Museumsquartier (MQ) in Wien, Österreich

Das Wiener Museumsquartier, kurz auch MQ genannt, vereint auf seinem sehenswerten Areal ein mannigfaltiges kulturelles Angebot an Architektur, Kunst, Mode, Theater, Tanz, Literatur, Medien und Musik.

Das Museumsquartier im 7. Bezirk von Wien war zu seiner Eröffnung am 30. Juni 2001 das achtgrößte Kulturzentrum der Welt und zählt zu unseren Top 10 Sehenswürdigkeiten von Wien. Das sehenswerte Ensemble aus Kunst und Kultur liegt an prominenter Stelle am Ende der berühmten Mariahilfer-Straße und gegenüber dem weitläufigen Maria-Theresien-Platz mit dem Kunst- und Naturhistorischen Museum Wiens.

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BILDER: Museumsquartier in Wien

Fotogalerie: Museumsquartier in Wien

Bau des Museumsquartiers

Das Museumsquartier wurde im Jahr 1725 als kaiserliche Hofstallungen errichtet und beansprucht bis heute die längste Barockfassade Wiens für sich. Die neuen Museumsbauten, die nach der 1921 beschlossenen Umfunktionierung des Gebäudes zum Messepalast von 1998 bis 2001 errichtet wurden, bilden mit den historischen Mauern ein attraktives Ensemble.

Das mit weißem Muschelkalk verkleidete Leopoldmuseum steht in starkem Kontrast zum schwarzen Vulkangestein des MUMOK. Gemeinsam dominieren die beiden modernen Quaderbauten den Haupthof des Museumsquartiers mit der denkmalgeschützten Fassade der Winterreithalle, in der ebenfalls seit 2001 die Kunsthalle Wien zeitgenössische Kunst präsentiert.

Das Kulturzentrum wurde vom Architekturbüro Ortner & Ortner nach dem Vorbild des Centre Pompidou in Paris errichtet. Es fungiert als Veranstaltungsstätte für Konzerte, Theater und Musicals und beherbergt auf seiner Nutzfläche von 90.000 Quadratmetern auch zahlreiche Museen und kulinarische Einrichtungen.

Leopold-Museum

Das Leopold-Museum beeindruckt in erster Linie mit seiner bemerkenswerten Sammlung an Werken von Egon Schiele und Gustav Klimt, Wien, Österreich - © FRASHO / franks-travelbox
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Das Leopold-Museum wurde am 21. September 2001 eröffnet. Mit 350.000 kunstinteressierten Besuchern im Jahr ist das Leopold-Museum das meistbesuchte Gebäude im Museumsquartier. Seinen Namen hat das Leopoldmuseum vom Kunstliebhaber-Ehepaar Rudolf und Elisabeth Leopold, welches in den 1950er-Jahren mit seiner Sammlung begann und deren Kunstobjekte seit 1994 der privaten Stiftung des Leopoldmuseums gehören.

Besuch des Leopoldmuseums

Das Leopold-Museum ist mit weißem Muschelkalk verkleidet und wurde gemeinsam mit dem MQ im Jahr 2001 eröffnet, Wien, Österreich - © FRASHO / franks-travelbox
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Das Leopoldmuseum wird über eine imposante, zehn Meter breite Freitreppe betreten und verfügt über ein edel ausgestattetes Interieur. Der Boden besteht aus Eichenparkett und alle sichtbaren Metallteile aus patiniertem Messing. Neben den dauerhaften Kunstpräsentationen werden im Leopoldmuseum auch regelmäßig Sonderausstellungen abgehalten.

Egon Schiele und Gustav Klimt – die Stars im Leopold-Museum

Dem Augenarzt Rudolf Leopold ist die heutige weltgrößte Schiele-Sammlung des Leopoldmuseums zu verdanken. Sie bietet einen umfassenden Überblick über die Werke dieses weltbekannten österreichischen Expressionisten.

