Mosteiro de Santa Maria in Alcobaça, Portugal

Das Mosteiro de Santa Maria in der portugiesischen Stadt Alcobaça, ein Meisterstück der gotischen Zisterzienser-Architektur, Portugal - © topdeq / Fotolia
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Das Mosteiro de Santa Maria in der portugiesischen Stadt Alcobaça stammt aus dem 12. Jahrhundert und beherbergt hinter seiner prachtvollen Fassade gewaltige Räumlichkeiten und königliche Gräber.

Das Mosteiro de Santa Maria in der portugiesischen Stadt Alcobaça etwa 100km nördlich von Lissabon ist ein ehemaliges Kloster des Zisterzienser-Ordens. Der prachtvolle Sakralbau wird auch „Königliche Abtei von Alcobaça” genannt. Die gewaltige Kirche zählt als Meisterstück der gotischen Zisterzienser-Architektur seit 1989 zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Die eindrucksvolle Zisterzienser-Abtei wurde im Jahr 1153 von Afonso I. Henriques, dem ersten König Portugals, gestiftet. Im März 1147, als die Mauren Portugal bedrohten, gelobte er, für die Heilige Jungfrau Maria Kloster zu gründen, falls die Portugiesen siegreich aus der Schlacht von Santarém hervorgingen. Er hielt sein Versprechen und schenkte dem damaligen Zisterzienserabt das Gebiet von Alcobaça für den Bau des Klosters, der 1178 von heute unbekannten Architekten begonnen wurde, damals das erste portugiesische Bauwerk im gotischen Stil. 1223 konnten die Mönche in ihre neues Kloster einziehen und 29 Jahre später war der Bau abgeschlossen.

Bedeutendstes Kloster Portugals

Von da an war das Mosteiro de Santa Maria über 650 Jahre lang das geistliche Zentrum Portugals und eines der reichsten und mächtigsten Klöster des Mittelalters. Seine Bibliothek enthielt die meisten literarischen Schätze in Portugal und viele portugiesische Könige fanden im Mosteiro de Santa Maria ihre letzte Ruhestätte. Der Zisterzienserabt von Alcobaca war ein bedeutendes Mitglied des königlichen Beraterstabes.

König Manuel I., der auch das prunkvolle Mosteiro dos Jerónimos in Belém in Auftrag gab, ließ ein zweites Stockwerk anbringen und erweiterte das Mosteiro de Santa Maria um seine Sakristei im manuelinischen Stil, eine typisch portugiesische Architektur mit Elementen der Spätgotik und Renaissance. Im 18. Jahrhundert kamen noch ein neues Kloster und neue Kirchtürme hinzu. Die gesamte Geschichte des Mosteiro de Santa Maria ist im Königssaal auf blauen Wandfliesen aus dem 18. Jahrhundert dargestellt.

Das Mosteiro de Santa Maria iste heute noch die größte Kirche und zählt zu den größten Klosteranlagen Portugals. Doch 1810 wurde das Kloster von den Franzosen zerstört, die Bibliothek geplündert, der Dekor gestohlen und die Gräber geschändet. 1833 wurde das Mosteiro de Santa Maria von den Zisterzienser-Mönchen aufgegeben und ein Jahr später noch einmal von den Anti-Klerikern ausgeraubt. Was von den Schätzen der Bibliothek verschont geblieben ist, ist heute in der Nationalbibliothek in Lissabon zu sehen.

Prachtvolles Erscheinungsbild

Trotz dieser Wellen der Zerstörung und Plünderung ist das Mosteiro de Santa Maria immer noch eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Portugals und zählt jährlich über 250.000 Besucher. Vor allem die West-Fassade mit den großzügigen gotischen Verzierungen und dem originalen Rosettenfenster zieht den Betrachter in seinen Bann.

Im spektakuläre, 106m lange und 20m hohe Kircheninnenraum des Mosteiro de Santa Maria strotzt nicht so sehr vor Verzierungen wie die Fassade – ganz wie es in Zisterzienserklostern üblich ist. Das Sonnenlicht, das durch die hohen gotischen Fenster fällt, verbreitet ein angenehmes Licht in der gewaltigen Säulenhalle. Im Querschiff sind die prachtvoll geschmückten Marmor-Sarkophage der portugiesischen Könige zu finden, von denen jene von König Pedro I. und seiner Geliebten Inês de Castro alle anderen übertreffen. Obwohl sie beschädigt wurde, zählen sie immer noch zu den großartigsten portugiesischen Kunstwerken aus dem 14. Jahrhundert.

Neben der Kirche sind auch noch das wunderschöne gotische „Kloster des Schweigens” aus dem 14. Jahrhundert, der Sala dos Reis („Saal der Könige”), der von Statuen der portugiesischen Monarchen gesäumt wird, der idyllisch geschmückte Innenhof und die 18m hohe Klosterküche mit der riesigen Feuerstelle sehenswert. Für letztere wurde kurzerhand ein Arm des Alcoa-River direkt in die Küche geleitet, um Fließwasser zu ermöglichen. Dadurch wurde auch der Fischfang erleichtert.