Mariahilfer Straße in Wien, Österreich

Die Mariahilfer Straße zwischen Museumsquartier und Technischem Museum ist die größte und bekannteste Shopping-Meile Wiens, Österreich - © Gugerell CC0 1.0/Wiki
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In der k.u.k-Zeit war die Mariahilfer Straße die erste Einkaufsstraße Wiens und ist mit ihren Einkaufszentren, Lokalen und Boutiquen noch heute eine der bedeutendsten Shopping-Meilen der Stadt.

Die Mariahilfer Straße in Wien führt vom Museumsquartier bis zum Technischen Museum und ist die größte und bekannteste Shopping-Meile der Stadt. Im Gegensatz zu den edlen Shops am Graben und Kohlmarkt und der noblen Kärntner Straße werden auf der Mariahilfer Straße hauptsächlich Kleidung und Waren des täglichen Bedarfs angeboten.

BILDER: Mariahilfer Straße in Wien

 

Spricht man von der Mariahilfer Straße als Einkaufsstraße, ist meist die Innere Mariahilfer Straße gemeint, die bereits zu Zeiten der k.u.k.-Monarchie existierte. Sie führt bis zum Westbahnhof und geht auf der anderen Seite des Gürtels in die Äußere Mariahilfer Straße über. Auf ihrer Länge von 1,8 Kilometer wird sie von zahlreichen Cafés und Restaurants, In-Lokalen und Eisdielen, Einkaufszentren und Boutiquen, aber auch historischen Gebäuden gesäumt. Auch in den Seitenstraßen der Mariahilfer Straße sind zahlreiche Shops zu finden, die sich auf jede nur erdenkliche Art von Waren spezialisiert haben.

Das Generali-Center auf der Mariahilfer Straße wurde 1968 als erstes Einkaufszentrum in Wien eröffnet, Österreich - © Gugerell CC0 1.0/Wiki
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Shopping auf der Mariahilfer Straße

Abgesehen vom Goldenen U aus Graben, Kohlmarkt und Kärntner Straße besitzt die Mariahilfer Straße die meisten Geschäftsflächen Wiens. Zu den bekanntesten Shopping-Tempeln der Mariahilfer Straße zählen die Einkaufszentren La Stafa, Gerngross und das Generali-Center, das 1968 als erstes Einkaufszentrum in Wien eröffnet wurde, sowie riesige Stores nationaler und internationaler Marken wie H&M, Peek und Cloppenburg, Humanic oder Möbel Leiner.

Seit 2013 sind Teile der Mariahilfer Straße als Fußgängerzone ausgewiesen. In den so genannten Begegnungszonen sind alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt, Radfahrer und Autofahrer dürfen mit einer Geschwindigkeit von maximal 20km/h unterwegs sein.

„Kiss and Ride“

 „Kiss and Ride“-Schild der ÖBB in Wien, Österreich - © ErikClevesKristensen CC BY2.0/W
© ErikClevesKristensen CC BY2.0/W

Im Zuge des Umbaus der Mariahilfer Straße wurden so genannte „Kiss and Ride“-Zonen eingeführt. Diese sind auf Straßen mit starkem Verkehr dafür vorgesehen, jemanden mit dem Auto abzuholen oder aussteigen zu lassen und dann sofort wieder weiter zu fahren. Kurioses Detail am Rande: Angeblich wurde das „Kiss and Ride“-Schild bereits als Wegweiser zu Prostituierten missinterpretiert….

Berühmte Gebäude auf der Mariahilfer Straße

Zwischen den zahlreichen Shops und Lokalen lohnt es sich, nach dem einen oder anderen historischen Gebäude Ausschau zu halten.

Die Rahlstiege führt von der Mariahilfer Straße am Gänsemädchenbrunnen vorbei zur gut 6m tiefer gelegenen Rahlgasse, Wien, Österreich - © Gugerell CC0 1.0/Wiki
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Gleich zu Anfang fällt die imposante Rahlstiege auf, die von der Mariahilfer Straße am Gänsemädchenbrunnen vorbei zur gut 6m tiefer gelegenen Rahlgasse führt. Fast genau gegenüber liegen die ehemaligen k.u.k.-Hofstallungen, die heute das Museumsquartier beherbergen.

Stiftskaserne und Stiftskirche

An der Nummer 22-24 liegt die Stiftskaserne, die heute die Landesverteidigungsakademie und die Österreichische Militärbibliothek beherbergt. In ihrem Inneren befindet sich außerdem ein Flakturm mit einem Schutzbunker, in dem die österreichische Regierungsmitglieder im Notfall flüchten können. Ein Geheimgang führt bis zur Hofburg. Die benachbarte Stiftskirche heißt eigentlich Wiener Militär-Garnisonskirche zum Heiligen Kreuz und wurde 1739 vermutlich nach einem Entwurf von Joseph Emanuel Fischer von Erlach, Sohn des Architekten von Schloss Schönbrunn, errichtet.

Mariahilfer Kirche

Einem Bildnis in der 1660 geweihten Mariahilfer Kirche hat die berühmte Shopping-Meile in Wien ihren Namen zu verdanken, Österreich - © Gugerell CC0 1.0/Wiki
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Der 1660 geweihten Mariahilfer Kirche hat die Einkaufsstraße ihren Namen zu verdanken. Sie beherbergt eine Kopie des Gnadenbildes Mariahilf, dessen Original von Lucas Cranach dem Älteren geschaffen wurde. Neben der Mariahilfer Straße und Kirche verlieh das Bildnis auch noch dem Mariahilfer Gürtel und dem 7. Wiener Gemeindebezirk Mariahilf ihre Bezeichnung. Passend zum Namen ist in ihrer Krypta die so genannte „Gruft“, eine Betreuung für Obdachlose, eingerichtet. In der Adventszeit findet vor der Mariahilferkirche einer der stimmungsvollsten Weihnachtsmärkte Wiens statt.

An der Kreuzung zur Amerlingstraße liegt eine öffentliche WC-Anlage im Jugendstil, die 1913 errichtet wurde und heute unter Denkmalschutz steht. Ebenfalls historisch ist das unter Kaiserin Maria Theresia gegründete Hofmobiliendepot an der Ecke Andreasgasse, welches heute zu den größten Möbelmuseen der Welt zählt.

Auch der Westbahnhof am Europaplatz steht unter Denkmalschutz und wurde nach dem Umbau in den Jahren 2012 und 2013 zum schönsten Bahnhof Österreichs gewählt.

An der äußeren Mariahilfer Straße sind der Schwendermarkt, die Straßenbahnremise Rudolfsheim mit ihren denkmalgeschützten Hallen aus den Jahren 1901 bis 1903 und das Technische Museum, das älteste Stahlbetongebäude der Stadt, erwähnenswert.

Weiterführende Links:

Offizielle Website der Mariahilfer Straße in Wien