Schloss Mirabell in Salzburg, Österreich

Das Barockschloss Mirabell in der österreichischen Stadt Salzburg wurde Anfang des 17. Jahrhunderts als Geschenk des Fürsterzbischofes an seine heimliche Geliebte errichtet, Österreich - © Jakob Radlgruber / Fotolia
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Das prächtige Barockschloss Mirabell in der österreichischen Stadt Salzburg wurde Anfang des 17. Jahrhunderts als Geschenk des Fürsterzbischofes an seine heimliche Geliebte errichtet. Nach und nach wurde aus ausgebaut und mit einigen barocken Kunstwerken verziert. Die bekanntesten Bauwerke sind der Marmorsaal und die Marmorstiege.

Das Schloss Mirabell mit seinem berühmten Mirabellgarten liegt nördlich der Salzburger Altstadt am anderen Ufer der Salzach. Es ist von der Getreidegasse am besten über die Griesgasse und den Markartsteg zu erreichen, dessen Geländer über und über mit den Schlössern verliebter Paare behängt sind.

BILDER: Schloss Mirabell in Salzburg

Heimliches Liebesschloss des Erzbischofs

Das Schloss Mirabell in der österreichischen Stadt Salzburg wurde um 1606 von Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau für seine Geliebte und heimliche Ehefrau Salome von Alt unter dem Namen „Schloss Altenau” errichtet. Der Fürsterzbischof ließ Salome Alt und ihre 15 gemeinsamen Kinder in den Adelsstand zu „Alt von Altenau” erheben und ernannte die Familie zu den rechtmäßigen Erben des Schlosses. So weit so gut, doch das Glück sollte nicht lange währen. Nach dem Sturz des Erzbischofs und seiner Einzelhaft in der Festung Hohensalzburg wurde die Familie von des Bischofs Neffen und Nachfolger Markus Sitticus von Hohenems nur 6 Jahre später im Jahr 1612 vertrieben. Um die letzte Erinnerung an den Fürsterzbischof zu tilgen, gab er dem Schloss einen neuen Namen, der ihm bis heute blieb. „Mirabell” – vom italienischen „mirabile” (bewundernswert) und „bella” (schön).

Im 18. Jahrhundert ließ der Fürsterzbischof Franz Anton Fürst von Harrach das Schloss durch den Barockmeister Johann Lucas von Hildebrandt erweitern, Österreich - © James Camel / franks-travelbox
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Im 18. Jahrhundert ließ der Fürsterzbischof Franz Anton Fürst von Harrach das Schloss durch den bekannten Meister des Barocks Johann Lucas von Hildebrandt erweitern und zu einer Anlage zusammenschließen. 1818 wurde das Schloss durch einen Stadtbrand schwer beschädigt und daraufhin vom Architekten Peter de Nobile zu seiner heute bekannten Nüchternheit restauriert.

Prunk von damals

Vom damaligen Glanz zeugen heute noch Kostbarkeiten wie der barocke Marmorsaal oder die äußerst kunstvolle Marmortreppe, auch nach ihrem Erbauer auch Georg-Raphael-Donner-Stiege genannt. Die wunderbaren Skulpturen in den Nischen, die zu den schönsten Kunstwerken des europäischen Barock gehören, und die verschlungene Balustrade machen dieses Treppenhaus zu einem unvergleichlichen Gesamtkunstwerk.

Die wunderbaren Skulpturen in den Nischen und die verschlungene Balustrade machen die Marmorstiege zu einem unvergleichlichen Gesamtkunstwerk, Österreich - © James Camel / franks-travelbox
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Vom ersten Bau des Schlosses durch Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau blieben nur noch Reste des Südwesteckes im Kellergeschoß erhalten.

Der Marmorsaal verbreitet auch kulturell-historischen Charme: Hier haben bereits Leopold Mozart und seine Kinder Wolfgang und Nannerl Musikstücke zum Besten gegeben.

Heute befinden sich im Schloss Mirabell die Stadtverwaltung und die Amtsräume des Salzburger Bürgermeisters. Im Marmorsaal finden wegen seines erhabenen Ambientes aus Gold und Marmor und seiner ausgezeichneten Akustik regelmäßig romantische Trauungen, feierliche Ehrungen und stimmungsvolle Konzerte statt. Der prächtige Marmorsaal und die umwerfende Marmorstiege können an veranstaltungsfreien Tagen ohne Eintrittspreis besichtigt werden. Weiters sei noch erwähnt, dass das Schloss Mirabell vom wunderschön angelegten Mirabellgarten umrahmt wird – ebenfalls eine Attraktion für sich und in jedem Fall eine Besichtigung wert!

Weiterführende Links:

Öffnungszeiten und Anfahrtsplan zum Schloss Mirabell in Salzburg