Kohlmarkt in Wien, Österreich

Der Kohlmarkt im ersten Bezirk ist mit seinen hochwertigen Shops die teuerste Einkaufsstraße von Wien, Österreich - © Kizel Cotiw-an / Shutterstock
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Der Kohlmarkt im ersten Bezirk ist mit seinen hochwertigen Shops die teuerste Einkaufsstraße von Wien und verströmt bei historischer Architektur kosmopolitisches Flair mit internationalen Luxus-Marken.

Schon von weitem blinken die Labels von Prada, Cartier, Gucci, Tiffany und Louis Vuitton über das Pflaster der Wiener Innenstadt. Mit einem durchschnittlichen Mietpreis der Geschäftslokale von knapp 400 Euro ist der Kohlmarkt im Herzen von Wien die teuerste und luxuriöseste Einkaufsstraße der österreichischen Hauptstadt. Er erstreckt sich vom Graben bis zum Michaelerplatz und bildet gemeinsam mit den beiden weiteren Fußgängerzonen der Kärntnerstraße und dem Graben das „Goldene U“ des gehobenen Wiener Handels.

Erstmals erwähnt wurde der „Kohlenmarkt“ im Jahr 1314, sein Ursprung geht jedoch bis auf jene Zeit zurück, als Wien noch das römische Legionärslager Vindobona war. Der Kohlmarkt führte damals zum Peilertor des Lagers und wurde bald zum Verkaufsplatz für Holzkohlehändler. Der wirtschaftliche Aufschwung des Kohl(en)marktes begann zu kaiserlichen Zeiten, als sich dort aufgrund der Nähe zur Hofburg zahlreiche luxuriöse Händler ansiedelten.

Internationale Luxus-Labels treffen auf k.u.k.-Vermächtnisse

Bis heute ist der Kohlmarkt Wiens Adresse mit den meisten Juwelieren, hochwertigen Parfümerien und Luxus-Boutiquen. Aufgrund der horrenden Mietpreise von durchschnittlich 370 Euro pro Quadratmeter sahen sich jedoch viele Traditionsunternehmen aus Kaisers Zeiten dazu gezwungen, den Standort zu wechseln. In ihren ehemaligen Geschäftslokalen prangen heute die Namen internationaler Luxuslabels, wie Louis Vuitton, Tiffany, Prada, Armani, Cartier, Gucci oder Chanel. Nach wie vor am Kohlmarkt vorhanden sind die k.u.k. Hofzuckerbäckerei Demel, die traditionelle Manz’sche Verlags- und Universitätsbuchhandlung oder der bekannte Kartograph Freytag & Berndt.

Trotz der luxuriösen Waren sollte man sich von dem Angebot in den Schaufenstern nicht allzu sehr blenden lassen, sondern auch hin und wieder die prachtvolle Architektur am Kohlmarkt bewundern. Auch das Interieur vieler Geschäftslokale, das nicht selten aus edlen Hölzern und Marmor besteht, weist bereits auf die Extravaganz der Waren hin.

Looshaus – Architektonisches Denkmal am Kohlmarkt

Das Looshaus am Michaelerplatz 3 zählt zu den bekanntesten Gebäuden am Kohlmarkt. Als eines der ersten Bauwerke der Moderne mit schlichter Fassade ohne aufwändige Verzierungen wurde es zu einem zentralen Wendepunkt der Wiener Architektur vom Historismus zur Moderne. Architekt war Adolf Loos, Bauunternehmen Pittel & Brausewetter. Damals wurde es von der vorerst geschockten Wiener Bevölkerung „Haus ohne Augenbrauen“ genannt, da nicht einmal Fensterdächer vorhanden waren. Der Legende zufolge ließ Kaiser Franz Joseph die Fenster der Hofburg am Michaelerplatz vernageln, damit er den „scheußlichen“ Bau nicht mehr sehen musste.

Das historische Haus aus dem frühen 20. Jahrhundert steht seit 1947 unter Denkmalschutz und 1987 großzügig von der Wiener Raiffeisenbank renoviert. Heute fällt das schlichte Gebäude, bei dem bereits bei der ursprünglichen Errichtung Zeit und Geld gespart wurden, lediglich durch sein mit Marmor verkleidetes Erdgeschoß auf. Die „Designzone Looshaus“ dahinter beherbergt internationale Ausstellungen und Veranstaltungen.