Ötscherhöhlen in Niederösterreich, Österreich

Die Ötscherhöhlen in den Ybbstaler-Alpen bilden ein fantastisches Labyrinth aus Hallen, Tunneln und Klüften, Österreich - © James Camel / franks-travelbox
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Das 25km lange Ötscherhöhlensystem liegt in den Ybbstaleralpen im südwestlichen Niederösterreich. Besichtigt werden kann die Ötscher-Tropfsteinhöhle, die beiden gut bekannten Einstiege Geldloch und Taubenloch sind nur von geübten Bergsteigern mit entsprechender Ausrüstung zu erklettern.

Die Ötscherhöhlen befinden sich im Zentrum von Österreich in den Ybbstaler Alpen, die sich über die Grenzregion der österreichischen Bundesländer Niederösterreich, Oberösterreich und Steiermark ziehen. Sie bilden auf einer Gesamtlänge von über 25km ein Labyrinth aus schrägen Klüften, Tunnelsystemen mit bis zu 15m Durchmesser, gigantischen Hallen und haarsträubenden Klüfte. Zu den bekanntesten zählen die Ötscher-Tropfsteinhöhle, das Taubenloch und das Geldloch, das früher auch Seeluckn genannt wurde.

Ötscher-Tropfsteinhöhle

Die Ötscher-Tropfsteinhöhle ist in Begleitung eines Höhlenführers von Besuchern begehbar. Die Schauhöhle befindet sich im Naturpark Ötscher-Tormäuer im westlichen Niederösterreich, ihre Gesamtlänge beträgt knapp 600m. Erstmals entdeckt wurde sie von Waldarbeitern, die vermutlich auf der Suche nach Silbererz waren. Stattdessen entdeckten sie die zu Säulen und Spitzen bizarr geformten Kalkablagerungen der Tropfsteinhöhle. Manche der Stalagmiten und Stalaktiten haben ganz besondere Formen, die ihnen Namen wie Elefantenohr, Flamingo, heilige drei Könige oder Madonna einbrachten. Die zwei unterirdischen Seen in der Ötscher-Tropfsteinhöhle werden als Obersee und Untersee bezeichnet.

Erreicht werden kann die Höhle vom Erlauftal aus, wo es auch Parkplätze gibt. Die Gehzeit von dort zum Höhleneingang beträgt ca. 45min. Der ursprüngliche Höhleneingang liegt etwas oberhalb des künstlich geschaffenen Stollens und wird aufgrund der unbequemen Einstiegsmöglichkeit in den Schacht nicht mehr verwendet. Führungen können an den Wochenenden von Mai bis Oktober gebucht werden, in den Sommermonaten Juli und August auch mittwochs.

Geldloch und Taubenloch

Die Besichtigung von Geldloch und Taubenloch ist nur von erfahrenen Bergsteigern mit entsprechender Ausrüstung möglich. Führungen werden nicht angeboten. Mögliche Einstiegslöcher befinden sich am Rauhen Kamm, einem Gratausläufer des Ötschers in Niederösterreich. Taubenloch (4km lang) und Geldloch (10km) wurden erst 1994 zum eigentlichen Höhlensystem zusammengeschlossen, dem sich eventuell noch das etwas weiter westlich gelegene ebenfalls riesig dimensionierte Pfannloch (4km) anschließen wird.

Die erste urkundliche Erwähnung von Geldloch und Taubenloch fand man aus dem Jahre 1592, erste Skizzen von Sebastian Rosenstingl gibt es von 1746. Systematische Erforschungen fanden ab Anfang des 20. Jahrhunderts statt, die letzte Forschungsfahrt wurde 1993 durchgeführt. Im Geldloch bildete den Endpunkt der Forschungen ein unausleuchtbar hoher Schlot, in dem ein Wasserfall herabstürzt. Die Forscher gaben diesem Teil der Höhle den bezeichnenden Namen „Tartaros”.

Gleich hinter dem Eingang zum Taubenloch befindet sich der „Melker Dom”, der größte Höhlenraum Niederösterreichs. Weiter geht es durch riesenhafte Hallen, Schächte und Klüfte bis zum Aquarium, dem tiefsten Punkt der Höhle knapp 500m unter dem Eingang. Hinter winzigen Schlurfen verbergen sich riesige Hallen und gigantische Labyrinthe aus Gängen, Schächten und Tunneln mit teilweise lebensbedrohlichen Verstürzen. Über einen Canyonschacht im so genannten Rhinozerostunnel wurde die Verbindung zum Geldloch hergestellt – der Schacht ist der bereits beschriebene Schlot des Tartarus.

Weiterführende Links:

Anfahrtsplan, Öffnungszeiten und Information zu Führungen in der Ötscher Tropfsteinhöhle
Bericht einer Wanderung zu Geldloch und Taubenloch inkl. Fotos