien so typische Tundra, eine baumlose Steppe hinter der polaren Waldgrenze. Sie wird als Kältesteppe bezeichnet und beeindruckt durch ihre Weite sowie die exotischen Tierarten, die sich dort angesiedelt haben. Dazu gehören beispielsweise Rentiere, Moorschneehühner oder Polarfüchse.

Aber auch in anderen Teilen des Landes mangelt es in den unberührten Naturlandschaften nicht an Artenvielfalt: Luchse, Wildschweine, Hirsche, Bären, Vielfraße und Wölfe sind nur einige von vielen Beispielen, welche Wildtiere sich mit etwas Glück in den schwedischen Nationalparks entdecken lassen. In den verschiedenen Gewässern leben zudem Fischotter, Biber und Robben. Zuletzt ist Skandinavien für seine Vielfalt an Vogel- sowie Fischarten bekannt.

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Wildcampen in Schwedens Wildnis

In Schweden gilt das Jedermannsrecht, was bedeutet, dass jeder Mensch freien Zugang zur Natur hat – auch zum Übernachten - © ZoneCreative / stock.adobe.com
© ZoneCreative / stock.adobe.com

In Schweden gilt das Jedermannsrecht, was bedeutet, dass jeder Mensch freien Zugang zur Natur hat – auch zum Übernachten. Damit ist in Schweden das Wildcampen erlaubt, was ansonsten nur noch von wenigen Ländern behauptet werden kann. Freizeitbeschäftigungen oder dem Übernachten in der Wildnis sind demnach keinerlei Grenzen gesetzt, sofern wichtige Grundregeln beachtet werden.

Es sind aber nicht nur die rechtlichen Besonderheiten, die Schweden zu einem so beliebten Reiseziel machen. Es ist vor allem die Schönheit der Natur und die skandinavische Wildnis mit all ihren Besonderheiten:

  • Schweden grenzt sowohl an die Ostsee als auch an die Nordsee und verfügt damit über eine lange Küstenlinie.
  • Die Landschaft präsentiert sich größtenteils flach mit leichten Erhebungen. Jedoch gibt es an der norwegischen Grenze auch ein beeindruckendes Gebirgsmassiv: die Skanden mit Gipfeln über 2.000 Höhenmetern.
  • Insgesamt zählt Schweden 30 Nationalparks und weit über 3.000 Naturschutzgebiete. Zudem ist Stockholm selbst der älteste Nationalstadtpark der Welt.
  • 28 Millionen Hektar der Landfläche in Schweden sind bewaldet, was über 60 Prozent sind. Dabei handelt es sich vor allem um immergrüne Nadelbäume.
  • Da sich das Land von Norden nach Süden über 1.572 Kilometer erstreckt, durchläuft es mehrere Klimazonen und bietet eine dementsprechend abwechslungsreiche Natur.
  • Südschweden ist geprägt von einer Tiefebene sowie einer Hochebene, die zahlreiche Seen enthalten und Spuren von eiszeitlichen Erosionen aufweisen.
  • Die mittelschwedische Senke ist mit ihrer zerklüfteten Landschaft dagegen ein Kontrastprogramm mit Tafelbergen, Horsten, Seen sowie den für Skandinavien typischen Fjorden.
  • In Nordschweden dominiert eine nacheiszeitliche Flusslandschaft, ebenso wie das skandinavische Gebirge. Dadurch ergibt sich eine Bergtundra, die an mehreren Seiten von beschaulichem Vorland umgeben ist.
  • Typisch für Schweden sind zudem die sogenannten Findlinge, die millionenfach als Überbleibsel aus der Eiszeit herumliegen und die Größe eines Hauses erreichen können.