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Neben Gustav Klimt, dem Gründer der Wiener Secession, sind im Leopoldmuseum hunderte Meisterwerke der österreichischen Moderne vertreten. Dazu gehören Oskar Kokoschka, Josef Hofmann, Alfred Kubin, Richard Gerstl, Carl Moll, Eva Nagy und Koloman Moser. Zusätzlich zu den Gemälden und Zeichnungen der Künstler des 19. und 20. Jahrhunderts präsentiert das Leopoldmuseum originale Jugendstilmöbel und Objekte der Wiener Werkstätte.

Der oberste Stock des Leopoldmuseums bietet durch Panoramafenster einen fantastischen Blick über die Wiener Innenstadt. Vom Café mit Aussichtsterrasse fällt der Blick auf den lebhaften Innenhof des Museumsquartiers.

MQ-Libelle

Die so genannte MQ-Libelle ist eine geschwungene Glaskonstruktion, deren Installation am Dach des Leopoldmuseums im April 2014 beschlossen wurde. Ihre Eröffnung erfolgte allerdings erst am 4. September 2020. Seither bietet sie ein Kaffeehaus mit großzügiger Panorama-Terrasse in der so genannten „Wohlfühlzone“. Gemütliches Plaudern bei herrlicher Aussicht ist bei kostenlosem Zugang möglich.

MUMOK (Museum Moderner Kunst)

Im Museum Moderner Kunst (MUMOK) werden Ausstellungsstücke unter anderem von Andy Warhol, Pablo Picasso und Yoko Ono präsentiert, Wien, Österreich - © FRASHO / franks-travelbox
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Gegenüber dem hellen Kubus des Leopold-Museums thront das ganz mit schwarzem Vulkangestein verkleidete Museum Moderner Kunst. Ursprünglicher Standort des MUMOK war der Schweizer Garten, dort wurde es am 20. September 1962 als „Museum des 20. Jahrhunderts“ eröffnet. Die Sammlung des Museums, die sich auf bedeutende Werke der Klassischen Moderne konzentrierte, wuchs immer weiter an und bald wurde das Palais Liechtenstein als Außenstelle dazu gemietet.

Als dann 1981 auch noch die Kunstsammlung des Aachener Ehepaars Irene und Peter Ludwig als „Österreichische Ludwig-Stiftung“ teil des MUMOK wurde, wurde der Ruf nach einem neuen Standort endgültig laut. Und so erhielt das Museum 1991 seinen heutigen Namen und zehn Jahre später auch einen neuen Standort im Museumsquartier im Herzen von Wien. Die Eröffnung erfolgte am 15. September 2001.

Besuch des MUMOK

Das mit schwarzem Vulkangestein verkleidete MUMOK in Wien (Museum Moderner Kunst) präsentiert insgesamt 9.000 Ausstellungsstücke, Österreich - © FRASHO / franks-travelbox
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Auf 4.800 Quadratmetern Ausstellungsfläche präsentiert das MUMOK heute an die 9.000 Objekte, alles Höhepunkte moderner und zeitgenössischer Kunst. Schöpfer der Gemälde, Fotos, Skulpturen, Grafiken, Möbel und Filme sind unter anderem Pablo Picasso, Andy Warhol, Yoko Ono, Roy Liechtenstein oder Gerhard Richter. Zu den Stilrichtungen zählen Fluxus, Nouveau Réalisme, Klassische Moderne und der Wiener Aktionismus, der einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der Avantgarde leistete.

Seit 2011 ist mit Foto-, Video- und Filmarbeiten auch die moderne Technik im MUMOK vertreten. Die eindrucksvollen Symbiosen von Kunst und Film werden im hauseigenen Kino präsentiert, das vom österreichischen Künstler Heimo Zobernig gestaltet wurde.

