Kloster Arbore, Rumänien

Das Kloster Arbore wird mit seinen lebendigen Fresken zu den schönsten Moldauklöstern Rumäniens gezählt - © FRASHO / franks-travelbox
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Aufgrund der unglaublichen Lebendigkeit seiner Fresken und deren stilistischen Einzigartigkeit wird das Kloster Arbore immer wieder zu den schönsten Moldauklöstern Rumäniens gezählt.

Auf den ersten Blick wirkt das Kloster Arbore weniger spektakulär als die übrigen Moldauklöster in Rumänien. Es ist klein, zierlich und nicht einmal mit einem Turm versehen. Dennoch ist es seit 1993 Weltkulturerbe der UNESCO und wird in vielen Reisemagazinen gemeinsam mit den Klöstern von Voroneț, Moldovița und Sucevița zu den schönsten bemalten Klöstern des Landes gezählt. Vor allem der bemalte Innenraum versetzt jeden Betrachter in sprachloses Staunen.

BILDER: Kloster Arbore

Besuch der Klosterkirche von Arbore

Das Kloster von Arbore liegt im Nordwesten von Rumänien, etwa eine halbe Autostunde westlich der Kreishauptstadt Suceava. Etwas abgelegener als andere Touristenattraktionen ist Arbore selten überlaufen. Neben der sehenswerten Kirche beherbergt das Kloster auch ein ethnographisches Museum.

Die Kirche Tăierea Capului Sfântului Ioan Botezătorul („Enthauptung des Heiligen Johannes des Täufers“) wurde von April bis August 1502 von Luca Arbore, einem General, Ratgeber und guten Freund von Stefan dem Großen, dem „Vater der Moldauklöster“, errichtet. Dies ist auch der Grund für den fehlenden Turm der Klosterkirche. Ihr Erbauer war kein Fürst, sondern nur ein einfacher Adeliger, der übrigens gemeinsam mit seiner Ehefrau Iuliana in der Kirche begraben liegt. Glocken gibt es an der Klosterkirche dennoch, allerdings in einem eigenen Turm, der etwas abseits des Kirchleins als Eingang zum Klosterhof errichtet wurde.

Die meisterhaften Malereien an der Kirche von Arbore stammen vom berühmten Meister Dragoș Coman aus Iași und dessen Schülern - © FRASHO / franks-travelbox
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Die meisterhaften Malereien an der Kirche von Arbore stammen vom berühmten Meister Dragoș Coman aus Iași und dessen Schülern. Die überwiegende Farbe der Fresken ist Grün, wie an der Süd- und Westfassade noch gut zu erkennen ist. Hier sind die am besten erhaltenen Malereien zu finden, die um das Jahr 1541 entstanden sind.

Besonderer Betrachtung lohnt sich die Westfassade mit ihrer fast 2m tiefen Nische. Hier ist neben dem Leben von Heiligen die Schöpfung der Welt dargestellt. Die Südfassade zeigt die Geschichte von Moses, Adam und Eva im üppigen Garten Eden und das Jüngste Gericht. Auch die Belagerung Konstantinopels, das berühmte „Aushänge-Fresko“ von Moldovița, ist hier zu finden. Über dem Eingangstor ist der Namenspatron der Kirche zu sehen: Johannes der Täufer mit seinem Kopf in einer Schale. Pikantes Detail am Rande: Auch Luca Arbore fand 1523 seinen Tod durch Enthauptung nachdem er von Ștefăniță Vodă cel Tânăr, dem Enkel Stefans des Großen, wegen Hochverrats verurteilt wurde.

Einzigartige Arbore-Fresken – Lebendigkeit und Internationalität

Die Fresken unterscheiden sich durch ihren hohen Detailgrad von den Malereien anderer Kirchenfassaden und wirken regelrecht lebendig. Erreicht wird dies durch die Verwendung von fünf unterschiedlichen Schattierungen aus insgesamt 47 Farbtönen. Die gemeißelten Steintröge, in denen die Farben aus den Grundstoffen Gelb, Blau, Pink und Ocker gemischt wurden, sind in der Kirche heute noch zu sehen. Manche Figuren zeigen dem Betrachter den Rücken, eine untypische Szenerie, die den Bildern jedoch Leben und Bewegung verleiht.

Der Innenraum der Kirche von Arbore ist zur Gänze mit farbenprächtigen Motiven übersät, Rumänien - © FRASHO / franks-travelbox
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Auch der Innenraum ist zur Gänze mit farbenprächtigen Motiven übersät, bei denen einige Besonderheiten auffallen. Manche Figuren tragen elegante Hüte, wie sie in der Region zur damaligen Zeit nicht bekannt waren und fallen durch ihre detaillierten Gesichtszüge auf. Dies lässt darauf schließen, dass der Malermeister viel herumgekommen ist und sich zum Beispiel von der Mode und der Malerei Italiens inspirieren ließ.