Regeln und Ausrüstung für einen Outdoor-Urlaub in Schweden

An Gründen für einen Outdoor-Urlaub in Schweden mangelt es für Naturliebhaber nicht - © mapraest / Shutterstock
© mapraest / Shutterstock

An Gründen für eine Reise nach Schweden mangelt es also nicht, zumindest für Naturliebhaber. Jedoch ist Planung hierbei das A und O, um die gültigen Regeln zu kennen und sicher unterwegs zu sein. Wie bereits erwähnt, gilt in Schweden das Jedermannsrecht – auf der Landessprache Allemansrätt genannt. Das bedeutet, dass sich jeder frei bewegen darf, jedoch muss er die Natur so hinterlassen, wie er sie vorgefunden hat. In der Praxis gelten dementsprechend folgende Regeln:

  • Keinen Müll hinterlassen.
  • Keine Pflanzen zerstören.
  • Die Tierwelt nicht stören – beispielsweise durch Lärm.
  • Kein offenes Feuer entzünden.
  • Nicht mit Fahrzeugen abseits der Straßen fahren.
  • Keine (geschützten) Pflanzen pflücken.
  • Keine Tiere jagen.
  • In Nationalparks keine Beeren, Pilze & Co sammeln.
  • Hunde während der Brutzeit anleinen.
  • Biologische Hinterlassenschaften mitnehmen oder vergraben.

Zudem gelten strengere Regeln, wenn die Reisenden in Fahrzeugen wie einem Wohnmobil nächtigen. Das Jedermannsrecht hat also Einschränkungen, die jeder kennen und einhalten muss. Nur so lässt sich die Natur schützen und das Jedermannsrecht in Zukunft bewahren. Recherche ist daher ein wichtiger Teil der Vorbereitung.

Zudem müssen entsprechende Utensilien wie eine Feuerschale, eine Schaufel oder Mülltüten stets im Gepäck sein. Alternativ können Reisende in Schweden aber natürlich auch in Hotels, auf Campingplätzen oder in anderen offiziellen Unterkünften nächtigen.

Selbst in solchen Fällen muss aber die richtige Ausrüstung an Bord sein, um die schwedische Natur zumindest tagsüber zu erkunden. Es lohnt sich daher, sich vorab Gedanken über die geplanten Aktivitäten zu machen und die entsprechenden Utensilien einzupacken.

Dazu gehören zum Beispiel geeignete Schuhe für den Einsatz in der Natur oder – je nach Region – auch in alpinem Gelände. Sie müssen also einige Faktoren erfüllen, damit die Reise nach Schweden zum Erfolg wird und keine schmerzhaften Begleiterscheinungen wie Blasen oder Druckstellen entstehen. Zudem sind die richtigen Schuhe stets auch eine Frage der Sicherheit.

Weiteres Equipment, das für Ausflüge in die schwedische Natur benötigt wird, ist je nach geplanter Aktivität:

  • Badekleidung
  • Kletterausrüstung
  • Outdoor-Bekleidung
  • Ski- oder Snowboardausrüstung
  • Tauchausrüstung
  • Wander- oder Trekkingausrüstung
  • Winterausrüstung
  • Zelt und Campingausrüstung

Hinzu kommen natürlich klassische Utensilien wie eine Reiseapotheke, ein Rucksack oder die wichtigsten Unterlagen vom Reisepass bis hin zu Bankkarten. Und zuletzt muss jeder eine individuelle Packliste erstellen, abhängig von den eigenen Bedürfnissen, der Reisezeit, dem Reiseziel, den geplanten Aktivitäten & Co. Mit etwas Vorbereitung lässt sich der Aufenthalt in Schweden dann umso mehr genießen und das Land kann von allen Seiten erkundet werden, ohne dabei den Lebensraum der zahlreichen Pflanzen sowie Tiere zu zerstören.

Die Nationalparks in Schweden erkunden

Trekking Pfad im Nationalpark Padjelanta, dem mit fast 200.000 Hektar größten Nationalpark Schwedens - © Jens Ottoson / Fotolia
© Jens Ottoson / Fotolia

In voller Pracht lassen sich diese natürlich in den Nationalparks finden, die zu unseren Top 10 Sehenswürdigkeiten von Schweden zählen. Sie sind daher eine beliebte Anlaufstelle für Wanderer, die zu Fuß oder auf dem Wasser einen Eindruck von der skandinavischen Landschaft erhalten möchten, beispielsweise mit dem Kanu.

