Denkmal der Gëlle Fra in Luxemburg Stadt, Luxemburg

Die 21m hohe
© skyfish / Shutterstock

Das Denkmal der Gëlle Fra auf dem Place de la Constitution in Luxemburg-Stadt wurde für die Opfer des Ersten Weltkrieges errichtet und gilt mittlerweile als Symbol für Frieden und Widerstand.

Das Denkmal am Rande der Luxemburger Altstadt heißt eigentlich „Monument du Souvenir” und erinnert an die gefallenen Soldaten des Ersten Weltkriegs. Schöpfer des Denkmals ist der luxemburgische Künstler Claus Cito, der das Monument im Jahr 1923 fertigstellte.

Die vergoldete Frauenstatue aus Bronze blickt mit einem Lorbeerkranz in den erhobenen Händen von einem 21m hohen Obelisken aus Granit auf die Straße hinab. Wer für die Figur Modell stand ist unbekannt. Tatsache ist jedoch, dass das Mahnmal bei seiner Enthüllung aufgrund der leichten Bekleidung der Gëlle Fra für Aufsehen sorgte. Die Kirche bezeichnete die Gëlle Fra sogar als „reinste Nudität”.

Die 21m hohe "Gëlle Frau" ("Goldene Dame") am Place de la Constitution in Luxemburg Stadt erinnert an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs - © skyfish / Shutterstock
© skyfish / Shutterstock

Die beiden Bronze-Statuen zu ihren Füßen verkörpern einen gefallenen Soldaten und einen weiteren, der um seinen Kameraden trauert. Die beiden Statuen stehen für die tausende tapferen Männer, die sich im Ersten Weltkrieg zum Dienst in Frankreich meldeten und nicht nach Hause zurückkehrten.

Mittlerweile ging die Gëlle Fra mit der Geschichte und gilt nun auch als Denkmal an die Opfer des Zweiten Weltkriegs und des Koreakrieges. Außerdem wird sie von der Luxemburger Bevölkerung als Symbol für Freiheit und Widerstand angesehen.

Sturz der Gëlle Fra

Im Zweiten Weltkrieg, genauer gesagt am 21. Oktober 1940, wurde die Gëlle Fra von deutschen Besatzern von ihrem Sockel gestürzt. Einige hundert Personen wohnten dem Spektakel bei und demonstrierten lautstark gegen die Demontierung, sodass gleich 48 Personen von den Nationalsozialisten verhaftet wurden. Die Statue blieb fortan verschwunden.

Erst im Jahr 1980 tauchte die Gëlle Fra wieder auf. Sie wurde von zwei Beamten unter der Haupttribüne des Luxemburger Fußballstadions wieder gefunden und war in bemitleidenswertem Zustand. Der Fund wurde erst ein Jahr später in der Zeitung bekannt gegeben. 1984 war das Kunstwerk originalgetreu wieder vollendet, sodass die Statue bei der Expo 2010 in Shanghai den Eingang zum Luxemburg-Pavillion flankieren konnte. Am 23. Juni 1985 wurde die Gëlle Fra unter Beisein der luxemburgischen Regierung wieder eingeweiht.