Fort Thüngen in Luxemburg Stadt, Luxemburg

Das mächtige Fort Thüngen bietet einen traumhaften Blick über Luxemburg - © Raymond Thill / Fotolia
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Das Fort Thüngen ist ein historisches Überbleibsel der mächtigen Verteidigungsanlagen in der Stadt Luxemburg. Das „Museum der Drei Eicheln“ erzählt die turbulente Geschichte des heftig umkämpften Bollwerks.

Das mächtige Fort Thüngen ist Teil der historischen Befestigungsanlage der Stadt Luxemburg und zählt seit 1994 gemeinsam mit der Altstadt von Luxemburg zum Weltkulturerbe der UNESCO. Es befindet sich auf dem Kirchberg im Nordosten der Stadt und bietet einen traumhaften Blick über Luxemburgs Hauptstadt.

Das Fort Thüngen wird auf Luxemburgisch Dräi Eechelen („Drei Eicheln”) genannt. Seinen Luxemburgischen Namen hat das Fort den drei Rundtürmen am Anfang der Burg zu verdanken, auf dessen Dächern überdimensionale goldene Eicheln angebracht wurden.

Das eindrucksvolle Fort Thüngen wurde im Jahr 1732 um die etwa 50 Jahre zuvor errichtete Verteidigungsanlage „Redoute du Parc” auf Befehl des österreichischen Kommandanten Freiherr Adam Sigmund von Thüngen erbaut. Dieser hatte ab 1733 drei Jahre lang Befehlsgewalt über die Festung inne und diente dem Fort auch als Namensgeber.

Das viel umkämpfte Bollwerk, dessen Fundament aus der Vogelperspektive einem gigantischen Pfeil gleicht, war von einem tiefen Graben umgeben und auch als „Gibraltar des Nordens” bekannt. Vom Fort Obergrünewald konnte es über einen knapp 170m langen unterirdischen Tunnel erreicht werden. Wie die Stadt selbst so wechselte auch das Fort Thüngen des Öfteren seinen Besitzer und ging von den Franzosen an die Holländer, danach an die Spanier und schließlich an die Preußen über. Letztere wussten über die für die Weltmächte strategisch attraktive Lage Bescheid und verstärkten die Befestigungsanlagen im Jahr 1860 noch weiter. Nur 10 Jahre später wurde es bis auf die drei Rundtürme abgerissen, da in der Londoner Konferenz im Jahr 1867 die Neutralität Luxemburgs beschlossen wurden und somit alle Verteidigungsanlgen vernichtet werden mussten.

In den 1990er Jahren wurden die Grundmauern des Fort Thüngen wieder freigelegt und die Außenmauern rekonstruiert. Plan war, dass auf dem historischen Gelände das neumodische Museum für Moderne Kunst („Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean”) entstehen und somit Altes mit Neuem verbunden werden sollte. Der chinesische Architekt Ieoh Ming Pei stieß mit seinen Ursprungsplänen jedoch auf heftigen Widerstand der Bevölkerung. Letztendlich wurde das Museum 2006 neben der Festung eröffnet und geht heute dennoch eine einzigartige Symbiose mit den historischen Burgmauern ein.

Museum der Drei Eicheln

Innerhalb der Burg wurde im Jahr 2012 ein (besser passendes) Festungsmuseum eingerichtet, das Musée Dräi Eechelen („Museum der Drei Eicheln”), welches die Geschichte des beeindruckenden Bollwerks erzählt. Im Museum sind einzigartige Objekte und Dokumente zu sehen, unter anderem Fotografien des originalen Fort Thüngen vor seiner Zerstörung. Die Galerien und Minen, in denen das Museum untergebracht ist, sind zum Großteil ebenfalls noch aus dem frühen 19. Jahrhundert. In einem Multimedia-Raum erleben die Besucher einen virtuellen Rundgang durch das eindrucksvolle Bollwerk. Rund um den Park und das Museum befindet sich der von Landschaftsgestaltern angelegte Parc Dräi Eechelen, in dem sich nun auch das Museum für moderne Kunst erhebt.

Weiterführende Links:

Offizielle Seite des Musée Dräi Eechelen (französisch)