Schwedens 30 verschiedene Nationalparks haben alle individuelle Besonderheiten. Somit zeigen sie alle Facetten des Landes, je nach Klimazone und Landschaftsbild. In einigen Nationalparks sind noch weitere Aktivitäten möglich, beispielsweise klettern oder bouldern in den gebirgigen Regionen beziehungsweise baden oder tauchen an den Küsten.

Je nachdem, wie die Besucher ihren Aufenthalt in Schweden gestalten möchten, kann also ein passender Nationalpark als Reiseziel ausgewählt werden. Wer mehr Zeit mitbringt, sollte sogar eine Rundreise machen und das Land dadurch vollumfänglich kennenlernen. Zu den wohl schönsten Nationalparks des Landes gehören zum Beispiel:

Abisko-Nationalpark

Dieser befindet sich im Norden von Schweden und ist eines der ältesten Naturschutzgebiete des Landes. Hierher kommen Menschen aus aller Welt, um die Polarlichter zu bestaunen – doch dazu später mehr. Weitere Highlights sind die schneebedeckten Berge und die Fjorde sowie die für den Polarkreis typischen Tierarten.

Fulufjället-Nationalpark

Als waschechter Urwald könnte dieser unberührte Nationalpark bezeichnet werden. Er liegt mittig in Schweden und ist vor allem für seinen Wasserfall bekannt – denn der Njupeskär ist mit 125 Metern der höchste Wasserfall des Landes. Wenn es im Winter kalt genug wird, lockt er mit einer weiteren Attraktion: dem Eisklettern. Ebenso viele Menschen kommen aber Old Tjikko wegen, dem mit rund 9.500 Jahren wohl ältesten Baum der Welt.

Muddus-Nationalpark

Sonnenaufgang über der winterlichen Landschaft im Muddus-Nationalpark in Laponia, Schweden - © BildagenturZoonarGmbH/Shutterstock
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Dieser Nationalpark besteht zu großen Teilen aus Mooren und Feuchtgebieten, was ihn für die Umwelt so wichtig und für die Menschen so faszinierend macht. Er ist zudem eine beliebte Anlaufstelle, um die schwedischen Orchideen mit eigenen Augen zu sehen und vielleicht sogar einen Luchs oder Bären zu entdecken. Als Hauptattraktion gelten zudem zwei Schluchten, wo der Muddus-Wasserfall bis zu 100 Meter in die Tiefe stürzt.

Kosterhavet-Nationalpark

Um auch die Unterwasserwelt zu schützen, wurde ein Meeresnationalpark rund um den Kosterfjord ins Leben gerufen. Er umfasst ein imposantes Korallenriff, das die Heimat von mehr als 6.000 verschiedenen Meerestieren darstellt.

Eine tolle Möglichkeit, um einen Blick auf dieses einzigartige Spektakel zu erhaschen, ist eine Kajaktour zu einer der Inseln oder das Schnorcheln beziehungsweise Tauchen in den warmen Sommermonaten. An den Stränden sonnen sich dann neben den Urlaubern auch allerhand Robben.

Nationalpark Stora Sjöfallet

Hier ist es der gleichnamige Wasserfall, der Besucher anlockt, ebenso wie das Akka-Massiv mit seinen beeindruckenden Felswänden. Es wird auch als die „Königin Lapplands“ bezeichnet und ist ein wahres Paradies für Outdoor-Sportler.

