Orthodoxe Kathedrale in Alba Iulia, Rumänien

Die prächtige Orthodoxe Kathedrale von Alba Iulia wurde im Jahr 1922 für die Krönung des Königspaares des neuen Rumänien errichtet - © FRASHO / franks-travelbox
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Die prächtige orthodoxe Kathedrale von Alba Iulia wurde im Jahr 1922 für die Krönung von Ferdinand I. und Maria als Königspaar des neuen Rumänien errichtet.

Die Rumänisch-Orthodoxe Dreifaltigkeitskathedrale im Zentrum von Alba Iulia kann ohne Bedenken als schönste Kirche der Stadt bezeichnet werden. Ihre prächtigen Kuppeln und ihr monumentaler Glockenturm thronen in der Mihai Viteazul Straße gleich neben der im Vergleich eher schlicht gehaltenen römisch-katholischen St. Michaels-Kathedrale. Auch die Zitadelle, die berühmteste Sehenswürdigkeit von Alba Iulia, ist nur einen Steinwurf entfernt.

BILDER: Alba Iulia – Orthodoxe Kathedrale

 

Die rumänisch-orthodoxe Bischofskirche wurde nach dem Ersten Weltkrieg zur Feier der Eingliederung von Siebenbürgen in das neu geschaffene Königreich Großrumänien errichtet. Der Bau der neobyzantinischen Kathedrale erfolgte nach Plänen von Victor Gheorghe Ștefănescu und wurde von 1921 bis 1923 durchgeführt.

Das orthodoxe Kathedrale in Alba Iulia fungierte als Krönungskirche für Ferdinand I. und Maria als Königspaar des neuen Rumänien - © FRASHO / franks-travelbox
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Das neu geschaffene Gotteshaus fungierte auch gleich als Krönungskirche für Ferdinand I. und Maria als Königspaar des neuen Rumänien. An diese Krönungszeremonie erinnern noch heute die beiden Fresken von König und Königin links und rechts am Hauptschiff. Im Jahr 2008 wurden Büsten zu Ehren des königlichen Paares errichtet. Dementsprechend wird die Dreifaltigkeitskirche auch „Krönungskathedrale“ und „Kathedrale der Wiedervereinigung der Nation“ genannt.

Ebenfalls Geschichte schrieb die Kathedrale gut 30 Jahre später, als 1948 die rumänische griechisch-katholische Kirche durch das kommunistische Regime verboten und zahlreiche protestierende Priester und Zivilisten verhaftet wurden.

 Das Gelände der orthodoxen Kathedrale von Alba Iulia, Rumänien, wird durch einen monumentalen Glockenturm betreten - © FRASHO / franks-travelbox
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Besuch der Krönungskathedrale von Alba Iulia

Das Gelände der orthodoxen Kathedrale wird durch einen monumentalen, 58m hohen Glockenturm betreten, dessen Portal in einen hübsch angelegten Arkadenhof führt. Rund um die Kirche reihen sich Verwaltungs-, Wohn- und Sozialgebäude. Der Fassadenschmuck, die Nischen, Bögen, Säulen und Kuppeln erinnern stilistisch an die Sakralbauten der Walachei. Ihr Inneres beherbergt eine reiche Mixtur aus byzantinisch-orthodoxen Ikonographien, bereichert um westliche Einflüsse.

Das goldene Mosaik über dem Eingangsportal der Orthodoxen Kathedrale von Alba Iulia zeigt die beiden Erzengel Michael und Gabriel, Rumänien - © FRASHO / franks-travelbox
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Das goldene Mosaik über dem Portal zeigt die beiden Erzengel Michael und Gabriel, denen die Kathedrale neben der Heiligen Dreifaltigkeit geweiht ist. Links und rechts des Portals erzählen Marmortafeln von vier wichtigen Ereignisse in der Geschichte Rumäniens: die erste Vereinigung der drei rumänischen Länder unter Michael dem Tapferen 1600, den Druck des ersten Neuen Testaments in rumänischer Sprache 1648, die Hinrichtung der Helden des Bauernaufstandes 1785, an die auch der Obelisk vor der Festung erinnert, und die Vereinigung der rumänischen griechisch-katholischen und der orthodoxen Kirche 1948.

Die Kuppel der Krönungskathedrale von Alba Iulia wird von Marmorsäulen getragen und wird von einem Gemälde von Christus, dem Erlöser gekrönt, Rumänien - © FRASHO / franks-travelbox
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Die Kuppel der Krönungskathedrale von Alba Iulia wird von vier marmornen Säulen getragen und wird von einem Gemälde von Christus, dem Erlöser gekrönt. Die übrigen Gemälde in der Kathedrale zeigen Michael den Tapferen und seine Ehefrau, wiederum das Königspaar Ferdinand I. und Maria, weitere Heiligenfiguren und berühmten Persönlichkeiten, sowie Szenen aus der Bibel.