Hofkirche in Innsbruck, Österreich

Die Hofkirche von Innsbruck, Österreich, macht von außen einen eher unscheinbaren Eindruck, der durch ihr prächtiges Inneres jedoch sofort revidiert wird - © mr_coffee / Shutterstock
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Die Hofkirche von Innsbruck macht von außen einen eher unscheinbaren Eindruck, der durch ihr prächtiges Inneres mit dem Prunkgrab von Maximilian I. jedoch sofort revidiert wird.

Am Rand der Altstadt von Innsbruck, gleich neben der eindrucksvollen Hofburg, befindet sich auch die Hofkirche von Innsbruck. Der Haupteingang liegt zwar in der Universitätsstraße, für Touristen ist der (kostenpflichtige) Zutritt zur Kirche allerdings nur über das benachbarte Volkskunstmuseum möglich.

Die Hofkirche mit angeschlossenem Franziskanerkloster wurde im 16. Jahrhundert auf Anweisung von Kaiser Ferdinand I. von Niclas Türing dem Jüngeren errichtet, dessen gleichnamiger Großvater den berühmten Prunkerker mit dem Goldenen Dachl, Innsbrucks Wahrzeichen, schuf. Unter Ferdinand II., wurde 1578 die silberne Grabkapelle fertiggestellt, die heute neben dem Grab des Kaisers und seiner Gattin auch die marmorne Grabstätte von Katharina Loxan, einer Tante der Kaiserin, beherbergt.

Das Innere der Hofkirche in Innsbruck, Österreich, bildet mit Gemälden, Holzschnitzereien und Stuckarbeiten ein meisterhaftes Gesamtkunstwerk - © dnaveh / Shutterstock
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Das Innere der Kirche bildet mit Gemälden, Holzschnitzereien und Stuckarbeiten ein meisterhaftes Gesamtkunstwerk. Der vom Wiener Hofarchitekten Nikolaus von Pacassi errichtet Hauptaltar wird von Figuren der Hl. Theresia von Avila und des Hl. Franz von Aissisi flankiert. Einen zweiten Blick verdient auch die Orgel der Hofkirche. Die „Schwalbennest-Orgel“, die wie in Vogelnest an der Mauer „klebt“, wurde 1561 von Jörg Ebert geschaffen und gilt als größte nahezu vollständig erhaltene Renaissance-Orgel Österreichs.

Grabkirche mit leerem Grab

Die Hofkirche, auch Franziskanerkirche genannt, wurde von 1553 bis 1563 für genau einen Zweck errichtet – als Standort für das Grabmal von Kaiser Maximilian I, den Großvater des Auftraggebers. Der verstorbene Herrscher wählte als seine letzte Ruhestätte allerdings die Burg in Wiener Neustadt. Sein leeres Prunkgrab, welches von seinem Enkel Ferdinand I. von Wr. Neustadt nach Innsbruck geholt wurde, macht die Hofkirche dennoch weit über die Grenzen von Innsbruck hinaus bekannt.

Aufgrund der 28 schwarzen Bronzestatuen um das leere Grabmal von Kaiser Maximilian I. wird die Hofkirche von Innsbruck, Österreich, auch Schwarzmander-Kirche genannt - © dnaveh / Shutterstock
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Vor allem die 28 überlebensgroßen Figuren aus schwarzer Bronze rund um das kunstvolle Grabmal verleihen der Innsbrucker Hofkirche ihren unverwechselbaren Charakter. Aufgrund derer wird die Kirche auch „Schwarzmander-Kirche“ („Schwarze-Männer-Kirche“) genannt. Unter den Figuren, die auch Fürsten und Könige darstellen, sind die beiden Gemahlinnen von Maximilian I., Maria von Burgund und Bianca Maria Sforza, sowie sein Vater Friedrich III. und seine beiden Kinder zu finden.

Ganz ohne berühmten Leichnam musste die Hofkirche dennoch nicht auskommen, denn sie beherbergt das Grab von Andreas Hofer. Der Tiroler Freiheitskämpfer führte im frühen 19. Jahrhundert mit Erfolg die Aufstände gegen die bayrische Besetzung von Innsbruck und gilt seither als Volksheld. Auch zwei seiner Mitstreiter, Joachim Haspinger und Georg Hauger, fanden hier ihre ewige Ruhe.