Sarek-Nationalpark

Panorama im Nationalpark Sarek, der von über 2.000 Meter hohen Bergmassiven und tief eingeschnittenen Tälern geprägt ist, Lappland, Schweden - © Sven Jaax / Fotolia
© Sven Jaax / Fotolia

Dieses Schutzgebiet liegt ebenso wie die Nationalparks Muddus und Stora Sjöfallet in Laponia (Lappland). Es wurde mittlerweile als UNESCO-Weltnaturerbe ausgezeichnet und beeindruckt durch seine hohen Bergmassive. Diese umfassen zahlreiche reißende Flüsse und riesengroße Gletscher, die zu den letzten verbliebenen der Welt gehören.

Kaum ein Nationalpark in Schweden ist so unberührt und damit auch so wild wie dieser, was sich ebenfalls in den Tierarten erkennen lässt, die sich dort tummeln. Dazu gehören auch Bären, sodass eine gewisse Vorsicht angebracht ist, wenn die Besucher durch die Wildnis streifen.

Die Nationalparks sind also die wichtigste Anlaufstelle, wenn Besucher vor allem der Natur und Landschaften wegen nach Schweden kommen. Wer kann, sollte daher ausreichend Zeit mitbringen, um mehrere Schutzgebiete in unterschiedlichen Teilen des Landes zu sehen – denn jedes für sich ist einzigartig.

In Schweden auf Wildtiersafari gehen

Wildtiersichtungen lassen sich bei Abstechern in die schwedische Natur kaum verhindern. Es lohnt sich aber, diese nicht dem Zufall zu überlassen, sondern darauf während der Reise ein besonderes Augenmerk zu legen. Wie eingangs erwähnt, beherbergt Schweden unzählige Tierarten und viele davon sind in anderen Ländern kaum zu finden; einige sind sogar vom Aussterben bedroht.

Es handelt sich somit um eine einmalige Gelegenheit, um Wildtiere in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten zu können. Ein Fernglas sollte daher ebenfalls nicht im Gepäck fehlen, wenn die Destination Schweden lautet. Wer auf Wildtiersafari gehen möchte, hat prinzipiell zwei Möglichkeiten:

Tierbeobachtung auf eigene Faust

Wildtiere auf eigene Faust zu suchen erfordert viel Recherche vorab, um herauszufinden, wo sich die jeweilige Tierart wann aufhält und an welchen Orten sowie Tageszeiten die größte Chance auf eine Sichtung besteht. Zudem bedarf es der richtigen Ausrüstung, beispielsweise eben dem Fernglas, und einer gewissen Erfahrung, um sich anzunähern, ohne die Tiere zu erschrecken.

Eine solche Wildtiersafari ist demnach aufwändiger, kann aber in Verbindung mit einer Wanderung, einer Mountainbike- oder Kanutour zu einem echten Abenteuer werden. Zudem können die Reisenden dann selbst entscheiden, wo sie wie lange verweilen möchten oder auf welche Wildtiere sie ihren persönlichen Fokus bei der Suche legen.

Tierbeobachtung mit geführter Tour

Demgegenüber besteht die Möglichkeit einer geführten Tour. Solche Touren bedeuten weniger Aufwand, denn die Guides kennen sich in der Gegend gut aus und wissen am besten, wie sie die Tiere ausfindig machen. Sie können zudem hilfreiche Tipps und spannende Informationen weitergeben, um das Meiste aus diesem Erlebnis herauszuholen. Bei gewissen Tierarten wie Bären bedeuten geführte Touren zudem ein Plus für die Sicherheit. Und wer auch hier einen Fokus setzen möchte, bucht eines der speziellen Angebote wie eine Elch-, Biber-, Vogel- oder Bärensafari.

Es gibt also keine richtige oder falsche Entscheidung, wenn eine Wildtiersafari in Schweden das Ziel ist. Wichtig ist nur, dass sich die Reisenden über die jeweiligen Vor- sowie Nachteile im Klaren sind und somit selbst entscheiden, welche für sie überwiegen. Wer eine entsprechende Tour buchen möchte, sollte sich darum vor allem zur Hauptsaison frühzeitig kümmern – denn beliebte Wildtiersafaris sind schnell ausgebucht.

