Gospa od Škrpjela in Perast, Montenegro

Die Gospa od Škrpjela ist eine Kircheninsel vor dem Küstenstädtchen Perast und liegt in der malerischen Bucht von Kotor, Montenegro - © ivanovskyy / Shutterstock
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Die Gospa od Škrpjela ist eine malerische Insel vor der Küste von Perast in der Bucht von Kotor in Montenegro. Auf der künstlich aufgeschütteten Insel wurde ein Kirche errichtet, in der eindrucksvolle Meisterarbeiten montenegrinischer und italienischer Künstler zu besichtigen sind.

Die Gospa od Škrpjela ist eine von zwei Inseln vor dem Küstenstädtchen von Perast in Montenegro. Neben der Insel Sveti Đorđe liegt sie inmitten der malerischen Bucht von Kotor (Boka Kotorska), die aufgrund ihrer atemberaubenden landschaftlichen Schönheit zum Weltnaturerbe der UNESCO zählt.

Die kleine Kircheninsel kann für ein paar Euro mit dem Boot erreicht werden und hat eine wahrlich einzigartige Entstehungsgeschichte, sie wurde nämlich künstlich aufgeschüttet. Die weniger romantische Fassung ist dass die Gospa od Škrpjela nach und nach durch mehrere Felsbollwerke und gesunkene Schiffe, die Steine geladen hatten, emporgewachsen ist.

Die beiden kleinen Klosterinseln Sveti Đorđe und Gospa od Škrpjela vor Perast geben dem Postkartenmotiv noch den letzten Schliff, Montenegro - © ddsign / Shutterstock
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Legende der Gospa od Škrpjela

Die Legende, die den Kindern erzählt wird, handelt jedoch von einem Seemann, der an dieser Stelle eine Ikone der Heiligen Gottesmutter gefunden hat. Diese trug er zu einem kranken Fischer, der auf der Stelle geheilt wurde. Von nun an platzierten die Seefahrer nach jeder erfolgreichen Heimkehr einen Stein auf dem Felsen. Der Steinhaufen wuchs nach und nach zu einer Insel an, die groß genug war, um eine Kirche darauf zu bauen.

Die Ikone aus dem 15. Jahrhundert ist heute auf einem traumhaften Altar aus schneeweißem Carrera-Marmor eines genuesischen Architekten im Inneren der Kirche zu sehen. Den „Ursprungsstein” hinter dem Altar, auf dem Ikone gefunden wurde, zu berühren, soll übrigens Glück bringen.

Geschichte der Gospa od Škrpjela

Im Jahr 1452 wurde mit der Gospa od Škrpjela (wörtlich übersetzt etwa „Maria vom Felsen”) die erste serbisch-orthodoxe Kirche auf der künstlichen Insel errichtet. Der römisch-katholische Sakralbau, der heute zu sehen ist, stammt aus dem Jahr 1632 und wurde knapp 100 Jahre später renoviert und ausgebaut. 1736 wurde sie von Ivan Zanobetti, dem Bischof von Kotor, geweiht. Das einschiffige Kirchengebäude im byzantinischen Stil wird von einer 11m breiten Kuppel und einem schlanken Glockenturm geziert, deren himmelblaue Dächer über die Küste von Perast leuchten.

Kunst in der Gospa od Škrpjela

Im prachtvoll ausgestatteten Innnenraum der Gospa od Škrpjela vor Perast sind knapp 70 kunstvolle Gemälde zu sehen, Montenegro - © Kiev.Victor / Shutterstock
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Im Innnenraum der Gospa od Škrpjela sind knapp 70 kunstvolle Gemälde zu sehen, die vom berühmten Barock-Künstler Tripo Kokolja aus Perast im 17. Jahrhundert geschaffen wurden und Szenen aus dem Leben und Wirken der Jungfrau Maria darstellen. Sein eindrucksvolles, 10m messendes Werk „Tod der Jungfrau” sticht sofort ins Auge. Weiter Malereien stammen von dem großen Meister Lovro Dobričević aus Kotor und einigen italienischen Künstlern, den beeindruckenden Wandteppich hat die Künstlerin Jacinta Kunić-Mijović aus Perast gefertigt. Die Stickarbeit kostete sie 25 Jahre, in denen sie auf die Heimkehr ihres Geliebten wartete. Neben Gold- und Silberfäden befinden sich auch Strähnen ihres Haars in dem einzigartigen Meisterwerk.

Neben dem Kirchenbau ist auch ein kleines Museum zu besichtigen, in dem kompetente Führer den Besuchern die Geschichte von Gospa od Škrpjela näher bringen.

Auch heute noch achten die Seefahrer penibel darauf, dass sich das Meer ihre Gospa od Skrpjela nicht zurückerobert. Das jährliche traditionelle Felsenwerfen findet immer am 22. Juli im Zuge des Festes „fašinada” statt, bei dem die Einheimischen Steine ins Meer werfen, um die Inselfläche zu vergrößern.