Holzkirche von Bârsana, Rumänien

Die eindrucksvolle Holzkirche von Bârsana im Norden Rumäniens zählt zu den acht Holzkirchen der Maramureș, die zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurden - © ȚetcuMirceaRareș CC BY-SA3.0RO/W
© ȚetcuMirceaRareș CC BY-SA3.0RO/W

Die eindrucksvolle Holzkirche von Bârsana im Norden Rumäniens gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO und ist die einzige Holzkirche der Maramureș, die von einer Klosterkirche zur Pfarrkirche wurde.

Die eindrucksvolle Holzkirche von Bârsana, einer kleinen Ortschaft im Norden Rumäniens, zählt zu den acht Holzkirchen der Maramureș, die 1999 zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt wurden.

BILDER: Holzkirche von Bârsana

 

Die elegante Kirche Intrarea Maicii Domnului în Biserică („Kirche Maria Tempelgang“) steht auf einem Hügel mitten in der Siedlung und lockt jedes Jahr tausende Touristen nach Bârsana. Ihr unverkennbarer Spitzturm, der alle Holzkirchen der Maramureș auszeichnet, ist schon von weitem sichtbar. Im Gegensatz zu den meisten anderen Holzkirchen der Maramureș sind die einmaligen Fresken der Bârsana-Kirche nicht in byzantinischem, sondern barockem Stil gehalten. Dargestellt sind Szenen aus der Schöpfungsgeschichte und dem Jüngsten Gericht, sowie auffällige mit Augen übersäte Engelsgestalten.

Geschichte der Holzkirche von Bârsana

Der prominente Platz in der Ortsmitte war allerdings nicht das angestammte Grundstück der Holzkirche. Die Errichtung der Kirche erfolgte bereits im Jahr 1720, damals als Klosterkirche des Klosters von Bârsana am südöstlichen Ortsrand. Das Kloster wurde jedoch Ende des 18. Jahrhunderts zerstört und erst 200 Jahre später wieder aufgebaut. Die malerischen Bauten inmitten eines idyllischen Gartens sind übrigens ebenfalls sehenswert. Der weitläufige Klosterkomplex wurde erst in den 1990er-Jahren nach traditioneller Bauweise komplett aus Holz errichtet und zählt zu den schönsten Klosteranlagen Rumäniens.

Die Holzkirche von Bârsana, Rumänien, war ursprünglich die Klosterkirche von Bârsana und steht erst seit 1806 auf ihrem heutigen Platz - © ȚetcuMirceaRareș CC BY-SA3.0RO/W
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Als das Kloster zerstört wurde, blieb die Kirche verschont und 15 Jahre danach, 1806, wurde die Holzkirche von den Bewohnern Bârsanas an ihren heutigen Standort versetzt, um sie vor Plünderungen zu schützen. Der Legende nach wurde dieser Platz aufgrund eines darunter liegenden Friedhofs für Pest-Opfer ausgewählt, die einst ohne Begräbniszeremonie begraben wurden und so nun zumindest in der räumlichen Nähe einer Kirche ruhen dürfen.

Damit ist die Holzkirche von Bârsana die einzige Holzkirche der Maramureș, die von einer Klosterkirche zur Pfarrkirche wurde.

Besuch der Holzkirche von Bârsana

Betritt man die kleine Kirche mit dem mächtigen Spitzdach, verschlägt es einem wohl im ersten Moment die Sprache. Der Innenraum der Holzkirche ist über und über mit prachtvollen Malereien versehen. Scheinbar jeder freie Zentimeter wurde für die Darstellung farbenfroher Szenen aus der Bibel und Bildern von Erzengeln und Heiligen genutzt.

Szenen aus dem Paradies und vor dem letzten Abendmahl in der Holzkirche von Bârsana, Rumänien - © ȚetcuMirceaRareș CC BY-SA3.0RO/W
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Bei genauer Betrachtung entdeckt man Szenen aus dem Paradies, das letzte Abendmahl, die Rückkehr des verlorenen Sohnes, den Heiligen Georg, wie er den Drachen tötet, die „vieläugigen Cherubim“, die Geburt von Kain und Abel, den Kuss des Judas, die Opferung von Isaac durch Abraham und die Krönung Marias.