Kloster Humor, Rumänien

An der Klosterkirche von Humor im Norden von Rumänien können die ältesten Fresken aller Moldauklöster der Bukowina bestaunt werden - © FRASHO / franks-travelbox
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An der Klosterkirche von Humor im Norden von Rumänien können neben einigen anderen Besonderheiten auch die ältesten Fresken aller Moldauklöster der Bukowina bestaunt werden.

Das Kloster Humor im Norden Rumäniens zählt gemeinsam mit sieben anderen Moldauklöstern der Bukowina aufgrund seiner außerordentlichen Fassadenmalerei zum Weltkulturerbe der UNESCO. Während als jene mit den schönsten Fresken oft die Klöster von Arbore, Moldovița, Voroneț und Sucevița genannt werden, kann die Kirche von Humor mit einigen anderen Besonderheiten aufwarten.

BILDER: Kloster Humor

Geschichte des Klosters Humor

Die heutige Klosterkirche von Humor wurde im Jahr 1530 unter Petru Rares errichtet und dem Fest Mariä Himmelfahrt geweiht. Nicht weit entfernt sind noch die Ruinen der 1415 erbauten Vorgängerkirche zu sehen. Die Verantwortung über den Bau übernahmen damals der Großkanzler Toader Bubuiog und seine Frau Anastasia, die beide in der Kirche begraben liegen. Die Tradition der Moldauklöster begann gut 60 Jahre zuvor, als die moldawische Symbolfigur Ștefan cel Mare damit begann, nach jedem erfolgreichen Feldzug eine Kirche zu errichten.

Fünf Jahre nach Fertigstellung des Klosters in Humor, Rumänien, also 1535, kamen die fantastischen Wandmalereien hinzu - © FRASHO / franks-travelbox
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Fünf Jahre nach Fertigstellung des Klosters, also 1535, kamen die fantastischen Wandmalereien vom Künstler Toma Zugravul von Suceava hinzu, um auch den Analphabeten der Region die Lehren der Bibel näher zu bringen. Zwei Jahre danach schmückte dieser auch das Kloster Moldovița. Damit sind die Fresken am Kloster Humor die ältesten aller Moldauklöster und trotzdem noch erstaunlich gut erhalten.

Die Fresken am Kloster Humor sind die ältesten aller Moldauklöster und trotzdem noch erstaunlich gut erhalten, Rumänien - © FRASHO / franks-travelbox
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1785 wurde aus dem Kloster eine Dorfschule, 1850 wurde es zu einem Warenlager umfunktioniert und erst ab 1991 wird es wieder als Kloster genutzt – bis heute von rumänisch-orthodoxen Nonnen. Durch das Fehlen des Turms und die teils verblichenen Fassadenmalereien wirkt das Humor-Kloster etwas unscheinbarer als andere Klöster der Bukowina.

Der viereckige Glockenturm, der sich neben dem Kloster befindet, wurde im Jahr 1641 unter der Herrschaft des moldawischen Fürsten Vasile Lupu erbaut.

Fresken und Merkmale des Humor-Klosters

Das Humor-Kloster unterscheidet sich von anderen Moldauklöstern durch seinen auffälligen offenen Vorbau mit den beiden großen Rundbögen, die es sonst nur noch beim nahegelegenen Moldovița-Kloster gibt. An dieser Westfassade ist das Jüngste Gericht mit dem Feuerstrom, der sich von den Füßen Jesu in die Hölle ergießt, das vorherrschende Motiv. Da die Fresken hinter den Bögen besser vor Wind und Wetter geschützt waren, sind sie hier auch besser erhalten, als an den ungeschützten Außenmauern.

Da die Fresken hinter den Bögen besser geschützt waren, sind sie hier auch besser erhalten, als an den Außenmauern des Klosters Humor, Rumänien - © FRASHO / franks-travelbox
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Die kunstvollen Wandmalereien an der wettergeschützten Südseite des Humor-Klosters sind bis heute am besten erhalten geblieben und auch der Grund für die Ernennung zum Weltkulturerbe. Insgesamt 24 Szenen stellen die 24 Strophen des Hymnus Akathistos dar und auch die am Moldovița-Kloster so berühmte Darstellung der Belagerung Konstantinopels aus dem Jahr 626 ist zu sehen, bei der die Perser aus Propaganda-Gründen damals als Türken dargestellt wurden. Die vorherrschende Farbe Rotbraun ist hier besonders gut zu erkennen.

Im Inneren des Humor-Klosters beeindrucken im Vorraum Darstellungen des Kirchenkalenders mit Abbildungen von Heiligen und Märtyrern, Rumänien - © FRASHO / franks-travelbox
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Im Inneren der Kirche beeindrucken im Vorraum Darstellungen des Kirchenkalenders mit Abbildungen von Heiligen und Märtyrern in den Qualen ihrer letzten Stunden. Im Hauptraum dominieren die Himmelfahrt der Jungfrau Maria und die Passion Christi. Auch ein Abbild von Petru Rares ist zu sehen, der eine Miniaturversion der Kirche an Jesus Christus übergibt. Die Kuppel und die Grabkammer sind der Heiligen Maria gewidmet, die von Heerscharen von Engeln und Königinnen umgeben ist.

Über der Grabkammer des Großkanzlers und seiner Gattin verbirgt sich ein geheimer Raum, in dem früher in Krisenzeiten Wertsachen aufbewahrt werden konnten – eine weitere Einzigartigkeit von Humor unter den Moldauklöstern.