Burg Gutenberg in Balzers, Liechtenstein

Die Burg Gutenberg erhebt sich auf ihrem etwa 70m hohen Burghügel malerisch über der Gemeinde Balzers  und gilt als Wahrzeichen der Stadt, Liechtenstein - © MajusC00L / Fotolia
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Die hochmittelalterliche Burg Gutenberg thront majestätisch auf einem Hügel über der Stadt Balzers im Süden Liechtensteins. Die malerische Kulisse der stattlichen Burg wird für verschiedenste kulturelle Veranstaltungen und Feierlichkeiten verwendet.

Die Burg Gutenberg befindet sich in Balzers an der Südspitze des Fürstentums Liechtenstein. Die hochmittelalterliche Burg erhebt sich auf ihrem etwa 70m hohen Burghügel malerisch über der südlichsten Gemeinde Lichtensteins und gilt als Wahrzeichen der Stadt im Rheintal.

Der Burghügel der Burg Gutenberg war Ausgrabungen zufolge bereits um 5.000 vor Christus besiedelt und wurde höchstwahrscheinlich schon damals als Kulturstätte benutzt. Im Zuge der Forschungen wurden mehrere, vermutlich rituelle, Menschen- und Tierfiguren aus Bronze gefunden, von denen der 12cm große „Mars von Gutenberg”, dessen Kopie den Balzner Stadtbrunnen ziert, und ein 6.000 Jahre altes Tongefäß der jungsteinzeitlichen Rössener Kultur besonders erwähnenswert sind. Römische Münzen und Überreste von Mauern könnten von einem früheren Wachposten des Römischen Reiches stammen.

Geschichte der Burg Gutenberg

Das erste Gebäude auf dem Gutenberger Burghügel war vermutlich die urkundlich belegte St. Donatus Kirche inklusive Friedhof, der jedoch im 12. Jahrhundert aufgegeben und durch eine Befestigungsmauer ersetzt wurde. Im 13. Jahrhundert war die Burg Gutenberg Sitz der Herren von Frauenberg, 1314 ging sie nach dem Tod des bekannten Minnesängers Heinrich von Frauenberg an die Habsburger.

Nach und nach kamen auch Zinnen, Wachtürme und eine Zugbrücke hinzu, die großzügigsten Erweiterungen erfolgten Anfang des 16. Jahrhunderts unter dem österreich-stämmigen römisch-deutschen Kaiser Maximilian I, dem so genannten „letzten Ritter”. Burg Gutenberg diente vor allem der Verteidigung gegen die Helvetier und die Schwaben, Einschusslöcher in ihren dicken Mauern zeugen noch heute vom damaligen Beschuss.

Ab dem 16. Jahrhundert begann die Burg jedoch zu verfallen, Ende des 18. Jahrhunderts dienten sie nach einem Großbrand als Steinbruch, um Balzers wieder aufzubauen. Anfang des 20. Jahrhunderts erstand der Liechtensteiner Künstler Egon Rheinberger die Ruine und möglichst originalgetreu vollkommen restauriert, um Kapelle, Kaplanei und Schmiede erweitert und neu eingerichtet. 1979 ging sie in Staatsbesitz über und wurde 2010 einer erneuten Renovierung unterzogen.

Fantastisches Ambiente auf der Burg Gutenberg

Auf ihrem völlig freistehenden grünen Felshügel im Zentrum von Balzers erweckt die Burg aus hellem Stein mit ihren ziegelroten Dächern heute den Anschein, sie wäre einem Märchen entsprungen. Fällt das Gelände im Süden noch flach ab, so ist der Hügel im Westen von einer Steilküste des Rheintals begrenzt.

Das malerische Ambiente bietet vielen Veranstaltungen die perfekte Kulisse und so werden auf der Burg Gutenburg von Mai bis Oktober Konzerte und Ritterspiele abgehalten, Seminare durchgeführt, Hochzeiten gefeiert, Empfänge gegeben und Feste gefeiert. Die Burg ist außerdem Sitz des „Kulturtreffs Burg Gutenberg”, der einen jährlichen Kultursommer mit hauptsächlich musikalischen Darbietungen im malerischen Innenhof der Burg veranstaltet. Unter der Bühne befinden sich übrigens die Überreste der St. Donatus-Kirche aus dem 12. Jahrhundert.

Die Burgkapelle und der idyllische Rosengarten können in der Saison Sonntags besichtigt werden, die stattliche Vorburg ist ganzjährig öffentlich zugänglich. Möchte man selbst eine Veranstaltung abhalten, kann dies bei der Gemeinde Balzers angemeldet werden.

Weiterführende Links:

Offizielle Website der Burg Gutenberg inkl. Führungen, Angebote und Preise
Offizielle Website des Kulturtreffs auf der Burg Gutenberg