Zitadelle von Soroca, Moldawien

Die Zitadelle von Soroca im Norden Moldawiens am Ufer der Dnister (rumänisch: „Nistru“) etwa 160km nördlich der moldawischen Hauptstadt Chişinău - © Kaetana / Shutterstock
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Die Zitadelle von Soroca ist ein mächtiges Bollwerk im Norden Moldawiens. Die uneinnehmbare steinerne Festung wurde vom großen Herrscher Ștefan cel Mare im 15. Jahrhundert errichtet und leistete Soroca bis ins 18. Jahrhundert gute Dienste als Verteidigungsanlage.

Die Zitadelle von Soroca befindet sich im Norden Moldawiens am Ufer der Dnister (rumänisch: „Nistru”) etwa 160km nördlich der moldawischen Hauptstadt Chişinău.

Ursprünglich war die Zitadelle eine hölzerne Festung, die im 15. Jahrhundert unter Symbolfigur und Herrscher Moldawiens Ștefan cel Mare (Stefan der Große) errichtet wurde. Damals diente sie als wichtiges Verbindungsglied zwischen vier weiteren Verteidigungsanlagen an der Dnister, zwei an der Donau und drei an der nördlichen Grenze des mittelalterlichen Moldawiens.

Unter Petru Rares, dem Sohn Ștefan cel Mares, wurde die Festung aus Stein weiter ausgebaut und auch die Stadtmauern Sorocas besser befestigt. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stießen Archäologen auf die hölzernen Fundamente der ersten Zitadelle, die exakt den heutigen Ausmaßen des Bollwerks entsprechen.

Seine heutige Form erhielt das eindrucksvolle Bauwerk Mitte des 16. Jahrhunderts von transsilvanischen Festungsbaumeistern.

Die Zitadelle von Soroca wurde in einem 30m messenden perfekten Kreis aus mächtigen Mauern errichtet, die durch fünf Wehrtürme noch verstärkt wurden, Moldawien - © Saenco Andrei / Shutterstock
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Die Zitadelle wurde in einem 30m messenden perfekten Kreis aus mächtigen Mauern errichtet, die durch fünf gewaltige Wehrtürme noch verstärkt wurden. Durch den einzigen eckigen Turm konnte die Festung betreten werden. Gleich über dem Eingang befand sich eine kleine Kapelle, die mit kunstvollen Fresken dekoriert ist. Im Inneren der Zitadelle wird sichtbar, dass das Bollwerk in drei Ebenen unterteilt wird. Der untere Stocke diente als Lagerraum, der zweite als Wohnräume der Soldaten und der dritte als Zugang auf die Mauer.

Innerhalb der Festung waren nur Soldaten untergebracht, in Kriegszeiten jedoch flüchteten sich auch die Bewohner Sorocas hinter die uneinnehmbaren Mauern der Zitadelle.

Im großen Türkenkrieg Ende des 17. Jahrhunderts gelang es den Truppen Sorocas, die anrückenden Osmanen erfolgreich in die Flucht zu schlagen. Nur gut 20 Jahre später hielt die Zitadelle unter dem russischen Herrscher Peter I., dem Großen, in der Pruth-Kampagne gegen die Türken stand. Mitte der 1730er-Jahre wurde die Festung von den Russen aufgegeben.

Legende der Zitadelle von Soroca

Der Sage nach sollen einst die Bevölkerung Sorocas und die Truppen der Zitadelle innerhalb der Festung eine Belagerung nur überlebt haben, weil ein weißer Storch Bündel von Trauben hinter die mächtigen Mauern brachte. Der weiße Storch mit Trauben im Schnabel ist seither eines der Symbole von Moldawien.

Heute ist die Zitadelle von Soroca eine bedeutende Sehenswürdigkeit der Stadt, die einen Großteil dazu beitrug, das mittelalterliche Soroca bis heute unversehrt zu erhalten. Während der Herrschaft der Sowjetunion über das heutige Moldawien war Soroca eine wichtige Industriestadt im Norden des Landes. Heute ist Soroca eine moderne Bezirkshauptstadt mit gut ausgebauten Straßen, Gymnasien, Märkten und Krankenhäusern.