Hafen in Rotterdam, Niederlande

Ein Containerschiff im Hafen von Rotterdam, einem der bedeutendsten Logistikzentren Europas, Niederlande - © Gerard Koudenburg / Fotolia
© Gerard Koudenburg / Fotolia

Der Rotterdamer Hafen ist einer der größten Warenumschlagsplätze der Welt und eines der bedeutendsten Logistikzentren Europas. Auf einer Länge von 40km legen jährlich bis zu 220.000 Schiffe an. Hafenrundfahrten von der Erasmusbrücke aus sind bei den Besuchern äußerst beliebt.

Der Hafen der niederländischen Stadt Rotterdam setzt sich westlich der Stadt aus mehreren Häfen zusammen und ist mit einer Fläche von ca. 125 km² einer der größten Seehäfen und der bei weitem größte Tiefseehafen der Welt. Schiffe mit dem enormen Tiefgang von bis zu 24m können hier immer noch anlegen, sie werden von einem der über 500 Schlepper am Hafengelände an die Terminals bugsiert.

Seine hervorragende Lage an der Nordsee und seine gut ausgebaute Anbindung an das Hinterland machen den Hafen Rotterdams auch gleichzeitig zu einem der wichtigsten Logistikzentren Europas, von dem über 500 regelmäßige Linien ungefähr 1.000 andere Häfen angesteuert werden. Bestehend seit dem 14. Jahrhundert, erfuhr er seinen Aufschwung im Zuge der Industrialisierung des Ruhrgebiets. Der Platzbedarf war so groß, dass die Hafenanlagen sogar noch auf künstlich aufgeschütteten Inseln im Meer ausgedehnt wurden.

Gewaltige Zahlen am Rotterdamer Hafen

Im Jahr 2010 haben im Rotterdamer Hafen über 34.400 Seeschiffe angelegt, das sind beinahe hundert pro Tag. Dazu kommen noch an die 180.000 Binnenschiffe von den umliegenden Flusswegen, die sich über die 40km langen Kaianlagen verteilen.

Knapp 430 Millionen Tonnen Güter wurden dabei umgeschlagen, davon ca. 112 Millionen an Containern und knapp 210 Millionen Tonnen Flüssigkeiten, das entspricht der halben Strecke einer Wassersäule mit der Grundfläche von 1×1 Meter von der Erde bis zum Mond. Der Rest bestand aus so genanntem „Trockengut”, wie zum Beispiel Kohle, Schotter oder Alteisen.

Ein Großteil der verschifften Ware ist Erdöl, dieser Umstand brachte dem Rotterdamer Hafen noch dazu den Titel „weltweit größter Erdölhafen” ein. Was nicht sofort in den fünf Raffinerien an Ort und Stelle verarbeitet wird, wird über Pipelines weiterverteilt.

Die Strategie des Hafens ist es, seine weltweit einflussreiche Position bis 2030 zu halten und noch auszubauen. Ständig wird an der Optimierung der Prozesse von Schiffsabfertigungen gefeilt. Lotsen, Schleppboot-Kapitäne, Schiffsführer und die „Port of Rotterdam Authority” sorgen für einen reibungslosen Ablauf und für maximale Sicherheit am Hafengelände. Den Überblick über das riesige Gelände ermöglicht das einzigartige Verkehrsmanagementsystem, welches die Bewegung der Schiffe in einem Umkreis von 60km verfolgen kann und an das Koordinationszentrum (Haven Coördinatie Centrum) weiterleitet. All diese Vorkehrungen haben dem Rotterdamer Hafen in Sachen Sicherheit einen international sehr guten Ruf beschert.

Besuch des Rotterdamer Hafens

Der Hafen von Rotterdam ist für Besucher frei zugänglich. Hafenrundfahrten sind äußerst beliebt, da man so bequem die gesamte Stadt und jede Menge Brücken besichtigen kann. Das Nordende der Erasmusbrücke bietet sich dafür als perfekter Ausgangspunkt an. Wer im September in Rotterdam ist, sollte sich seinen Besuch wenn möglich so einteilen, dass er beim alljährlichen Welthafentag dabei sein kann, indem der Hafen unter Festlichkeiten erstrahlt.

Weiterführende Links:

Die Entwicklung des Rotterdamer Hafens von 1400 bis heute