Holzkirche und Museum von Botiza, Rumänien

Botiza im Norden von Rumänien beherbergt eine traditionelle Holzkirche und ein sehenswertes Museumshaus - © FRASHO / franks-travelbox
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In der beschaulichen Ortschaft Botiza in Rumäniens Norden ist das Leben noch wie vor zweihundert Jahren. Für Besucher beherbergt Botiza eine traditionelle Holzkirche und ein sehenswertes Museumshaus.

In der kleinen Ortschaft Botiza im abgelegenen Norden Rumäniens könnte die Zeit stehen geblieben sein. Fährt man auf holprigen Straßen durch das Dorf bietet sich ein Bild, das sich in den letzten zwei Jahrhunderten kaum verändert haben kann. Männer mit Sonnenhüten und Frauen mit Kopftüchern arbeiten mit Sense und Rechen auf dem Feld, Kinder führen Kühe an die Tränke, Frauen sitzen auf sonnigen Bänken vor den Häusern beim Spinnen und Tratschen und auf der Straße trifft man keine Autos, sondern Pferdefuhrwerke, die mit einem duftenden Berg Heu beladen sind.

BILDER: Holzkirche und Museum in Botiza

 

Heute leben die Einwohner von Botiza nicht nur mehr von der Landwirtschaft, sondern auch zunehmend vom Agrotourismus – in völligem Einklang mit der Natur. Hotels und Restaurants gibt es keine in Botiza, aber mittlerweile rund 100 Zimmer, die von privaten Familien in ihren Häusern vermietet werden. Zu erkennen an den Schildern “Pension” oder “Reţea turistică”. Hier ist nicht nur Zimmer und Dusche inklusive, sondern auch Hausmannskost, wie sie mehr bio nicht sein könnte, und ein Eintauchen in den bäuerlichen Alltag der Maramureș.

Besuch von Botiza

Alle Straßen nach Botiza führen über Gebirgspässe denn das verschlafene Örtchen liegt im wahrsten Sinne des Wortes hinter den Bergen. Von Bukarest muss man mit dem Auto eine Tagesreise in Kauf nehmen, die nächstgelegene größere Stadt, Baia Mare, ist knapp 2 Autostunden entfernt. Aus wohl genau diesem Grund ist das abgeschiedene Botiza der exakt richtige Standort für ein Maramureș-Museum.

Maramureș-Museum

Das Maramureș-Museum von Botiza ist bezeichnenderweise in einem traditionellen Landhaus untergebracht, welches, ebenso wie die berühmten Holzkirchen der Maramureș mit Schindeln gedeckt ist und rein aus Holz besteht.

 Das Museumshaus von Botiza zeigt nicht nur, wie ein echtes Maramureș-Haus aussieht, sondern fungiert auch als Pension, Touristeninformation und Textil-Werkstätte, Rumänien - © FRASHO / franks-travelbox
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Das „Casa Muzeu“ oder „Casa Berbecaru“ zeigt nicht nur, wie ein echtes Maramureș-Haus innen und außen aussieht, sondern fungiert auch als Pension, Touristeninformationszentrum und Textil-Werkstätte, in der Trachten und andere regionale Stoffwaren entstehen.

Holzkirche von Botiza

Auch eine der traditionellen Holzkirchen der Maramureș thront in Botiza, gleich neben dem Museumshaus. Die eleganten schindelgedeckten Kirchen mit dem unübersehbaren Spitzturm bestehen zur Gänze aus Eichenholz und sind mehrere hundert Jahre alte. Einige der Holzkirchen, wie zum Bespiel jene im nahe gelegenen Poienile Izei zählen zum Weltkulturerbe der UNESCO. Die Kirche gilt zwar nicht als Welterbe, ist aber dennoch sehenswert.

Die Holzkirche von Botiza wurde ursprünglich 1699 in Vișeu de Jos errichtet, jedoch im Jahr 1899 an ihrem heutigen Platz aufgebaut, Rumänien - © FRASHO / franks-travelbox
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Sie wurde ursprünglich 1699 in Vișeu de Jos errichtet und der Hl. Paraschiva geweiht, jedoch im Jahr 1899 an ihrem heutigen Platz aufgebaut. Ihre ursprüngliche Bausubstanz ist nicht ganz so gut erhalten geblieben, wie die manch anderer Exemplare und erst um die Jahrtausendwende wurde der Holzbau großzügig renoviert.

Das Eingangsportal der Holzkirche von Botiza weist die typischen Merkmale eines Maramureș-Tores auf, Rumänien - © FRASHO / franks-travelbox
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Das Eingangsportal weist die typischen Merkmale eines Maramureș-Tores auf und auch die Balken im Design eines gedrehten Seils, die die gesamte Kirche umfassen, sind typisch für diesen Baustil. Die durch florale Muster geprägten Malereien an den Innen- und Außenwänden wurden 1899 von Dinoisie Iuga und dessen Tochter Aurelia geschaffen.

Die Malereien an den Innen- und Außenwänden der Holzkirche von Botiza wurden 1899 von Dinoisie Iuga und dessen Tochter Aurelia geschaffen, Rumänien - © FRASHO / franks-travelbox
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Zu den bekanntesten Darstellungen der Kirche von Botiza zählt der Tod mit seiner Sense im Innenraum gleich über der Eingangstür. Das mit Warnhinweisen versehene Bildnis wurde jedoch von einem unbekannten Künstler geschaffen. Unter den Heiligenbildern finden sich neben der Madonna mit dem Kind auch der Heilige Georg, der den Drachen besiegt, sowie der Prophet Elias auf dem Streitwagen und der Heilige Dimitrios.

Allerheiligenkirche (Biserica nouă „Duminica tuturor sfinților”)

Gleich neben der traditionellen Holzkirche von Botiza bildet die moderne Allerheiligenkirche einen starken Kontrast, Rumänien - © FRASHO / franks-travelbox
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Gleich neben der traditionellen Holzkirche von Botiza bildet die moderne Allerheiligenkirche (Biserica nouă „Duminica tuturor sfinților”) einen starken Kontrast.