Volksgarten in Wien, Österreich

Der idyllische Volksgarten im Herzen von Wien kann über drei Zugänge am Burgtheater, Heldenplatz und gegenüber dem Parlament betreten werden, Österreich - © FRASHO / franks-travelbox
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Der Volksgarten war 1823 der erste Wiener Park in Hofbesitz, der dem Volk zugänglich gemacht wurde. Heute ist die grüne Idylle neben dem Heldenplatz ein willkommener Zufluchtsort vor der hektischen Wiener Innenstadt.

Der idyllische Volksgarten im Herzen von Wien kann über drei Zugänge am Burgtheater, Heldenplatz und gegenüber dem Parlament betreten werden und ist tagsüber geöffnet. In der romantischen Parkanlage finden Touristen und Wiener gleichermaßen traumhafte Fotomotive, sowie Ruhe vor dem Verkehrslärm und der Hektik der Großstadt.

BILDER: Volksgarten in Wien

Entstehung des Volksgartens

Der Park wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Teil der Hofburg angelegt und sollte ursprünglich als Privatgarten für die Erzherzöge dienen. Aufgrund eines innovativen Vorschlags der Hofgartenverwaltung wurde der am 1. März 1823 eröffnete Park jedoch von Anfang an dem Volk zugänglich gemacht – aus diesem Grund bürgerte sich auch der Name „Volksgarten“ ein, der sich bis heute gehalten hat. Nach dem Fall des Kaiserreichs ging der Volksgarten in den Besitz der Republik Österreich über und gehört heute zu den sieben Bundesgärten des Landes. Seit 2001 zählt der Volksgarten gemeinsam mit dem historischen Zentrum von Wien zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Die streng geometrischen Wege durch den Volksgarten deuten heute noch auf die damalige Wichtigkeit hin, die Besucher zu überwachen, Wien, Österreich - © FRASHO / franks-travelbox
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Die streng geometrischen Wege durch den Volksgarten deuten heute noch auf die damalige Wichtigkeit hin, die Besucher zu überwachen. Dies ist vor allem im französisch-barocken Garten mit den exakt symmetrischen Blumenbeeten an der Seite der Ringstraße auffällig. Zur Hofburg hin lehnt sich die Gestaltung mit lockerem Baumbestand an den englischen Garten an.

Im Lauf der Jahre wurde der Volksgarten erweitert, verschönert und ausgebaut und mit zahlreichen hübschen Bauten, Brunnen und Denkmälern versehen, Wien, Österreich - © FRASHO / franks-travelbox
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Im Lauf der Jahre wurde der Volksgarten erweitert, verschönert und ausgebaut und mit zahlreichen hübschen Bauten, Brunnen und Denkmälern versehen. Besonders bemerkenswert ist außerdem die Morgenländische Platane im Zentrum des Gartens, die zum Naturdenkmal erklärt wurde. Ihre eindrucksvolle Baumkrone sitzt auf einem knapp 4 Meter messenden Stamm und ist 20 Meter hoch und 20 Meter breit.

Theseustempel

In der Mitte des Volksgartens thront der säulenbewährte Theseustempel. Dieser wurde vom österreichischen Baumeister und Architekten Peter von Nobile gestaltet, der auch das Schloss Mirabell in Salzburg renoviert und das äußere Burgtor der Hofburg entworfen hatte. Früher wachte hier eine Theseus-Statue von Antonio Canova, die heute im Kunsthistorischen Museum besichtigt werden kann. Vor dem Tempel befindet sich heute noch der bronzene „Jugendliche Athlet“ von Josef Müllner.

Vor dem Theseustempel im Wiener Volksgarten befindet sich der bronzene „Jugendliche Athlet“ von Josef Müllner, Österreich - © FRASHO / franks-travelbox
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Cortisches Kaffeehaus und Café Meierei

Ebenfalls von Peter von Nobile wurde das Cortische Kaffeehaus errichtet. Es wurde im Nachhinein vor allem als jener Ort bekannt, an dem der Donauwalzer bei seiner ersten Aufführung am 10. März 1867 von Johann Strauss Sohn dirigiert wurde. Das Café Meierei wurde im Jahr 1890 als Wasserspeicher errichtet und 34 Jahre später in eine Milchtrinkhalle umgewandelt. So lange der Park geöffnet hat, lädt auch das Café zu einer kurzen Rast bei Kaffee und Kuchen ein.

Denkmäler im Volksgarten

Das wohl auffälligste Denkmal im Volksgarten ist jenes der Kaiserin Elisabeth, besser bekannt als Sissi. Die 2,5m hohe Statue der Kaiserin besteht aus Laaser Marmor und blickt auf einen Teich, der von Bänken und Brunnen gesäumt wird. An der feierlichen Enthüllung am 4. Juni 1907 war Franz Joseph I., der Gatte der damals schon verstorbenen Sissi, noch anwesend.

Das Franz Grillparzer Denkmal im Wiener Volksgarten, Österreich - © FRASHO / franks-travelbox
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Das Denkmal an Franz Grillparzer besteht aus demselben Marmor wie das Sissi-Denkmal, sowie Granit und wurde im Jahr 1880 von Karl Freiherr von Hasenauer entworfen. Im selben Jahr wurde damals auch der Triton- und Nymphen-Brunnen enthüllt. Das dritte Denkmal erinnert an den Staatsvertragskanzler Julius Raab, jedoch ohne Statue, sondern nur mit Tor und Gedenktafel.

Rosengarten

Im prachtvollen Rosengarten des Volksgartens gedeihen zwischen dem Grillparzer-Denkmal und dem Eingang beim Burgtheater mehr als 3.000 Sträucher von über 200 verschiedenen Rosenarten. Bemerkenswert ist vor allem der 80jährige Rosenstrauch, der ursprünglich im Garten des Geburtshauses von Dr. Karl Renner wuchs und im Jahr 2000 in den Volksgarten verpflanzt und mit einer Gedenktafel gekennzeichnet wurde.

Tipp: Wer seinen Namen im Volksgarten für alle sichtbar machen möchte, kann für einen monatlichen Geldbetrag die Patenschaft einer Rose übernehmen, die dann ebenfalls mit einer Tafel versehen wird.

WC-Anlage

Selbst die WC-Anlage hinter dem Theseustempel im Volksgarten ist historisch. Sie stammt aus dem Jahr 1884 und war damals eine der ersten „öffentlichen Bedürfnisanstalten“ von Wien.

Volksgarten Clubdisco

Man mag es nicht glauben, doch der idyllische Volksgarten verfügt auch über eine eigene Diskothek, die trotz ihres langen Bestehens von fast 200 Jahren noch immer zu einem angesagten Treffpunkt der Wiener Partyszene zählt. Mit ihrem idyllischen Wintergarten, pompösen Lüstern und Originalmöbeln der 1950er-Jahre ist „der Volksgarten“ eine ganz besondere Location zum Feiern und Tanzen.

Weiterführende Links:

Offizielle Website des Volksgarten-Pavillons
Offizielle Website der Discothek Volksgarten