Stabkirche von Borgund, Norwegen

Die Stabkirche von Borgund im Südwesten Norwegens ist eine der bekanntesten, schönsten und meistbesuchten Stabkirchen Norwegens - © Imfoto / Shutterstock
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Die Stabkirche von Borgund im Südwesten Norwegens ist eine der bekanntesten, schönsten und meistbesuchten Stabkirchen Norwegens.

Die Stabkirche in Borgund liegt in der Provinz Sogn og Fjordane im Südwesten von Norwegen. Die etwas an ein Knusperhäuschen erinnernde Kirche stammt aus der Zeit um 1150 und ist dem Apostel Andreas geweiht. Sie ist eine der am besten erhaltenen Stabkirchen in Norwegen, an der auch keine Veränderungen oder Erweiterungen vorgenommen wurden. Die fensterlose Form von damals wurde bewahrt, sie steht heute genau so da wie vor ca. 800 Jahren.

Die Stabkirche in Borgund repräsentiert die norwegische Stabbaukunst ausgezeichnet. Ihre Verzierungen bestehen aus Drachenköpfen zur Abschreckung böser Geister, Runeninschriften und Portalschnitzereien. Der Innenraum, in den man durch das Westportal gelangt, ist sehr schlicht gehalten, ohne Sitzgelegenheiten und durch die fehlenden Fenster schummrig-düster. Das wenige Licht dringt durch runde Gucklöcher in den Wänden in das Innere der Stabkirche. Südlich der Kirche steht noch ein separater Glockenturm, dessen Holzkonstruktion auch aus dem Mittelalter stammt.

Von der Kirche zum Museum und Touristenziel

Bis 1868 wurde die Stabkirche in Borgund noch regulär verwendet. Dann wurde 100 Meter weiter eine neue Gemeindekirche errichtet. 1877 wurde die Kirche von einem Verein mit dem Ziel der Erhaltung der Kirche gekauft. Seitdem ist die Stabkirche ein Museum und entwickelte sich immer mehr zu einer begehrten Sehenswürdigkeit. Die Schattenseite dieser Entwicklung ist, dass durch die vielen Besucher bereits massive Abnutzungserscheinungen an der Kirche registriert wurden. Teile wie z.B. der Laubengang sind mittlerweile für Besucher gesperrt. Für den Besuch der Stabkirche wir eine Eintrittsgebühr erhoben, aus der die Erhaltung der Stabkirche finanziert wird.

Die Stabkirche von Borgund liegt direkt an der Europastraße 16 zwischen Fagernes und Sogndal und kann von Anfang Mai bis Ende September tagsüber besichtigt werden. Ganz in der Nähe der Kirche gibt es ein Besucherzentrum mit einer interessanten Ausstellung zu den Stabkirchen in Norwegen.


Stabkirchen

Stabkirchen sind Kirchen aus Holz, bei denen die Wände aus senkrecht stehenden Stäben konstruiert wurden – daher auch der Name. Sie entstanden in Skandinavien zu Beginn des 11. Jahrhunderts als nach 200 Jahren Übergangszeit vom Heidentum zum Christentum das Christentum letztendlich Fuß fasste. Die Mehrzahl der Stabkirchen wurde im 12. und 13. Jahrhundert erbaut. Die ersten Stabkirchen waren noch recht einfache Gebäude. Die Stäbe wurden einfach in den Boden eingegraben und verfaulten daher auch recht schnell. Die heute noch erhaltenen Stabkirchen sind technische Weiterentwicklungen, die einen Steinsockel haben und unter anderem durch einen zwiebelartigen Aufbau der Außenwände der Feuchtigkeit besser widerstehen konnten. Die meisten Kirchen haben mehrfach gestaffelte, steile Dächer. An vielen Kirchen finden sich auch noch Elemente aus der nordischen Mythologie. Die meisten Stabkirchen (33 an der Zahl) stehen heute in Norwegen und haben Großteils noch eine gut erhaltene Bausubstanz aus dem Mittelalter.


Weiterführende Links:

Offizielle Seite des Vereins zur Erhaltung der Stabkirche Borgund (englisch)