Schwedens Naturphänomene erleben

Dass so viele Menschen davon träumen, einmal im Leben nach Schweden zu reisen, liegt auch an den Naturphänomenen. Diese lassen sich nämlich in nur sehr wenigen Ländern der Welt beobachten – und Schweden ist eines davon. Im Vordergrund stehen dabei die bereits erwähnte Mitternachtssonne sowie die Polarlichter.

Mitternachtssonne vs Polarnacht

Die Mitternachtssonne ist nur nördlich des nördlichen Polarkreises möglich, wie beispielsweise in Teilen von Schweden. - © rphfoto / stock.adobe.com
© rphfoto / stock.adobe.com

Die Mitternachtssonne scheint im wahrsten Sinne des Wortes auch noch mitten in der Nacht. Dies ist nur nördlich des nördlichen Polarkreises möglich, wie beispielsweise in Teilen von Schweden, oder südlich des südlichen Polarkreises. Der tiefste Punkt der Sonne bleibt in diesen Zeiten also selbst um Mitternacht noch über dem Horizont und damit sichtbar. Am Polarkreis ist dies zwischen dem 12. Juni und dem 1. Juli der Fall.

Demgegenüber geht die Sonne im Winter zeitweise gar nicht erst auf. Eine solche Polarnacht gibt es in der nördlichsten Stadt von Schweden, Kiruna, beispielsweise im Januar. Aber schon in Stockholm macht sich die nördliche Lage des Landes bemerkbar, sodass dort im Januar die Sonne beispielsweise nur zwischen etwa neun und 15 Uhr scheint, dafür im Juni und Juli aber von rund vier bis 22 Uhr. Schon das ist für viele Menschen ein lohnenswertes Erlebnis.

Polarlichter – Feuerwerk der Natur

Nordlichter über Lappland im Norden von Schweden - © Richard Cavalleri / Shutterstock
© Richard Cavalleri / Shutterstock

Sich bis zum Polarkreis zu wagen, ist noch aus einem zweiten Grund empfehlenswert: die Polarlichter, auch Nordlichter oder Aurora borealis genannt, sind eine beeindruckende Leuchterscheinung am Himmel, für deren Entstehung das Magnetfeld der Erde verantwortlich ist.

Sie zeigen sich je nach Zusammensetzung der Atmosphäre vor allem in grüner Farbe, aber auch rote, pinke, violette, gelbe und blaue Färbungen sind möglich. So entsteht ein regelrechtes Farbenspiel am Himmel, das niemand jemals wieder vergisst, der es einmal erlebt hat. Ein bisschen Glück gehört zwar hinzu, um in Schweden einen optimalen Blick auf die Polarlichter zu erhaschen – wer in den Monaten September bis März nach Schwedisch Lappland kommt, beispielsweise nach Kiruna oder Luleå, hat aber durchaus gute Chancen.

Schwedens Inseln entdecken

Zuletzt sind die schwedischen Inseln ein lohnenswertes Reiseziel, denn viele Inselgruppen und Schären präsentieren sich noch in unberührter Pracht. Sie sind daher nicht nur für einen Tauchgang im Meeresnationalpark Kosterhavet eine optimale Anlaufstelle, sondern auch für Erkundungstouren auf dem Land. Im Winter locken dabei eine Vielzahl an zugefrorenen Seen, im Sommer können hingegen die Höhlen zum Highlight werden.

An Attraktionen mangelt es also nicht und besonders empfehlenswert sind dabei zum Beispiel das versunkene Schiff vor Öland oder die Insel Björkö, die einst eine Handelsstadt der Wikinger war und mittlerweile als UNESCO-Welterbe gilt. Sie ist zwar nicht die einzige, aber sicherlich eine der schönsten ehemaligen Wikingersiedlungen in Schweden. Damit ist sie Teil eines der spannendsten Kapitel in der Geschichte des Landes, aber auch aus landschaftlicher Perspektive absolut sehenswert – eben so, wie ganz Schweden.

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