Peterskirche in Wien, Österreich

Die Peterskirche am gleichnamigen Platz wird von Experten heute noch zu den schönsten Barockkirchen von Wien gezählt, Österreich - © Spectral-Design / Shutterstock
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Die Peterskirche am gleichnamigen Platz im Ersten Wiener Gemeindebezirk neben dem Graben war einst vermutlich die erste Kirche Wiens und wird von Experten heute noch zu den schönsten Barockkirchen der Stadt gezählt.

Die opulente Peterskirche am Petersplatz im Ersten Bezirk in Wien gehört seit 1970 den Priestern der römisch-katholischen Organisation Opus Dei. Die kompakte Kirche unmittelbar neben dem berühmten Graben war im frühen 18. Jahrhundert der erste Kuppelbau im barocken Wien und zählt mit ihren prachtvollen Fresken zu den bedeutendsten Kunstdenkmälern Österreichs.

Mit ihren prachtvollen Fresken zählt die Peterskirche in Wien zu den bedeutendsten Kunstdenkmälern Österreichs - © Paolo Gianti / Shutterstock
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Heute verschwindet sie nahezu zwischen den hohen Häusern und wird erst sichtbar, wenn man schon fast vor ihrem kunstvollen Rokoko-Portal steht.

Die älteste Kirche Wiens?

Am heutigen Standort der Peterskirche wurde bereits in der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts eine Kirche errichtet. Damals war Wien noch das römische Legionärslager Vindobona. Von der ursprünglichen Kirche, die vermutlich die älteste Kirche und erste Pfarre des heutigen Wien wäre, ist heute nichts mehr zu sehen. Bemerkenswert ist, dass ihre Apsis nach Süden und nicht, wie sonst üblich, nach Osten ausgerichtet war, was in der Fachwelt für Mutmaßungen sorgte. Nachdem auch die damalige Stadtpolizei in einem Anbau an der Peterskirche untergebracht war, wurde vermutet, dass die mittelalterliche Version der Peterskirche einst ein Profanbau war.

Entstehung der heutigen Peterskirche

Die „Kirche des Heiligen Petrus“ in Wien wurde erstmals im Jahr 1137 urkundlich erwähnt. Nach einem Brand im Jahr 1661 wurde 1701 auf Initiative von Kaiser Leopold I. mit dem Bau der neuen – heutigen – Peterskirche begonnen. Der Barockbau wurde im Jahr 1722 vollendet und wiederum dem Heiligen Petrus geweiht. Erbauer der 56 Meter hohen Peterskirche war der österreichische Architekt Johann Lucas von Hildebrandt, der Schöpfer des Schlosses Belvedere in Wien.

Das Innere der Peterskirche in Wien wirkt mit Fresken, Statuen und anderen Verzierungen wunderbar wie aus einem Guss, Österreich - © Paolo Gianti / Shutterstock
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Wie auch viele andere berühmte Bauten in Österreich und Wien, zum Beispiel die Gloriette im Schlosspark von Schönbrunn, das Stift Melk oder mehrere Palais am berühmten Graben, wurde auch die Peterskirche aus dem harten Kaiserstein gefertigt. Von ihrem Dach blicken die drei Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe als Bleistatuen.

Besuch der Peterskirche

Der Innenraum der Peterskirche ist überraschend großräumig, wirkt doch der Kirchenbau von außen sehr kompakt. Für viele Experten gilt die Peterskirche als die schönste Barockkirche Wiens und ein herausragendes Kunstdenkmal. Im Jahr 2004 wurde die Renovierung des Interieurs abgeschlossen und die kunstvollen Fresken von Johann Michael Rottmayr, der auch das Orgelfresko in der Karlskirche schuf, erstrahlen nun in alter Pracht.

Die kunstvollen Fresken von Johann Michael Rottmayr in der Wiener Peterskirche erstrahlen nach der Renovierung 2004 in neuer Pracht, Österreich - © Renata Sedmakova / Shutterstock
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Neben den Fresken sind auch der kunstvolle Altar mit dem Heiligen Petrus, die runde, goldgeschmückte Kanzel aus Speckstein, die aufwändig geschnitzten Kirchenbänke und das weiß-marmorierte Taufbecken sehenswert. Fresken, Statuen und andere Verzierungen der Peterskirche wirken dabei wunderbar wie aus einem Guss.

In der Krypta unter der Peterskirche findet jedes Jahr im Advent eine mittlerweile bekannt gewordene Krippenausstellung statt. Hier ist auch der älteste Teil der Kirche zu finden, ein Portallöwe, der noch aus frühromanischer Zeit (Ende 10. bis Ende 11. Jahrhundert) stammt.

Weiterführende Links:

Offizielle Website der Peterskirche in Wien
Öffnungszeiten und Touristen-Information zur Peterskirche in Wien