Ilulissat-Eisfjord in der Diskobucht, Grönland

Gewaltige Eisbergformation im Ilulissat-Eisfjord, einem der wenigen Punkte, an denen die ewige Eisdecke Grönlands das Meer erreicht - © Christian Wilkinson / Shutterstock
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Der Ilulissat-Eisfjord an der Westküste Grönlands mündet in einen der gewaltigsten und aktivsten Gletscher der Welt. Relativ gut erreichbar ist er der weltweit beste Ort, um das ohrenbetäubende Kalben eines Gletschers vor der atemberaubenden Kulisse von Grönlands Eiswüste zu beobachten.

Der gewaltige Ilulissat-Eisfjord an der Westküste Grönlands ist einer der wenigen Punkte, an denen die ewige Eisdecke Grönlands das Meer erreicht. Er liegt 250 Kilometer nördlich des Polarkreises und ist eine der berühmtesten Eisberg-Geburtsstätten der Welt. Im Jahr 2004 wurde er aufgrund seiner gigantischen Ausmaße und seiner Bedeutung für die Klima- und Gletscherforschung durch die UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Benannt nach der nächstgelegenen Stadt Ilulissat, oder Jakobshavn auf Dänisch, erreicht er eine Länge von 40 und eine Breite von 7 Kilometern. Im Inland mündet er in den Sermeq Kujalleg, einen der aktivsten Gletscher weltweit, der zwischen 5 und 10% der Eismenge verantwortlich ist, die Grönland ins Meer abgibt.

Ein riesiger Eisberg im Ilulissat-Eisfjord an der Westküste Grönlands, man beachte das kleine Boot im Vordergrund - © finecki / Fotolia
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Aufgrund seiner verhältnismäßig guten Erreichbarkeit ist der Ilulissat-Eisfjord ein beliebtes Touristenziel. Die Fließgeschwindigkeit des Gletschers beträgt bis zu 40 Meter pro Tag, die Eisbrocken, die täglich ins Meer brechen, haben im Schnitte ein Gewicht von unglaublichen 20 Millionen Tonnen. Vor allem im Sommer ist das „Kalben” das Gletschers gut zu beobachten. Dabei lösen sich die gigantischen Eismassen von der Gletscherkante und stürzen mit ohrenbetäubendem Getöse ins Meer, wo sie als neugeborene gewaltige Eisberge weitertreiben. Aufgrund der großen Tiefe des Fjords von bis zu 1.000 Metern sind die mächtigen Eisbrocken, die in ihn hinabstürzen und weitertreiben bis zu 700 Meter hoch. Bis sie das offene Meer erreichen benötigen die Eisberge etwa 12 bis 15 Monate. Im Ilulissat-Eisfjord entstand übrigens auch der Eisberg, der 1912 der berühmten Titanic und mit ihre 1.500 Menschen an Bord zum Verhängnis wurde.

Eisberglandschaft in der Diskobucht

Am meerseitigen Ende des Gletschers werden die blauschimmernden Kolosse durch Moränenablagerungen 200 Meter unter der Wasseroberfläche aufgehalten, was zu einem regelrechten „Eisbergstau” führt. Riesige Eispaläste haben sich in der dortigen Diskobucht angesammelt und schweben majestätisch über die Wasseroberfläche bis der Druck so groß wird, dass sie schließlich auseinanderbrechen und über die Schwelle driften. Hat man dann auch noch das Glück, das faszinierende Schauspiel der Polarlichter zu erleben, ist ein Anblick garantiert, den man sein Leben lang nicht vergisst!

Riesige Eispaläste sammeln sich in der Diskobucht an und schweben majestätisch über die Wasseroberfläche, Ilulissat-Eisfjord, Grönland - © svanberggrath / Fotolia
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Durch die Auswirkungen des Klimawandels hat sich die Gletscherzunge in den letzten Jahren seit 2004 um 10 Kilometer zurückgezogen, der Ilulissat-Eisfjord steht bei den Klimaforschern nach wie vor unter intensiver Beobachtung.

Durch das Kalben des gewaltigen Gletschers ist das Meer ständig in Bewegung, nährstoffreiches Wasser wird an die Oberfläche gebracht, was der Diskobucht eine vielfältige Fauna beschert. 20 verschiedene Fischarten leben im Ilulissat-Eisfjord. Vor allem der Heilbutt fühlt sich in den eisigen Gewässern wohl und lockt viele Fressfeinde an, in wärmeren Gewässern ist der Atlantik-Lachs zu finden. Die Räuber des Ilulisssat sind die Ringel- und Sattelrobbe, der Grönland-Hai, der Finnwal und im Herbst und Winter lassen sich auch die schneeweißen Beluga-Wale in der Diskobucht blicken.