Kloster von Sucevița, Rumänien

Auf dem Kloster von Sucevița prangen die am besten erhaltenen Außenfresken der berühmten Moldau-Klöster in der Bukowina, Rumänien - © FRASHO / franks-travelbox
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Auf den Kirchenmauern des rumänisch-orthodoxen Klosters von Sucevița prangen die am besten erhaltenen Außenfresken der berühmten Moldau-Klöster in der Bukowina in überwältigender Pracht.

Das prachtvolle Kloster von Sucevița zählt zu den berühmten bemalten Klöstern der Bukowina und ist aufgrund seiner erstaunlich gut erhaltenen Fresken an den Außenmauern eine der wichtigsten Touristenattraktionen Rumäniens und UNESCO-Weltkulturerbe. Vergleichbar spektakuläre Malereien von Bukowina-Klöstern sind in Arbore, Moldovița oder Voroneț zu finden.

BILDER: Kloster von Sucevița

 

Der Grund, aus dem die Wandmalereien dieses Kloster so gut erhalten sind, liegt in seiner vergleichsweise späten Errichtung. Während das erste Moldaukloster in Putna bereits 1466 errichtet wurde, entstand das Kloster von Sucevița erst knapp 120 Jahre Jahre später. Damals, von 1582 bis 1584 gebaut, wurde es vom Moldau-Fürsten Ieremia Movilă gestiftet. Die Gebeine Ieremias und seines Bruders Simion ruhen heute in der Kirche unter kunstvoll behauenen Grabplatten aus Marmor und einem eindrucksvollen Deckenfresko, welches Moses Auszug aus Ägypten zeigt.

Ein Jahr nach Fertigstellung des Klosters von Sucevița kamen die imposanten Wehrmauern und die vier Ecktürme rund um die Kirche hinzu, Rumänien - © FRASHO / franks-travelbox
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Ein Jahr nach Fertigstellung des Baus kamen die imposanten Wehrmauern und die vier Ecktürme rund um die Kirche hinzu. Im ehemaligen Ratssaal des heutigen Nonnenklosters ist heute ein kleines Museum untergebracht, das neben Handschriften, Büchern und Ikonen auch kostbare mit Gold und Juwelen bestickte Grabtücher der Herrscherfamilie Movilă zeigt.

Überwältigende Fresken am Kloster von Sucevița

Ein Jahr nach Fertigstellung der Klostermauern wurden sowohl die Außen-, als auch die Innenmauern mit der prachtvollen Bemalung geschmückt, die bis heute sowohl Touristen als auch Experten in Staunen versetzt. Als Künstler der Fresken am Kloster von Sucevița werden die Brüder Ion und Sofronie Zugravul genannt.

Als Künstler der Fresken am Kloster von Sucevița werden die Brüder Ion und Sofronie Zugravul genannt, Rumänien - © FRASHO / franks-travelbox
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Die Farben, mit denen sie vor über 400 Jahren gearbeitet haben, und die bis heute noch sichtbar sind, konnten bis heute nicht vollständig nachvollzogen werden. Gemeinsam mit dem Grün des Gartens und dem Blau des Himmels ergibt der farbenfrohe Bilderteppich auf der Kirchenfassade ein überwältigendes Fotomotiv.

Mit dem Grün des Gartens und dem Blau des Himmels ergibt der Bilderteppich auf der Kirchenfassade von Sucevița ein überwältigendes Fotomotiv, Rumänien - © FRASHO / franks-travelbox
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„Stufenleiter der Tugenden“

Besonders eindrucksvoll anzusehen ist die „Stufenleiter der Tugenden“ an der Nordseite der Kirche. Sie zeigt mit farbenprächtigen Details den Gegensatz zwischen himmlischer Ordnung – Engel, die in Reih und Glied schweben – und höllischem Chaos – Menschen, die von gehörnten Kreaturen verfolgt und in den Abgrund gezogen werden. Dazwischen führt die Leiter der Lebenden zum Himmelstor. Experten betrachten diese Darstellung als eine der schönsten aller Moldauklöster.

Experten betrachten die Darstellung „Stufenleiter der Tugenden“ am Sucevița-Kloster als eine der schönsten aller Moldauklöster, Rumänien - © FRASHO / franks-travelbox
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Weitere Fresken und Innenräume

Neben der Tugendleiter zeigt die Fassade noch das Jüngste Gericht am Vorbau, aber auch bekannte Größen der griechischen Antike, wie Platon, Aristoteles und Pythagoras. Lediglich die Westseite blieb unbemalt.

Im Inneren ist der Hauptraum dem Leben Christi gewidmet und zeigt im Westen und Süden die Herrscherfamilie Movilă, im Vorraum sind die Kirchenfeste im Jahreskreis dargestellt. Einen Blick wert ist auch die barocke Altarwand, deren Schnitzereien um 1800 fertiggestellt wurden.