Cabo de São Vicente, Portugal

Das Cabo de São Vicente bildet den südwestlichsten Punkt Europas und fällt dabei in einer bis zu 70m hohen Steilküste spektakulär ins Meer ab, Portugal - © Andrea Seemann / Fotolia
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Das Cabo de São Vicente in Portugal ist der südwestlichste Punkt des europäischen Kontinents. Zu Füßen eines sturmumtosten Leuchtturms fällt Europas Küste bis zu 70m tief in den Atlantik.

Das Cabo de São Vicente liegt an der Algarve-Küste Portugals und bildet 5km von der Stadt Sagres entfernt die südwestlichste Spitze des europäischen Kontinents. Der südwestlichste Punkt Europas fällt dabei in einer bis zu 70m hohen Steilküste spektakulär ins Meer ab.

Geschichte des Cabo de São Vicente

Schon seit Urzeiten galt das Cabo de São Vicente in den verschiedensten Kulturen als heiliger Ort, was durch zahlreiche Steingebilde, so genannte Menhire, in der Umgebung bewiesen wird. Die Phönizier sahen im Cabo de São Vicente den Sitz des Gottes Melkart und für die Römer galt als magischer Ort, an dem das Land endet und die Sonne im Meer versinkt.

Der Name des Kaps stammt von einer weiteren Legende aus dem Christentum, der zufolge der Leichnam des Heiligen Vinzenz von Saragossa im Jahr 304 in einem Boot an der Küste angetrieben worden sein soll. Er war Priester im spanischen Valencia und starb als Märtyrer. Zu seinen Ehren wurde am Fundort eine Kapelle gebaut, von der jedoch heute nichts mehr zu sehen ist. Angeblich wurde er von Raben begleitet, die heute noch im Wappen von Lissabon zu sehen sind.

Der Atlantische Ozean in der Nähe der der Stadt Sagres, nicht weit von der südwestlichsten Spitze des europäischen Kontinents, Portugal - © Fotique / Fotolia
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Der Landstrich am Cabo de São Vicente zwischen Sines im Norden und Burgau im Osten wurde zum Schutz der Tier- und Pflanzenwelt zum Naturpark erklärt. Aus diesem Grund darf das sehenswerte Kap auch nicht mit Hotels oder anderen Bauten verschandelt werden.

Hellster Leuchtturm und letzte Bratwurst Europas

Das Cabo de São Vicente ist von Sagres aus mit dem Bus oder dem Auto gut zu erreichen. Auch von Portimão oder Lagos aus steuern Buslinien das Cabo de São Vicente an. Neben der atemberaubenden Kulisse seiner Steilküste hält das Cabo de São Vicente für Touristen noch zwei weitere Highlights bereit.

Das Cabo de São Vicente ist für seine Untiefen berüchtigt. Auf diesem verkehrsreichen Seeweg im Südwesten Portugals halten Schiffe einen gebührenden Respektabstand zu den gefährlichen Klippen des Kaps. Dies erleichtert seit dem Jahr 1846 der bekannte Leuchtturm des Cabo de São Vicente, der mit einem 3.000-Watt-Lichtstrahl von knapp 60km als der lichtstärkste Leuchtturm Europas gilt.

Das Gelände des Leuchtturms kann jederzeit besichtigt werden, mit etwas Glück und einem kleinen Trinkgeld wird auch der Zugang in den 22m hohen Leuchtturm erlaubt.

Tipp: Wer dem Touristentrubel in der Umgebung des Leuchtturms entfliehen möchte, braucht einfach nur ein Stück die spektakuläre Küstenlinie entlang zu wandern. Schon bald findet man ein ruhiges Plätzchen, an dem man mit Klippen, Brandung und Meer allein ist. Doch Achtung: die steil abfallenden Abgründe in den Atlantik sind in keinster Weise gesichert.

 

Der Landstrich am Cabo de São Vicente zwischen Sines im Norden und Burgau im Osten wurde zum Schutz der Tier- und Pflanzenwelt zum Naturpark erklärt, Portugal - © cdurrenberger / Fotolia
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Auf der Zufahrtsstraße zum Kap errichtete der Deutsche Wolfgang Bald eine Imbissbude mit dem klingenden Namen „Letzte Bratwurst vor Amerika”, an der von Ostern bis Ende Oktober Thüringer Bratwürste und fränkische Würste angeboten werden. Der Imbissstand ist durch diverse Fernsehdokumentationen mittlerweile weitum bekannt.

Ebenfalls an der Zufahrtsstraße befindet sich die kleine Fortaleza de Beliche aus dem 14. Jahrhundert. Nachdem sie vom berüchtigten englischen Piraten Sir Francis Drake zerstört wurde, stammt ihre heutige Form wahrscheinlich aus dem Jahr 1632. Heute beherbergt sie ein kleines Hotel und ein Restaurant, sowie die winzige Kapelle der Heiligen Katharina.

Tipp: Aufgrund der fehlenden Vegetation am Cabo de São Vicente ist die felsige Küste Portugals den stürmischen Winden des Atlantiks hilflos ausgeliefert – ebenso wie seine Besucher. Wer das Kap also besichtigt, sollte unbedingt adäquate Kleidung und eine Wind- bzw. Regenjacke im Gepäck haben. Die Verkaufsstände mit Norweger-Pullis und dicken Schals machen nicht von ungefähr ein gutes Geschäft mit den Touristen.