Kaiserliche Schatzkammer in Wien, Österreich

Die Kaiserliche Schatzkammer in Wien beherbergt die größten geistlichen und weltlichen Schätze des ehemaligen Kaiserhauses von Österreich - © KHM mit MVK und ÖTM
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Die Kaiserliche Schatzkammer in Wien ist eine Abteilung des Kunsthistorischen Museums in der Hofburg, die die größten geistlichen und weltlichen Schätze des ehemaligen Kaiserhauses beherbergt.

Im Schweizerhof der prunkvollen Hofburg im Zentrum von Wien, in der einst die Kaiser residierten, verbergen sich einige der bedeutendsten Schätze der Welt. In der kaiserlichen Schatzkammer von Wien sind die kostbarsten Objekte des Hauses Habsburg und Habsburg-Lothringen untergebracht, die eine der exklusivsten Sammlungen dieser Art von unschätzbarem Wert darstellen.

Highlights der Wiener Schatzkammer

Die Kaiserliche Schatzkammer in Wien beherbergt die größten geistlichen und weltlichen Schätze des ehemaligen Kaiserhauses von Österreich - © KHM mit MVK und ÖTM
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Zu den kostbarsten Stücken der weltlichen Schatzkammer zählt die prunkvolle Kaiserkrone des Heiligen Römischen Reiches aus dem 10. Jahrhundert, mit der König Otto I. vom Papst gekrönt wurde, der zum ersten Mal das Deutsche Reich einte. Weitere unbezahlbare Kostbarkeiten sind der Krönungsmantel, das Reichsschwert und die Heilige Lanze, die einen Nagel vom Kreuz Christi enthalten soll und mit der Otto der Große eine 12.000 Mann starke Streitmacht bei der Lerchfeldschlacht 954 gegen die Ungarn führte.

Auch die geschichtsträchtige Krone von Kaiser Rudolf II. aus dem späten 16. Jahrhundert, die ab 1804 als offizielle Kaiserkrone Österreichs galt, jedoch nie einer der Herrscherhäupter zierte, ist in der Kaiserlichen Schatzkammer ausgestellt. Auch Zepter und Reichsapfel, die ultimativen Symbole der Macht im Kaiserreich, können in der weltlichen Schatzkammer bewundert werden. Mit ihren kostbaren Juwelen sind nie nicht nur von historischem, sondern auch immensem materiellen Wert.

Ebenfalls bemerkenswert sind der Schatz der Burgunder mit einem kostbaren Pokal aus Gold und Bergkristall aus dem 15. Jahrhundert und der Schatz des Ordens vom Goldenen Vlies, des höchsten Habsburger-Ordens, der auch liturgische Prunkstücke enthält.

Zwei weitere Kostbarkeiten sind die Achatschale, die man einst für den legendären Heiligen Gral hielt, und das Ainkhürn (wörtlich: Einhorn). Letzteres ist der Stoßzahn eines Narwals, der bis zur frühen Neuzeit für das Horn eines Einhorns gehalten wurde und damals verständlicherweise zu den kostbarsten Materialien überhaupt zählte. Beide Objekte gehören zu den „unveräußerlichen Erbstücken des Hauses Österreichs“, über die 1564 von den Brüdern Maximilian II., Ferdinand und Karl bestimmt wurde, ihre Weggabe auf ewig zu verbieten.

In der Geistlichen Schatzkammer sind kunstvoll bestickte Messgewänder, Ornate, Gemälde und Altäre ausgestellt, die hauptsächlich aus der Barockzeit stammen, jedoch auch von mittelalterlichem Reliquienkult erzählen.

Entstehung der Wiener Schatzkammer

Ferdinand I. war der erste Kaiser Österreichs, der im Jahr 1556 einen Verwalter für die kaiserliche Schatzkammer bestellte. Damals waren die Schätze noch bunt gemischt und wurden im Augustinerkloster der Hofburg aufbewahrt, jenem Trakt der heute auch die Albertina beherbergt. An dem Ort, an dem sich auch heute die geistliche Schatzkammer befindet, wurde einst schon von Maria Theresia der Kronschatz aufbewahrt. Seit 1871 waren ausgewählte Schätze der Öffentlichkeit zugänglich, die teilweise auch im Kunst- und Naturhistorischen Museum ausgestellt waren.

Die Schatzkammer in Wien wurde im Jahr 1918 nach der Auflösung der Monarchie als Abteilung in das bereits seit 1833 bestehende Kunsthistorische Museum auf der gegenüberliegenden Seite der Ringstraße eingegliedert, blieb räumlich jedoch in der Hofburg, genauer gesagt im Schweizerhof. Dieser stammt aus dem 13. Jahrhundert und ist der älteste Teil der Wiener Hofburg. Seinen Namen hat er von der Schweizergarde, die einst hier stationiert war. Die schmiedeeiserne Eingangstür aus dem 17. Jahrhundert, die noch das Monogramm von Kaiser Karl VI. enthält, ist bis heute erhalten.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurden alle habsburgischen Sammelobjekte neu geordnet und in den heutigen Räumlichkeiten der Kaiserlichen Schatzkammer zusammengeführt. Einige Bestandteile wurden in den Privatbesitz der Habsburger überführt und daher aus der Sammlung entfernt. Die von den Nationalsozialisten im Zweiten Weltkrieg nach Nürnberg gebrachten Schätze wurden nach Kriegsende von den US-amerikanischen Besatzern wieder zurückgebracht. Seitdem ist der Bestand der Kaiserlichen Schatzkammer unverändert.

Weiterführende Links:

Offizielle Website der Kaiserlichen Schatzkammer in Wien
Öffnungszeiten und Eintrittspreise der Schatzkammer in Wien