Kasematten in Luxemburg Stadt, Luxemburg

Die Kasematten in der Stadt Luxemburg sind eindrucksvolle unterirdische Verteidigungssysteme aus steinernen Höhlen und Gängen - © Raymond Thill / Fotolia
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Die Kasematten in Luxemburg sind ein unterirdisches Netz an Gängen und Höhlen, das zu Verteidigungszwecken ab dem 17. Jahrhundert angelegt wurde. Es trug dazu bei, dass Luxemburg eine der am besten befestigten Städte Europas war.

Die Kasematten in der Hauptstadt von Luxemburg sind Überreste der historischen Befestigungsanlagen aus dem 17. Jahrhundert. Heute noch zu besichtigen sind die Petruss-Kasematten und die Bock-Kasematten. Das eindrucksvolle unterirdische Verteidigungssystem aus steinernen Höhlen und Gängen wurde im Jahr 1994 gemeinsam mit der Altstadt von Luxemburg von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

BILDER: Kasematten in Luxemburg Stadt

 

Luxemburg war in den vergangenen Jahrhunderten eine hart umkämpfte Stadt und wurde mehrmals erobert. Im Lauf der Jahrzehnte wurde Luxemburg zur bestbefestigten Stadt Europas mit mächtigen Bollwerken und ausgeklügelten Verteidigungssystemen.

Petruss- und Bock-Kasematten

Die ersten Kasematten entstanden im Jahr 1644, als Luxemburg unter spanischer Herrschaft war und wurden 40 Jahre später durch Vauban, einem französischen Marschall und Festungsbauer, weiter ausgebaut. Unter seiner Aufsicht entstand das unterirdische Netz der Petruss-Kasematten. Diese wurden im Jahr 1903 gänzlich zugemauert, 30 Jahre später jedoch für die Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht.

Für die Bock-Kasematten, die in den so genannten Bockfelsen, einem markanten Felsvorsprung über der Azette, gehauen wurden, waren Mitte des 18. Jahrhunderts die Österreicher verantwortlich.

Die Kasematten führten auf mehreren Ebenen kreuz und quer durch den Fels und hatten damals eine Gesamtlänge von 23km, Luxemburg - © Scirocco340 / Shutterstock
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Die Kasematten führten auf mehreren Ebenen kreuz und quer durch den Fels und hatten damals eine Gesamtlänge von 23km. Allein auf den 110m der Bock-Kasematten waren über 1.000 Soldaten und 50 Kanonen stationiert. Einige der Stollen reichten bis 40m tief unter die Erde und beherbergten neben Geschützen auch Küchen, Schlachthöfe und Bäckereien, um im Fall einer Belagerung überleben zu können. Kein Wunder also, dass Luxemburg auch „Gibraltar des Nordens” genannt wurde.

Einige der Stollen der "Kasematten" reichten bis 40m tief unter die Erde und beherbergten neben Geschützen auch Küchen, Schlachthöfe und Bäckereien, Luxemburg - © Leonid Andronov / Shutterstock
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Im Jahr 1867 wurde jedoch in der Londoner Konferenz die Neutralität Luxemburgs beschlossen und alle Verteidigungseinrichtungen mussten vernichtet werden. Neben den 24 Forst, die Luxemburg befestigten, fielen auch die Kasematten der Sprengung zum Opfer, von den 23km blieben jedoch 17 bis heute erhalten, da sonst das Fundament der gesamten Stadt in Gefahr gebracht worden wäre. Die Schießscharten und Eingänge wurden jedoch verschlossen. Trotzdem besitzen noch immer einige Häuser im Keller Zugänge zu den Kasematten und im Stadtarchiv sind noch über 1.000 Karten des unterirdischen Kasematten-Netzwerks zu finden.

Detailansicht der Kasematten; in den beiden Weltkriegen leisteten sie der Bevölkerung der Stadt Luxemburg als Schutzbunker gute Dienste - © Jaroslav Moravcik / Shutterstock
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In den beiden Weltkriegen leisteten sie der Bevölkerung der Stadt Luxemburg als Schutzbunker gute Dienste. 35.000 Menschen entgingen so den feindlichen Bombenangriffen. Heute dienen die Kasematten der Stadt nach wie vor, jedoch auf friedliche Weise als wichtige Sehenswürdigkeit Luxemburgs. Die Bock-Kasematten und die Petruss-Kasematten können beide im Zuge von Führungen besichtigt werden. Jährlich besuchen an die 100.000 Touristen das Vermächtnis der damaligen Feldherren.

Weiterführende Links:

Preise und Öffnungszeiten der Bock-Kasematten
Preise und Öffnungszeiten der Petruss-Kasematten