Felsenkloster von Tipova, Moldawien

In den spektakulären Schluchten in der Umgebung von Tipova, Moldawien, ist das Felsenkloster Uspenski aus dem 6. Jahrhundert die größte Attraktion - © Vaganych CC BY-SA 3.0/Wiki
© Vaganych CC BY-SA 3.0/Wiki

Das kleine Örtchen Tipova in Moldawien, 100km nördlich der Hauptstadt Chişinău beeindruckt durch seine malerische Landschaft und sein uraltes Felsenkloster, das direkt in einen Steilhang am Ufer der Dnister gehauen wurde.

Das kleine Örtchen Tipova im Norden Moldawiens (auch „Zipowa” oder „Zypowo” geschrieben) befindet sich am Ufer des Flusses Dnister (auch bekannt unter der rumänischen Bezeichnung „Nistru”), der nach seiner Reise durch Moldawien und die Ukraine nahe der Stadt Odessa ins Schwarze Meer mündet.

Naturschutzgebiet von Tipova

Tipova liegt etwa 100km nördlich der moldawischen Hauptstadt Chişinău und wurde im Jahr 1746 das erste Mal erwähnt. Erreicht man das verschlafene Dorf, hat man nicht das Gefühl dass sich seitdem besonders viel geändert hätte. Die kleinen bunten Häuser sind alle mit einer Steinmauer umgeben und vor jedem Tor steht ein eigener Brunnen – überall grüßt das Mittelalter.

Diese absolute Ruhe und Abgeschiedenheit hat sich äußerst positiv auf die landschaftliche Umgebung von Tipova ausgewirkt. Rund um die Siedlung befindet sich das Naturschutzgebiet von Tipova, in dem spektakuläre Schluchten zu besichtigen sind. Die Nebenflüsse der Dnister formen zahlreiche Wasserfälle, an denen die Wassermassen bis zu 16m in die Tiefe stürzen. Die Unberührtheit der traumhaften Landschaft und das historische Flair von Tipova zeugen von der historischen Kultur und der Naturverbundenheit der Moldawier. Zahlreiche Wege durch die sanften Wälder Moldawiens laden zum Wandern und Entspannen ein.

Felsenkloster Uspenski

Das absolute Highlight in der fantastischen Landschaft um Tipova ist jedoch das orthodoxe Felsenkloster Uspenski aus dem 6. Jahrhundert. Es ist das größte Felsenkloster in Moldawien und eines der größten in Europa. Wann oder von wem das Kloster in den Steilhang gemeißelt wurde, ist nicht klar. Feststeht, dass der Mönche Vortolomeu, der auch das Saharna-Kloster gründetet, das Uspenski-Kloster im Jahr 1776 renovieren ließ.

Das gewaltige Höhlenkloster wurde direkt in den Kalkstein einer Steilwand am Ufer der Dnister in den Fels geschlagen. Mitten zwischen bewachsenen Steinen tun sich vor dem staunenden Auge Treppen, Türen und Fenster im Berg auf. Auf drei Ebenen befinden sich insgesamt 18 Mönchszellen, die seit 1995 wieder von Mönchen bewohnt sind. Im Gegensatz zu anderen Klöstern in Moldawien ist Uspenski geradezu komfortabel. Die Zellen der Mönche sind relativ geräumig und können sogar beheizt werden.

Im Jahr 1975 wurde das eindrucksvolle Gebäude als einzigartiges Muster des vorchristlichen Steinbaus unter Staatsschutz genommen. Das imposante Kloster im Fels ist für die Öffentlichkeit zugänglich und kann besichtigt werden. Früher war das Kloster nur durch enge Pfade zu erreichen, seit sich die Mönche jedoch nicht mehr vor Feinden fürchten müssen, wurden die Pfade ausgebaut und sind auch für Touristen zugänglich.

Die Legende des Felsenklosters von Tipova

Der Sage nach soll die politische Symbolfigur und größter Herrscher in der Geschichte Moldawiens, Ștefan cel Mare (Stefan der Große) im Kloster Uspenski seine Geliebte Maria Voichita geehelicht haben. Angeblich soll er hier auch begraben worden sein. Eine weitere Legende besagt, dass der berühmte antike Sänger Orpheus in einer Nische in Uspenski bestattet wurde.