Katakomben von St. Peter in Salzburg, Österreich

Mit tönernen Altären ausgestattet ist die Maximuskapelle der höchstgelegene Andachtsraum der Katakomben von St. Peter in Salzburg, Österreich - © James Camel / franks-travelbox
© James Camel / franks-travelbox

Die Höhlen und Gänge im Fels des Mönchsberges wurden zwar nie als Grabstätte genutzt, sind jedoch als die Katakomben von St. Peter bekannt und bieten einmalige Ausblicke auf die Salzburger Innenstadt.

Direkt vom Friedhof der Erzabtei St. Peter führt ein Weg in die „Katakomben“ des Mönchsberges unter der Festung Hohensalzburg. Im Gegensatz zu den Katakomben von San Callisto in Rom sind dies jedoch keine Begräbnisstätten, sondern wurden vermutlich in der Frühzeit des Christentums als geheime Versammlungsräume und Wohnstätte für Einsiedler-Mönche verwendet.

Die Höhlen im Mönchsberg gehen auf die spätrömische Stadt Iuvavum zurück und können nahezu zur Gänze besichtigt werden. Über die Kommunegruft werden die Katakomben von St. Peter betreten. Diese ist der einzige Raum, der tatsächlich als Grabstätte dient, und zwar für Nannerl Mozart, Wolfangs Schwester und Johann Michael Haydn, Bruder des berühmten Komponisten Josef Haydn. Früher wurden hier die Toten aufgebahrt, wenn gerade weder Grab noch Gruft verfügbar war.

48 Stufen führen zur ersten Höhle der St. Peter-Katakomben, der Gertraudenkapelle im Mönchsberg von Salzburg, Österreich - © James Camel / franks-travelbox
© James Camel / franks-travelbox

Unterwegs in den Katakomben von St. Peter

48 direkt in den Fels geschlagene Stufen führen zur ersten Höhle der St. Peter-Katakomben, der 1178 eingeweihten Gertraudenkapelle. Die natürlich entstandene Höhle wurde von Menschenhand lediglich vergrößert und ist mit einem steinernen Altar und sechs Grabnischen ausgestattet. Noch heute werden hier Messfeiern abgehalten.

Von den Katakomben von St. Peter bietet sich ein schöner Blick über den Friedhof und auf den Salzburger Dom, Österreich - © James Camel / franks-travelbox
© James Camel / franks-travelbox

Weiter geht es zu einem Aussichtspunkt, von dem aus sich ein schöner Blick über Friedhof und auf den Salzburger Dom bietet, und über weitere 36 Stufen in die Maximuskapelle. Mit tönernen Altären aus dem 19. Jahrhundert ausgestattet ist die Maximuskapelle der höchstgelegene Andachtsraum der Katakomben.

Eine steinerne Tafel erinnert an das angebliche Martyrium des Heiligen Maximus in Iuvavum im Jahr 477, dem die Höhle 1178 geweiht wurde. Dieser soll sich angeblich mit weiteren 55 Gläubigen aus den Höhlen des Mönchsberges zu Tode gestürzt haben, nachdem sie von den Germanen belagert wurden. Mittlerweile ist klar, dass es sich bei dem Märtyrer nicht um Maximus aus Iuvavum, sondern um Maximianus aus Ioviacum handelte. Dennoch ließen frühe Historiker ihre falsche Theorie im wahrsten Sinne des Wortes in Stein meißeln.