Ausgrabungsstätte Duklija (Dioclea) in Montenegro

Die Ruinen von Duklija, einer altrömischen Siedlung in Montenegro, sind teilweise noch in sehr gutem Zustand, wirken jedoch wie willkürlich auf der Wiese verstreut - © Vuksan Pejovic / Shutterstock
© Vuksan Pejovic / Shutterstock

Die römische Ruinenstadt Duklija liegt nördlich der montenegrinischen Hauptstadt Podgorica und zeigt frei zugänglich die letzten Überreste einer vor 2.000 Jahren bedeutenden Provinzhauptstadt.

Die altrömische Stadt Duklija, auch unter der Bezeichnung Duklja oder Dioclea bekannt, war einst Hauptstadt des Reiches Zeta, Vorläufer-Staat von Montenegro. Heute liegt sie etwa 3km nördlich der montenegrinischen Hauptstadt Podgorica und zählt zu den interessantesten Sehenswürdigkeiten der Region.

Geschichte von Duklija

Duklija wurde im ersten Jahrhundert vor Christus gegründet und war einst die größte Siedlung des illyrischen Stammes der Dokläer. Die Stadt gedieh auch unter den Römern. Vermutlich war es Kaiser Vespasian im späten ersten Jahrhundert nach Christus, der Duklija zur Stadt ausrief. Im angenehmen Klima, aufgrund der geografischen Lage gut zu verteidigen und wirtschaftlich erfolgreich, zählte Duklija bald an die 10.000 Einwohner. Nachdem die Römer ihr Reich aufteilten wurde Duklija Provinzhauptstadt von Dalmatien und später von Prevalitania.

Im 5. Jahrhundert waren die Tage von Duklija jedoch langsam gezählt. Nach dem Zerfall des Römischen Reiches verfiel auch Duklija, wurde mehrmals von Barbaren geplündert und von Erdbeben erschüttert. Im Jahr 620 fielen die Slawen in Duklija ein, worauf die Stadt fluchtartig von ihren Bewohnern verlassen wurde. Die Slawen bauten Duklija wieder auf, im 10. Jahrhundert erfolgte jedoch die erneute Zerstörung durch Türken und Albaner.

Besuch von Duklija

Seit der Zerstörung durch die Türken und Albaner liegt Duklija in Trümmern und ist kaum noch als Stadt zu erkennen. Lediglich Teile der östlichen Stadtmauer sind noch an ihrem ursprünglichen Ort zu finden. Die Ruinen von Duklija sind teilweise noch in sehr gutem Zustand, die Säulenreste, Kapitelle und niedrigen Steinmauern wirken jedoch wie willkürlich auf der Wiese verstreut. Es gibt auch kein Besucherzentrum oder Erläuterungen bei den einzelnen Ruinen. Dafür kann man meist ganz allein mit Schildkröten und Eidechsen römische Vergangenheit schnuppern.

Tipp: Wer mehr über Duklija erfahren möchte, sollte dem Museum von Podgorica einen Besuch abstatten. Dort sind weitere Fundstücke ausgestellt, die auch alle mit Erläuterungen versehen sind.

Anfahrt nach Duklija

Die Ruinenstätte ist gar nicht so einfach zu finden. Von Podgorica nach Danilovgrad überquert man die Zeta gleich bei der ersten Brücke und hält sich am anderen Ufer rechts. Eine enge Straße führt anschließend über Eisenbahnschienen bis zu einem Bahndamm, hinter dem die Überreste von Duklija auftauchen, die völlig kostenlos zugänglich sind.