Kunsthalle Wien

Blick auf die eindrucksvolle Kunsthalle Wien, die im Museumsquartier zwischen MUMOK und Leopold-Museum liegt und ihren Schwerpunkt auf zeitgenössischer Kunst hat, Österreich - © FRASHO / franks-travelbox
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Auch die eindrucksvolle Kunsthalle Wien zwischen MUMOK und Leopold-Museum legt ihren Schwerpunkt auf zeitgenössische Kunst. Hinter der denkmalgeschützten Fassade der ehemaligen Winterreithalle machen internationale Beispiele moderner Kunst auf höchstem Niveau die Kunsthalle Wien zu einem Pflichtprogrammpunkt für jeden kunstinteressierten Stadttouristen.

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Die Kunsthalle Wien hat keine eigene Sammlung und weder präferierte Künstler noch Themen, sondern organisiert wechselnde Ausstellungen und Projekte zum jeweils aktuellen Geschehen in der Kunstszene. Im Jahr 2002 wurde die Kunsthalle Wien vom italienischen Magazin ARTE unter die sechs besten Ausstellungshäuser Europas gewählt

Entstehung der Kunsthalle Wien

Detailansicht der denkmalgeschützten Fassade der Winterreithalle in dem die Kunsthalle Wien untergebracht ist, Österreich - © FRASHO / franks-travelbox
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Die erste Gestaltung der Kunsthalle Wien erfolgte im Jahr 1992 am Karlsplatz vor der Karlskirche. Damals waren die von Adolf Krischanitz entworfenen blau-gelben Bauten in Containerform, die als Museum fungierten, sowohl in der Kunst- und Architektur-Branche als auch bei Volk und Stadtregierung heftig umstritten.

2001 wurden die Ausstellungen in der heutigen Kunsthalle Wien in der ehemaligen Winterreithalle des neu eröffneten Museumsquartiers verlegt. Dort bilden zeitgenössische Architektur und moderne Kunst mit der barocken Reithalle aus der Kaiserzeit einen spannenden Kontrast.

Der Karlsplatz blieb weiterhin eine „Außenstelle“ der Kunsthalle Wien, aus den schmucklosen Containern wurde allerdings eine verglaste Ausstellungshalle ohne Stuckverzierungen und anderem Pomp, in der die Kunstobjekt praktisch wie im Schaufenster zu betrachten sind.

Diese Art der Präsentation passt sich seinen Ausstellungsobjekten an und eröffnet gänzlich neue Formen der Museumskultur. Auch das Café der Kunsthalle Wien hat seinen Standort nach wie vor am Karlsplatz und lädt mit seiner großzügigen Terrasse zum stillen Betrachten ein.

Tanzquartier Wien

Das Tanzquartier Wien ist das erste Produktions- und Veranstaltungszentrum Österreichs, das sich zu hundert Prozent dem zeitgenössischen Tanz widmet. Neben lokalen und internationalen Performances in den Hallen G und E werden im Tanzquartier auch professionelle Trainings und Tanzworkshops abgehalten.

Architekturzentrum Wien

Das Architekturzentrum im Museumsquartier beherbergt das österreichische Architekturmuseum und beschäftigt sich mit der Architektur und Baukultur des 21. Jahrhunderts.

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Neben Ausstellungen über Vergangenheit, Gegenwart und zukünftige Entwicklungen von architektonischer Planung und Städtebau werden im Architekturzentrum auch Vorträge, Kongresse und Podiumsdiskussionen zum Thema abgehalten. Sehenswert ist neben Führungen durch das Architekturzentrum auch das Restaurant CORBACI mit seinem opulent geschmückten Deckengewölbe.

ZOOM Kindermuseum

Zahlreiche Wegweiser sorgen im Museumsquartier in Wien für Orientierung der Besucher, Österreich - © FRASHO / franks-travelbox
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Das ZOOM Kindermuseum widmet sich ganz den kleinen Wien-Besuchern. Kinder von 8 Monaten bis 14 Jahren finden im Kindermuseum erstaunliche Dinge zum Entdecken, Forschen und Ausprobieren.

