Historischer Höhenweg Eschnerberg, Liechtenstein

Blick auf den Alpstein, Liechtenstein - © gandolf / Fotolia
© gandolf / Fotolia

Der historische Höhenweg Eschnerberg im Norden von Liechtenstein führt durch atemberaubende Natur und vorbei an Burgruinen und Ausgrabungsstätten, die auf die ersten Siedlungen des Fürstentums zurückgehen.

Das Gemeindegebiet von Eschen mit dem zugehörigen Eschnerberg liegt im Norden des Fürstentums Liechtenstein an der Grenze zu Österreich und gilt als Wiege der Menschheit in Liechtenstein. Auf dem Eschnerberg und in seiner Umgebung stießen Archäologen auf prähistorische Siedlungsgebiete aus der Jungsteinzeit, deren Ausgrabungsstätten am „Historischen Höhenwegs Eschnerberg” besichtigt werden können.

Auf den Hügelkuppen Malanser, Lutzengüetle und Borscht am Eschnerberg wurden Liechtensteins älteste Hinweise auf menschliche Besiedlung des Fürstentums gefunden. Die Siedlungen Malanser und Schneller werden auf 4.700 bis 4.000 vor Christus datiert. Geräte und Werkzeuge aus Stein und Knochen, Keramikscherben und Gebäudereste beweisen ihre Existenz.

Der historische Höhenweg Eschnerberg wurde in den 1970er Jahren ins Leben gerufen und verbindet die einzelnen Ausgrabungsstätten miteinander. Der idyllische Wanderweg präsentiert neben traumhaftem Bergpanorama die turbulente Geschichte des Eschnerbergs in den letzten fünf- bis sechstausend Jahren.

Verlauf des historischen Höhenwegs am Eschnerberg

Der historische Höhenweg führt von der Gemeinde Bendern durch ruhige Waldstücke, idyllische Weinberge und sanfte Hügel nach Schellenberg und kann ganzjährig bewandert werden. Zu jeder Jahreszeit bietet er seine eigenen Reize. Immer wieder eröffnen sich atemberaubende Rundblicke auf das Rheintal, den schroffen Alpstein, die schneebedeckten Gipfel der Alvierkette und die felsigen Berge des Rätikons.

Blick auf den Rätikon, Liechtenstein - © Netzer Johannes / Fotolia
© Netzer Johannes / Fotolia

Wanderer passieren auf dem 6km langen Pfad einige archäologische Fundstellen und zwei Burgruinen aus dem 14. Jahrhundert, Alt- und Neu-Schellenberg.

Tipp: Verpflegung mitnehmen! An der Ruine Neu-Schellenberg ist ein Grillplatz angelegt, der sich vor allem bei Familien großer Beliebtheit erfreut. Die Ruine Alt-Schellenberg wurde mit einem Picknick-Platz ausgestattet.

Der gesamte Weg erstreckt sich über etwa 200 Höhenmeter und ist in etwa 3h zu bewältigen. Über 40 Tafeln informieren über die Ausgrabungen, historische Gebäude, naturgeschichtliche Ereignisse, Geschichte und Legenden der fünf Gemeinden im Liechtensteiner Unterland.

Weitere Rundwanderwege durch das Gebiet am Eschnerberg bis zu einer Länge von 23km sind tragen die Bezeichnungen „Schimmelreiter”, „Lutzengüetle-Krug”, „Lindenblatt”, „Versteinerung Ammonit” und „Ruine Neu-Schellenberg”.

Im Ortskern der Gemeinde Schellenberg befindet sich der Endpunkt des Historischen Höhenwegs Eschnerberg. Dort sind die denkmalgeschützte Neue Pfarrkirche aus dem Jahr 1963 und ein Bauernhaus aus dem 16. Jahrhundert besonderes sehenswert. Letzteres fungiert als Außenstelle des Landesmuseums in Vaduz und präsentiert die bäuerliche Wohnkultur Ende des 19. Jahrhunderts.

Weitere Ausgrabungen: Im 6km entfernten Nendeln gibt es ebenfalls eine hochinteressante archäologische Stätte zu besichtigen. Dort wurde ein römischer Gutshof aus dem 2. Jahrhundert freigelegt und zu Lehrzwecken in eine Schule integriert.

Weiterführende Links:

Wanderkarte des Höhenweges Eschnerberg
Info zum römischen Gutshof in Nendeln