Als Seemann auf dem Schiff, Künstler, Wissenschaftler oder Architekt, Fotograf, Regisseur oder Tontechniker werden die Kids in die faszinierende Welt von Kunst, Kreativität und Technik eingeführt. Für besonders Wissbegierige stehen im Zuge der Wiener Kindervorlesungen Experten für die jungen Erwachsenen Rede und Antwort.

quartier21

Ein Jahr nach der Eröffnung des Museumsquartiers wurde das quartier21 eröffnet, welches auf einer Fläche von 7.000 Quadratmetern Platz für Veranstaltungen, Büros, Ateliers, Agenturen und Redaktionen mit den Schwerpunkten Mode, Design, Literatur, Street Art und digitale Kunst bietet. Im Zuge des „Artist-in-Residence-Programms“ können verschiedenste Gastkünstler im quartier21 für zwei Monate einziehen und ihre Kunstprojekte verwirklichen.

Dschungel Wien

Der „Dschungel Wien“ im Museumsquartier ist das „Theaterhaus für junges Publikumzwischen 2 und 25 Jahren und bietet von Schauspiel über Erzählungen bis hin zu Oper und Musiktheater ein breites Spektrum an künstlerischen Darbietungen. Das Dschungel Café ist mit viel Platz, gemütlichen Sofas und einer Spielecke ebenfalls äußerst kindgerecht konzipiert.

Sommer im MQ und die Enzis

Der Innenhof des Museumsquartiers in Wien hat sich aufgrund der zahlreichen kulinarischen Angebote zu einem Freizeit- und Erholungsbereich entwickelt, Österreich - © FRASHO / franks-travelbox
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Der Innenhof des Museumsquartiers hat sich aufgrund der zahlreichen kulinarischen Angebote zu einem Freizeit- und Erholungsbereich entwickelt. Vor allem bei schönem Wetter ist auf den so genannten Enzis (nach der Prokuristin des MQs, Daniela Enzi, benannt), den farbenfrohen Multifunktionsmöbeln der Architekten Anna Popelka und Georg Poduschka, kaum ein freier Platz zu finden.

Die Enzis werden übrigens jedes Jahr neu gestrichen, nachdem über die aktuelle Farbe per Internet-Voting entschieden wurde. 2010 wurde die Enzi-Familie um die „Enzos“ erweitert. Diese werden nicht jedes Jahr neu gestrichen, sondern nur bei Bedarf ausgetauscht und sind nicht nur kostengünstiger, sondern auch widerstandsfähiger als die Enzis.

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Als Pendant zum „Sommer im MQ“ gibt es auch den „Winter im MQ“, der mit attraktiver Beleuchtung einen Christkindlmarkt in Wien darstellt.

MQ-Point

Als Abschluss lohnt sich ein Zwischenstopp im MQ-Point. Hier können nicht nur Tickets für die Museen, sondern auch außergewöhnliche Geschenke erstanden werden, die zum Museumsquartier passend in künstlerischem Design gefertigt wurden. Vor allem die Kreationen des jeweiligen „Designer des Monats“ sind im MQ-Point zu erschwinglichen Preisen zu haben.

Weiterführende Links:

Offizielle Website des Museumsquartiers in Wien mit einem Überblick über alle Attraktionen
Offizielle Website des Leopold-Museums mit Eintrittspreisen und Öffnungszeiten
Offizielle Website des MUMOK mit Eintrittspreisen und Öffnungszeiten
Offizielle Website der Kunsthalle Wien mit Eintrittspreisen und Öffnungszeiten
Offizielle Website des Architekturzentrums im Museumsquartier mit aktuellen Veranstaltungen
Offizielle Website des Tanzquartiers im Museumsquartier mit Aufführungen und Ticketshop
Offizielle Website des ZOOM Kindermuseums mit Eintrittspreisen und Öffnungszeiten
Offizielle Website des „Dschungel Wien“ mit aktuellem Programm und Ticketshop
Offizielle Website des MQ-Point


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